
Die Sicherheit in Produktionsstätten ist ein umfangreiches Thema, welches verschiedene Bereiche betrifft und von den Verantwortlichen auf unterschiedlichen Ebenen gedacht werden muss. Je moderner die Fertigungsumgebung und je komplexer die Technologie, desto mehr muss auch auf ausreichende Sicherheit geachtet werden.
Physische Sicherheit als Grundlage
Produktionsstätten sind heutzutage häufig große Gebäudeanlagen mit verschiedenen Abteilungen, die in Verzahnung miteinander funktionieren müssen. Dadurch sind verschiedene Aspekte wichtig. Einerseits muss gerade in unübersichtlichen Bereichen mit teurem Arbeitsgerät und potenziellen Risikobereichen dafür gesorgt werden, dass keine unbefugten Personen Zutritt erhalten, gleichermaßen zum Schutz der Personen selbst wie des Arbeitsmaterials.
Gleichzeitig darf der Arbeitsalltag der Mitarbeiter aber auch nicht behindert werden, weshalb normale Türen mit klassischen Schlüsselsystemen mittlerweile weitgehend als veraltet gelten. Moderne Zutrittskontrollen erfüllen alle genannten Kriterien. Einerseits sorgen Sie dafür, dass nur befugte Personen Zutritt erhalten, und diese können darauf bauen, dass der Zugang schnell und unkompliziert abläuft. Eine moderne biometrische Zutrittskontrolle bringt den Vorteil, dass Mitarbeiter nicht jederzeit einen Schlüssel mit sich herumtragen müssen. Ein Fingerabdruck oder Gesichtsscan reicht, um die Tür zu entriegeln. Weil biometrische Daten datenschutzrechtlich besonders geschützt sind, kommt diese Lösung bei Beschäftigten vor allem für besonders sensible Bereiche infrage und sollte vorab mit Datenschutzbeauftragtem und Betriebsrat abgestimmt werden. So kommt es auch in hektischen und stressigen Zeiten zu keinen Verzögerungen.
Zur Sicherheit gehört immer auch die klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Technische Zutrittskontrollen bieten dahingehend den Vorteil, dass automatisch erfasst wird, welcher Mitarbeiter zu welchem Zeitpunkt einen Raum betreten hat. Bei Problemen oder Unfällen kann so im Nachhinein genau nachvollzogen werden, welche Mitarbeiter anwesend waren. Welche Zutrittsdaten wie lange gespeichert und wofür ausgewertet werden dürfen, legen Unternehmen vorab mit Datenschutzbeauftragtem und, falls vorhanden, Betriebsrat fest.
Produktionssicherheit virtuell denken
Wenn es um die Sicherheit in Produktionsbetrieben geht, dann denkt man schnell an den Schutz vor körperlichen Schäden und an die Sicherheit für die Arbeitsgeräte. Und letztlich ist das auch das Wichtigste. Doch auf dem Weg zu starker Sicherheit in diesem Bereich führt kein Weg an einer umfangreichen und starken Cybersicherheit vorbei. Denn auch in Fertigungsanlagen spielt Cyberkriminalität heute eine Rolle. Mit einem gezielten Hackerangriff lassen sich heute nicht nur Daten aus der Ferne stehlen, sondern auch ganze Produktionsabläufe lahmlegen, indem Steuerungselemente gestört oder sogar Sicherheitsmechanismen außer Kraft gesetzt werden.
Cyber-Resilienz ist für moderne Unternehmen heute unverzichtbar. Gerade, weil Abläufe immer digitalisierter werden, beispielsweise, indem Tablets in der Fertigung als digitale Laufkarte verwendet werden. Wie bei der physischen Sicherheit braucht es auch eine umfassende Sicherheitsinfrastruktur im IT-Bereich. Diese umfasst Firewalls, aber auch die interne Kommunikation muss durch entsprechende Verschlüsselungen gesichert werden.
Ein gängiger Satz in der IT-Branche ist, dass das Problem häufig vor dem Bildschirm sitzt. Das gilt auch für die Cybersicherheit. Eine der potenziellen Gefahrenpunkte ist menschliche Nachlässigkeit. Handelt ein Mitarbeiter unvorsichtig und bringt mit einem unbedachten Klick Malware in das Unternehmensnetzwerk, ist der Schaden schnell immens. Vorbeugen lässt sich vor allem durch regelmäßige Schulungen, in denen Mitarbeiter ihre Verantwortung, das richtige präventive Verhalten und die korrekte Reaktion auf Problemfälle lernen – ergänzt um technische Schutzmaßnahmen wie eingeschränkte Benutzerrechte und die Trennung von Büro- und Produktionsnetz.
Funktionale Sicherheit
Ein ganz unmittelbarer Aspekt für die Sicherheit von Mensch und Maschine sind natürlich die Produktionsanlagen selbst. In modernen Fertigungs- und Lagerbereichen arbeiten Mitarbeiter und Roboter zunehmend ohne trennende Schutzzäune zusammen. Dieses Konzept wird auch als Cobot (kollaborativer Roboter) bezeichnet. Die Sicherheit entsteht dabei nicht durch Weglassen von Schutzmaßnahmen, sondern durch eine Risikobeurteilung der gesamten Anwendung und zuverlässige Sicherheitsfunktionen wie Kraft- und Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Technik wird hier nicht im klassischen Sinne kontrolliert und bedient. Somit muss sie selbst in gewisser Weise die Rolle eines Aufpassers einnehmen. Für das nötige Feingefühl sorgt dabei hochmoderne Technik, bei der Sensoren, Lichtschranken und Laserscanner das Umfeld der Maschine automatisch erfassen und so bei drohender Gefahr sofort reagiert werden kann.
Unter anderem solche Maschinen mit komplexer Software, die häufig auch mit anderen Systemen vernetzt sind, zeigen anschaulich, weshalb heutzutage verschiedene Sicherheitsebenen in Einklang gebracht werden müssen. In diesem Falle die Sicherheit der Mitarbeiter, die wiederum auch darauf aufbaut, dass die Maschinen nicht durch Cyberangriffe beeinflusst werden können. Cybersicherheit bringt dadurch auch Sicherheit für die Mitarbeiter. Bei der nötigen Wartung wird mittlerweile häufig auch wiederum auf moderne Technik wie Augmented Reality gesetzt.
