Ratsche (Umschaltknarre / Knarre)
Das Herzstück jedes Steckschlüsselsatzes. Sie ist der Antrieb für die „Nüsse“.
- Funktionsweise: Ein Freilaufmechanismus sorgt dafür, dass die Kraft nur in eine Richtung übertragen wird. In die Gegenrichtung rutscht das Werkzeug durch („rattert“).
- Vorteil: Man muss das Werkzeug beim Schrauben nicht absetzen und neu ansetzen, was in engen Motorräumen oft gar nicht möglich wäre.
- Umschalten: Über einen Hebel oder Drehring kann die Wirkrichtung (Festziehen/Lösen) blitzschnell geändert werden.
- Größen: Die gängigsten Antriebe sind 1/4 Zoll (klein), 3/8 Zoll (mittel) und 1/2 Zoll (groß/KFZ).
Rohrzange (Eckrohrzange)
Oft fälschlicherweise mit der Wasserpumpenzange gleichgesetzt, ist die klassische Rohrzange (auch „Schwedenzange“ genannt) ein anderes Kaliber.
- Funktion: Sie ist für das Verschrauben von Eisenrohren in der Gas- und Wasserinstallation gedacht.
- Selbstklemmung: Die Maulweite wird über eine Rändelmutter am Schenkel eingestellt. Die Zähne sind so gegen die Drehrichtung angeordnet, dass sich die Zange fester in das Rohr beißt, je stärker man drückt. Sie muss daher nicht aktiv zusammengedrückt werden (im Gegensatz zur Wasserpumpenzange).
- S-Maul: Eine spezielle Form der Backen, die das Greifen von Rohren an drei Punkten ermöglicht.
Rohrschneider
Das Standardwerkzeug zum Trennen von Metallrohren (Kupfer, Edelstahl, Stahl) in der Installation.
- Funktionsweise: Das Werkzeug wird um das Rohr geklemmt. Ein scharfes Schneiderädchen aus gehärtetem Stahl wird mittels Drehknauf gegen das Rohr gedrückt. Man dreht das Werkzeug um das Rohr herum und stellt das Rädchen schrittweise enger.
- Vorteil: Es entstehen keine Späne (die das Rohr verstopfen könnten), und der Schnitt ist absolut rechtwinklig.
- Innenentgrater: Die meisten Rohrschneider haben eine kleine ausklappbare Klinge, um den Grat, der beim Schneiden im Inneren des Rohres entsteht, zu entfernen (wichtig, um Strömungsgeräusche zu vermeiden).
Raspel
Der „grobe Bruder“ der Feile, primär für die Holzbearbeitung (und Weichgestein wie Speckstein).
- Unterschied zur Feile: Statt durchgehender Hiebe (Linien) hat die Raspel einzeln stehende, kegelförmige Zähne, die aus dem Stahl herausgehauen sind.
- Wirkung: Sie reißt das Material förmlich heraus (hoher Abtrag), hinterlässt aber eine sehr raue Oberfläche, die nachbearbeitet werden muss.
Reibahle
Ein Präzisionswerkzeug der Metallbearbeitung für Bohrungen, bei denen es auf tausendstel Millimeter ankommt.
- Problem: Ein Spiralbohrer bohrt nie exakt rund und maßhaltig (ein 10mm Bohrer macht vielleicht ein 10,1mm Loch, das leicht eiert).
- Lösung: Man bohrt etwas kleiner (z. B. 9,8 mm) und geht dann mit der Reibahle durch. Sie hat viele gerade Schneiden an der Seite und schabt das Loch auf das exakte Maß (z. B. 10 H7 Passung) und macht es perfekt kreisrund.
- Anwendung: Wichtig für Lagerbuchsen oder Passstifte im Maschinenbau.
Richtscheit
Ein langes, meist hohles Profil aus Aluminium (oft 2 bis 4 Meter lang).
- Einsatz:
- Prüfung: Um zu prüfen, ob eine Wand oder ein Boden absolut eben ist.
- Abziehen: Maurer und Estrichleger nutzen es, um frischen Putz oder Estrich großflächig glattzuziehen („abzuziehen“).
- Mit Libelle: Viele Richtscheite haben eingebaute Wasserwaagen-Libellen, um gleichzeitig die Lotrechte zu prüfen.
Ringschlüssel
Das Gegenstück zum Gabelschlüssel (Maulschlüssel). Er umschließt den Schraubenkopf vollständig.
- Vorteil: Da er an allen sechs (oder zwölf) Ecken der Mutter angreift, kann man viel höhere Kräfte übertragen, ohne abzurutschen oder die Mutter „rundzudrehen“.
- Doppelringschlüssel: Meistens sind zwei Größen an einem Werkzeug kombiniert (z. B. 17er und 19er Seite).
- Gekröpft: Oft sind die Ringe tiefergelegt (gekröpft), um auch Muttern in Vertiefungen zu erreichen.
Reißnadel
Der „Bleistift“ des Metallbauers.
- Problem: Ein Bleistiftstrich ist auf öligem oder glänzendem Stahl oft nicht zu sehen und zu breit für Präzisionsarbeit.
- Lösung: Die Reißnadel ist ein Stift aus Stahl mit einer extrem harten, spitzen Spitze (oft Hartmetall oder gehärteter Stahl).
- Funktion: Man ritzt („reißt“) damit eine feine Linie direkt in die Metalloberfläche. Diese Markierung ist dauerhaft und extrem präzise.
Rüttelplatte (Vibrationsplatte)
Eine Baumaschine für den Tiefbau und Gartenbau.
- Funktion: Eine schwere Stahlplatte wird durch eine Unwucht im Motor in starke Vibration versetzt.
- Einsatz: Verdichten des Untergrunds (Schotter, Kies, Sand) vor dem Pflastern oder Betonieren. Ohne Rütteln würde der Boden später absacken.
- Reversierbar: Große Platten können per Hebel die Unwucht verstellen und so auch rückwärts fahren, was in engen Gräben wichtig ist.
Rückensäge (Feinsäge)
Eine Handsäge für feine Holzarbeiten (z. B. Schneiden von Bilderrahmen-Gehrungen).
- Merkmal: Das rechteckige Sägeblatt ist sehr dünn, um feine Schnitte zu ermöglichen. Damit es sich dabei nicht verbiegt, ist am oberen Rand eine massive Leiste aus Stahl oder Messing (der „Rücken“) aufgepresst, die das Blatt steif hält.
Rührwerk
Eine starke Bohrmaschine mit Getriebeübersetzung für zähe Massen. Siehe „Mörtelrührer“ (Kategorie M).
Ringmaulschlüssel
Die wohl beliebteste Kombination im Werkzeugkoffer: Eine Seite Gabel (für schnelles Umsetzen), eine Seite Ring (für festes Anziehen), beide mit der gleichen Schlüsselweite.
