Oberfräse
Die Oberfräse ist eines der vielseitigsten und kreativsten Elektrowerkzeuge für die Holzbearbeitung. Wie der Name sagt, wird sie von oben auf das Werkstück gesetzt.
- Funktionsweise: Ein Fräser rotiert mit extrem hoher Geschwindigkeit (bis zu 30.000 U/min). Durch Drücken der Griffe taucht der Fräskorb in das Holz ein.
- Einsatzgebiete:
- Kantenbearbeitung: Abrunden, Fasen oder Profilieren von Tischplatten und Regalböden.
- Verbindungen: Fräsen von Nuten, Zinken oder Gratleisten.
- Freihandfräsen: Ausfräsen von Mustern oder Schriftzügen (Schilder).
- Wichtiges Zubehör:
- Kopierhülse: Ein Metallring, der an einer Schablone entlanggleitet, um Formen exakt zu kopieren.
- Parallelanschlag: Für gerade Nuten parallel zur Außenkante.
Ölfilterschlüssel (Ölfilterkralle / Ölfilterband)
Ein unverzichtbares KFZ-Spezialwerkzeug für den Ölwechsel. Da Ölfilter oft fettig sind und sich durch die Hitze festsetzen, lassen sie sich von Hand kaum lösen.
- Varianten:
- Band- oder Kettenschlüssel: Eine Schlaufe aus Stahlband, Leder oder einer Fahrradkette wird um den Filter gelegt und zieht sich beim Drehen zu.
- Ölfilterkralle (Spinne): Ein Aufsatz für die Ratsche mit drei Greifarmen, die sich beim Drehen automatisch im Filter verbeißen.
- Ölfilterkappe: Ein passgenauer „Becher“, der auf den Sechskant oder die Rillen des Filters gesteckt wird – die schonendste Methode.
Oszillierer (Oszillationswerkzeug / Multitool)
Oft auch als „Multimaster“ (nach dem Erfinder Fein) bezeichnet. Siehe auch „Werkzeuge mit M“ (Multifunktionswerkzeug).
- Das Prinzip: Der Werkzeugkopf rotiert nicht, sondern schwingt (oszilliert) extrem schnell um wenige Grad hin und her (ca. 20.000-mal pro Minute).
- Der Vorteil:
- Tauchschnitte: Man kann mitten in eine Fläche (z. B. Gipskartonwand oder Parkettboden) einstechen, was mit einer Kreissäge unmöglich ist.
- Sicherheit: Das Verletzungsrisiko ist geringer als bei rotierenden Sägen, da weiche Haut oft nur mitschwingt, statt geschnitten zu werden.
Ölstein (Abziehstein)
Ein klassisches Schärfwerkzeug für Stechbeitel, Hobeleisen und Messer.
- Funktion: Ein Schleifstein aus natürlichen oder künstlichen Materialien (wie Korund oder Siliziumkarbid).
- Besonderheit: Im Gegensatz zum Wasserstein wird er nicht mit Wasser, sondern mit speziellem Schärföl (oder dünnflüssigem Maschinenöl) benetzt. Das Öl schwemmt den Metallabrieb aus den Poren des Steins und sorgt für eine extrem feine Schneide.
O-Ring-Heber (Dichtungshaken)
Ein Werkzeugsatz, der aussieht wie das Besteck beim Zahnarzt. Es sind kleine Griffe mit verschiedenen Haken und Spitzen vorne.
- Einsatz: Das zerstörungsfreie Entfernen von O-Ringen und Wellendichtringen aus Nuten.
- Wichtig: Wer versucht, einen O-Ring mit einem Schraubendreher herauszuhebeln, verkratzt oft die Dichtfläche aus Metall – das Bauteil wird undicht. Die O-Ring-Heber sind so geformt, dass sie unter den Gummi greifen, ohne das Metall zu berühren.
Orbitschleifer
Ein Begriff, der oft für Verwirrung sorgt, da er aus dem Englischen (Random Orbital Sander) kommt. Im Deutschen meist Exzenterschleifer genannt.
- Funktion: Die Schleifplatte führt eine „orbitale“ (kreisende) Bewegung aus, die von einer Rotation überlagert wird. Dies verhindert Schleifspuren („Kringel“) im Holz. (Siehe „Werkzeuge mit E“).
Okuliermesser
Ein sehr scharfes Spezialmesser für Gärtner und Baumschulen.
- Einsatz: Veredelung von Pflanzen (Okulieren).
- Merkmal: Neben der rasiermesserscharfen Klinge besitzt es auf der Rückseite oft einen stumpfen „Rindenlöser“ (Dorn), um die Rinde des Baumes vorsichtig aufzuklappen, damit das Edelauge eingesetzt werden kann.
Öler (Nebelöler)
Kein Handwerkzeug, sondern ein Zubehör für Druckluftwerkzeuge.
- Funktion: Druckluftschrauber, Nagler oder Schleifer benötigen ständige Schmierung im Inneren. Der Öler wird in die Druckluftleitung geschaltet und reichert die durchströmende Luft mit feinstem Ölnebel an, um den Luftmotor kontinuierlich zu schmieren.
