Messschieber (Schieblehre)
Das wohl am häufigsten genutzte Messwerkzeug in der Werkstatt. Auch wenn der Begriff „Schieblehre“ umgangssprachlich weit verbreitet ist, heißt das Werkzeug fachsprachlich korrekt Messschieber (da eine Lehre kein Maß anzeigt, ein Messschieber aber schon).
- Funktion: Er ermöglicht messungen auf den Zehntel- (0,1 mm) oder Zwanzigstel-Millimeter (0,05 mm).
- Die 3 Messarten:
- Außenmessung: Mit den großen Schenkeln (z. B. Dicke eines Brettes, Durchmesser einer Schraube).
- Innenmessung: Mit den kleinen Spitzen oben (z. B. Innendurchmesser eines Rohres).
- Tiefenmessung: Mit dem ausfahrenden Stab am Ende (z. B. Tiefe einer Bohrung oder Reifenprofil).
- Varianten:
- Analog (Nonius): Robust, braucht keine Batterie, Ablesen erfordert Übung.
- Digital: Zeigt den Wert auf einem Display an, oft umschaltbar zwischen mm und inch.
Multimeter (Digitalmultimeter / DMM)
Das Standard-Messgerät für Elektriker und Elektroniker. Es vereint verschiedene Messfunktionen in einem Gehäuse.
- Messgrößen:
- Spannung (Volt): Prüfen, ob Strom auf der Steckdose ist oder die Autobatterie voll ist.
- Widerstand (Ohm) / Durchgang: Prüfen, ob ein Kabelbruch vorliegt oder eine Sicherung defekt ist.
- Stromstärke (Ampere): Messen, wie viel Strom ein Verbraucher zieht (Vorsicht: muss in Reihe geschaltet werden!).
- Sicherheit: Beim Arbeiten an 230V-Netzspannung sind hochwertige Geräte (Kategorie CAT III oder CAT IV) lebenswichtig.
Multifunktionswerkzeug (Oszillierer / Multimaster)
Ein Elektrowerkzeug, das nicht rotiert, sondern dessen Aufsatz extrem schnell hin und her schwingt (oszilliert). Ursprünglich von der Firma Fein („Multimaster“) entwickelt, heute von vielen Marken erhältlich.
- Der Problemlöser: Da das Blatt vibriert, kann man damit „eintauchen“.
- Tauchsägen: Ausschnitte in bereits montierte Fußleisten oder Rigipsplatten sägen.
- Schaben: Alte Teppichklebereste oder Silikonfugen entfernen.
- Schleifen: Mit dem Dreiecks-Aufsatz perfekt für Ecken und Lamellen.
- Sicherheit: Sehr geringe Verletzungsgefahr, da die Haut bei Berührung meist mitvibriert statt geschnitten zu werden (im Gegensatz zur Kreissäge).
Meißel (Kaltmeißel & Elektromeißel)
Ein Werkzeug zur spanlosen Trennung oder Zerstörung von Material durch Schlagkraft.
- Handmeißel (Kaltmeißel): Aus zähem Werkzeugstahl. Wird mit dem Fäustel geschlagen, um Metall zu trennen, Schweißpunkte zu öffnen oder Stein zu bearbeiten.
- Flachmeißel: Breite Schneide.
- Kreuzmeißel: Schmale Schneide für Nuten.
- Elektrowerkzeug-Meißel: Einsätze für den Bohrhammer (mit SDS-Aufnahme).
- Spitzmeißel: Konzentriert die ganze Schlagkraft auf einen Punkt (Betonaufbruch).
- Flachmeißel/Spatmeißel: Zum Entfernen von Fliesen oder Putz.
Mauernutfräse (Schlitzfräse)
Ein Elektrowerkzeug für die Elektroinstallation. Sie sieht aus wie eine Handkreissäge, hat aber zwei parallel laufende Diamantscheiben.
- Funktion: Sie schneidet zwei parallele Schlitze in das Mauerwerk. Der verbleibende Steg in der Mitte wird anschließend herausgeklopft.
- Ergebnis: Ein perfekter Kabelkanal (Schlitz) im Mauerwerk, um Leitungen unter Putz zu verlegen.
- Wichtig: Unbedingt mit Staubsauger betreiben, da die Staubentwicklung extrem ist.
Mikrometer (Bügelmessschraube)
Wenn der Messschieber zu ungenau ist, kommt die Mikrometerschraube zum Einsatz.
- Präzision: Misst auf den hundertstel Millimeter (0,01 mm) genau.
- Funktionsweise: Durch das Drehen einer Feingewindespindel nähert sich der Messbolzen dem Amboss. Eine Rutschkupplung („Ratsche“) am Griff sorgt dafür, dass immer mit exakt dem gleichen Druck gemessen wird, um Messfehler zu vermeiden.
- Einsatz: Messen von Drahtdicken, Papierstärke oder Kolbendurchmessern im Motorenbau.
Muttersprenger
Ein Spezialwerkzeug für KFZ-Mechaniker und Restauratoren, um hoffnungslos festgerostete Muttern zu entfernen, ohne das Gewinde des Bolzens zu beschädigen.
- Funktionsweise: Ein geschlossener Ring wird über die Mutter gelegt. Ein gehärteter Keil wird mittels einer Schraube in die Seite der Mutter getrieben, bis diese „aufgesprengt“ wird (platzt).
- Vorteil: Man muss nicht flexen oder sägen (kein Funkenflug, keine Beschädigung des Umfelds).
Mörtelrührer (Rührwerk)
Eine große, langsam laufende Bohrmaschine mit speziellen Griffen (Doppelhandgriff) und einem Rührquirl.
- Einsatz: Anmischen von zähen Materialien wie Fliesenkleber, Mörtel, Estrich oder Ausgleichsmasse.
- Unterschied zur Bohrmaschine: Das Getriebe ist auf enorme Kraft (Drehmoment) bei niedriger Drehzahl ausgelegt. Eine normale Bohrmaschine würde beim Rühren von schwerem Beton schnell überhitzen („abrauchen“).
Maschinenschraubstock
Das Gegenstück zum Parallelschraubstock an der Werkbank.
- Einsatz: Dient zum sicheren Festspannen von Werkstücken auf Säulenbohrmaschinen oder Fräsen.
- Sicherheit: Beim Bohren von Metall darf man das Werkstück niemals mit der Hand halten (Verletzungsgefahr durch „Herumschlagen“ des Werkstücks bei Verkanten). Der Maschinenschraubstock wird fest auf dem Bohrtisch verschraubt.
Messuhr
Ein mechanisches Feinzeigermessgerät mit einer analogen Skala (Uhr).
- Funktion: Sie misst keine absoluten Längen wie ein Zollstock, sondern Differenzen. Ein Taster unten an der Uhr bewegt den Zeiger.
- Anwendung:
- Rundlauf prüfen: Man dreht eine Welle (z. B. Bremsscheibe) und schaut, ob der Zeiger ausschlägt („Schlag“ der Bremsscheibe).
- Maschinen ausrichten: Prüfen, ob ein Werkstück absolut parallel zum Maschinentisch liegt.
Maulschlüssel
Der fachlich korrekte, aber selten genutzte Begriff für den Gabelschlüssel. (Siehe Artikel „Werkzeuge mit G“).
Malerspachtel
Ein einfaches Handwerkzeug mit einem flachen Stahlblatt und Holz- oder Kunststoffgriff.
- Einsatz:
- Auftragen von Gipsspachtelmasse zum Füllen von Löchern.
- Abkratzen von alten Tapetenresten oder loser Farbe.
- Japan-Spachtel: Ein Set aus sehr dünnen, flexiblen Metallblättern ohne festen Griff, ideal für feine Ausbesserungsarbeiten oder gewölbte Flächen.
Messrad (Rolltacho)
Ein Werkzeug für den Straßenbau und die Vermessung.
- Aufbau: Ein Rad mit exakt definiertem Umfang an einem Stiel, gekoppelt mit einem Zählwerk.
- Funktion: Man schiebt es vor sich her, um lange Strecken (z. B. Kabellängen auf Grundstücken, Straßenmarkierungen) schnell abzumessen.
Markierstift (Tieflochmarker)
Die moderne Weiterentwicklung des Zimmermannsbleistifts.
- Problem: Mit einem normalen dicken Bleistift kommt man nicht durch tiefe Bohrlöcher (z. B. durch ein Kantholz hindurch), um die Bohrstelle an der Wand zu markieren.
- Lösung: Der Tieflochmarker hat eine sehr lange, dünne Edelstahlspitze mit einer Graphitmine, die überall hindurchpasst.
