Zollstock (Gliedermaßstab)
Obwohl er offiziell Gliedermaßstab heißt (da er in Zentimetern und nicht in Zoll misst), sagt fast jeder „Zollstock“. Er ist das Symbol für das Handwerk.
- Material: Meist Buchenholz oder glasfaserverstärkter Kunststoff.
- Genauigkeit: Achte auf die Genauigkeitsklasse III (Standard) oder besser II. Die Klasse steht meist am Anfang in einem kleinen Oval. Holz reagiert auf Feuchtigkeit, daher nutzen Metallbauer oft Stahlmaßstäbe.
- Funktionen:
- Winkelmessung: Viele Gelenke rasten bei 90° ein.
- Ritz-Test: Die Endkappen aus Metall wurden früher genutzt, um Glas anzuritzen.
- Der „Doppelmeter“: Die Standardlänge beträgt 2 Meter (10 Glieder).
Zangenschlüssel
Ein Werkzeug, das oft mit der Wasserpumpenzange verwechselt wird, aber genial anders funktioniert (bekannt durch Knipex).
- Unterschied: Er hat glatte, parallel greifende Backen (keine Zähne!).
- Funktion: Er funktioniert wie ein verstellbarer Engländer, aber mit der Kraft einer Zange.
- Vorteil:
- Schonung: Da er keine Zähne hat, beschädigt er empfindliche Armaturen (z. B. verchromte Bad-Armaturen) nicht.
- Kraft: Durch die Hebelübersetzung presst er 10x stärker als die Handkraft. Man kann damit sogar Bleche biegen.
Zahnkelle (Zahnspachtel)
Das Standardwerkzeug für Fliesenleger und Bodenleger.
- Funktion: Dient zum gleichmäßigen Auftragen von Kleber (Fliesenkleber, Parkettkleber). Durch die Zähne entstehen Kleber-Stege.
- Die Zahnung:
- Eckige Zahnung: Für Fliesen. Die Größe (z. B. 8 mm) richtet sich nach der Fliesengröße. Je größer die Fliese, desto größer die Zahnung, damit genug Material für eine hohlraumfreie Verlegung da ist.
- Spitzzahnung / Dreieckszahnung: Oft für Teppich- oder PVC-Kleber, wo weniger Material benötigt wird.
Ziehklinge
Ein unscheinbares, aber extrem effektives Werkzeug für die Holzoberflächenbearbeitung.
- Aufbau: Ein einfaches Stück federharter Stahl (rechteckig oder geschwungen).
- Das Geheimnis: Man „schärft“ sie, indem man mit einem harten Stahlstift einen mikroskopisch feinen Grat an die Kante drückt.
- Anwendung: Man zieht oder schiebt sie über das Holz. Sie nimmt feinste Späne ab (keinen Staub!). Das Ergebnis ist glatter als geschliffen („babypopo-glatt“), da die Holzfasern sauber abgeschnitten statt zerfasert werden.
Zündkerzenschlüssel
Ein spezialisierter Steckschlüssel für Motoren.
- Form: Extra lang und dünnwandig, um in die tiefen Zündkerzenschächte moderner Motoren zu passen.
- Haltemechanismus:
- Gummi: Ein Gummiring im Inneren klemmt die Keramik der Kerze fest.
- Magnet: Ein Magnet hält die Kerze. (Besser, da Gummis mit der Zeit durch Öl aufquellen oder hart werden).
- Feder: Eine Klemmfeder hält die Kerze.
Zugmesser (Ziehmesser)
Ein traditionelles Werkzeug für Zimmerer, Wagner und Bogenbauer.
- Aufbau: Eine lange, leicht gebogene Klinge mit zwei Holzgriffen an den Enden.
- Anwendung: Man zieht das Messer mit beiden Händen zum Körper hin über das Holz.
- Einsatz: Entrinden von Baumstämmen, grobes In-Form-Bringen von Kanteln (z. B. Stuhlbeine oder Axtstiele) vor der Feinarbeit.
Zentrierbohrer
Ein Werkzeug aus der Metallbearbeitung (Drehmaschine).
- Problem: Ein langer Spiralbohrer ist instabil und verläuft beim Anbohren auf glattem Metall.
- Lösung: Der Zentrierbohrer ist kurz, dick und extrem starr. Er bohrt nur eine kleine Mulde (Zentrierung).
- Zweck: Diese Mulde dient als Führung für den großen Bohrer oder als Aufnahme für die „Reitstockspitze“, um lange Wellen beim Drehen abzustützen.
Zentrierwinkel
Ein Messwerkzeug, um den Mittelpunkt einer runden Scheibe oder Welle zu finden.
- Geometrie: Er besteht aus einem Anschlagwinkel und einem Lineal, das genau im 45°-Winkel (also durch die Mitte des Winkels) verläuft.
- Anwendung: Man legt den Winkel an die runde Scheibe an und zieht einen Strich entlang des Lineals. Dann dreht man die Scheibe um ca. 90° und zieht einen zweiten Strich. Der Kreuzungspunkt ist exakt der Mittelpunkt.
Zapfenschneider (Scheibenschneider)
Der „Gegenspieler“ zum Forstnerbohrer.
- Funktion: Er bohrt kein Loch, sondern schneidet einen Holzzylinder (Zapfen) aus einem Brett heraus.
- Einsatz: Herstellen von Astlochdübeln oder Querholzplättchen.
- Trick: Man nutzt das gleiche Holz wie das Möbelstück. So kann man Schraubenlöcher verschließen, und die Maserung passt farblich perfekt (fast unsichtbar).
Zwinge
Der Kurzbegriff für alle Spannwerkzeuge.
- Schraubzwinge: (Siehe S).
- Leimzwinge: Große Federklemme für schnellen Halt.
- Korpuszwinge: Spezielle Zwinge mit großen, parallelen Spannflächen für den Möbelbau (Kästen/Korpusse), damit nichts verrutscht oder eingedrückt wird.
Zylindermessgerät (Subito)
Ein Präzisionsmessgerät für Motoreninstandsetzer.
- Funktion: Es wird in den Zylinder eines Motors eingeführt. Eine Messuhr oben zeigt Abweichungen im µm-Bereich (Tausendstel Millimeter) an.
- Zweck: Prüfen, ob der Zylinder „oval“ eingelaufen ist oder ob er aufgebohrt (gehohnt) werden muss.
Zirkel (Stangenzirkel / Stechzirkel)
In der Werkstatt nutzt man keinen Schulzirkel mit Bleistiftmine.
- Spitzzirkel (Stechzirkel): Hat zwei Stahlspitzen. Dient zum „Abgreifen“ und Übertragen von Maßen oder zum Anreißen (Ritzen) von Kreisen auf Metall und Holz.
- Stangenzirkel: Für sehr große Kreise. Die Spitzen sind auf einer langen Stange verschiebbar.
