Lötkolben & Lötstation
Das wichtigste Werkzeug für die Elektronik und Elektrotechnik, um metallische Werkstücke mittels schmelzbarem Lot (Lötzinn) stoffschlüssig zu verbinden.
- Lötkolben: Das einfache Handgerät für gelegentliche Arbeiten. Er wird direkt in die Steckdose gesteckt und heizt auf eine fixe Temperatur auf.
- Lötstation: Das Profi-Gerät. Sie besteht aus einer Basiseinheit mit Trafo und Temperaturregelung sowie einem angeschlossenen Kolben.
- Vorteil: Die Temperatur kann exakt eingestellt werden (z. B. 350 °C), was für empfindliche Bauteile auf Platinen überlebenswichtig ist.
- Lötlampe: Kein Kolben, sondern ein kleiner Gasbrenner (Kartusche). Wird für grobe Arbeiten genutzt, wie das Weichlöten von Kupferrohren im Sanitärbereich („Fittinge löten“).
Lochsäge (Lochkreissäge / Dosenbohrer)
Streng genommen ein Bohrmaschinen-Aufsatz, aber so essenziell, dass er als eigenes Werkzeug gilt.
- Funktion: Ein topfförmiges Sägeblatt mit einem zentrierten Bohrer. Es zerspant nicht das gesamte Loch (wie ein Forstnerbohrer), sondern sägt nur einen Kreisring aus. Der innere Kern fällt heraus.
- Einsatz: Bohren von großen Durchmessern für Steckdosen (Hohlwanddosen, 68 mm Standard), Kabeldurchführungen in Schreibtischen oder Rohrdurchbrüche.
- Material:
- Bi-Metall: Für Holz, Kunststoffe und dünnes Metall/Gips.
- Hartmetall/Diamant: Für Fliesen und Mauerwerk.
Laser-Messgeräte
Moderne Laser haben Zollstock und Wasserwaage in vielen Bereichen abgelöst.
- Laser-Entfernungsmesser: Ein Handgerät, das einen roten oder grünen Punkt an die Wand projiziert und die Distanz millimetergenau misst. Viele Geräte können Flächen (m²) und Volumen (m³) direkt berechnen.
- Kreuzlinienlaser: Projiziert ein exaktes waagerechtes und senkrechtes Laserkreuz an die Wand. Unverzichtbar für Fliesenleger, beim Aufhängen von Hängeschränken oder im Trockenbau, um Ständerwerk lotrecht auszurichten.
- Rotationslaser: Für den Außenbereich (Tiefbau). Der Laser rotiert 360° und erzeugt eine Bezugsebene für das ganze Baufeld (z. B. beim Pflastern oder Fundamentgießen).
Lamellofräse (Flachdübelfräse)
Eine Spezialmaschine für den Möbelbau, benannt nach dem Schweizer Originalhersteller (Lamello).
- Funktion: Sie fräst einen kleinen, halbmondförmigen Schlitz in die Kante eines Holzbrettes. In diesen Schlitz wird ein flaches Plättchen aus gepresstem Buchenholz (der „Lamello“ oder Flachdübel) mit Leim eingesetzt.
- Vorteil: Im Gegensatz zu runden Holzdübeln erlaubt der Flachdübel beim Verleimen noch ein leichtes seitliches Verschieben, um die Bretter bündig auszurichten.
Laubsäge
Das klassische Einsteigerwerkzeug für die Holzbearbeitung, oft das erste Werkzeug, das Kinder benutzen.
- Aufbau: Ein sehr tiefer U-Bogen spannt ein hauchdünnes Sägeblatt.
- Zubehör: Das Laubsägetischchen (ein kleines Holzbrett mit V-Ausschnitt) dient als Auflage, um das Werkstück zu drehen, während die Säge vertikal bewegt wird.
- Einsatz: Feinste Kurvenschnitte in dünnem Sperrholz (Weihnachtsdeko, Schwibbögen, Modellbau).
Lackierpistole (Farbspritzpistole)
Ein Druckluftwerkzeug, um Lacke, Lasuren oder Farben zu zerstäuben und gleichmäßig aufzutragen.
- HVLP-Technik: Moderne Pistolen arbeiten meist nach dem High Volume Low Pressure-Prinzip. Das bedeutet: Viel Luftvolumen bei niedrigem Druck. Das reduziert den „Overspray“ (Sprühnebel, der daneben geht) drastisch und spart Lack.
- Airless-Gerät: Elektrische Pumpen, die Farbe ohne Luft, nur durch extremen Materialdruck (bis 200 bar) zerstäuben. Ideal für das schnelle Weißen ganzer Wohnungen (Wandfarbe).
Latthammer
Der spezielle Hammer der Zimmerleute und Dachdecker (siehe auch „Werkzeuge mit H“).
- Merkmal: Statt einer runden Finne hat er eine einseitige, spitze Klaue. Diese wird in schwere Balken („Pfetten“) geschlagen, um diese sicher heranzuziehen und zu positionieren. Oft ist eine Seite des Kopfes magnetisch, um Nägel über Kopf „vorzustechen“.
Lehre
Ein Oberbegriff für Prüfwerkzeuge, die kein Maß anzeigen (wie „5 mm“), sondern nur prüfen, ob ein Maß stimmt („Gut“ oder „Ausschuss“).
- Gewindelehre: Ein Fächer mit gezahnten Blechen, den man an ein Gewinde hält, um die Steigung zu ermitteln.
- Fühlerlehre: (Siehe „Werkzeuge mit F“).
- Radienlehre: Zum Prüfen von Innen- und Außenradien.
- Schweißnahtlehre: Zum Messen der Dicke einer Kehlnaht (A-Maß) im Stahlbau.
Locheisen (Henkellocheisen)
Ein Schlagwerkzeug zum Ausstanzen von runden Scheiben.
- Aufbau: Ein zylindrisches Stahlrohr, das unten scharf geschliffen ist.
- Anwendung: Man stellt es auf das Material und schlägt mit dem Hammer oben drauf. Ideal für Löcher in Leder (Gürtel), Gummi (Dichtungen selber machen) oder Planen (für Ösen).
Langbeckzange (Spitzzange / Telefonzange)
Eine Zange mit sehr langen, schmal zulaufenden Backen.
- Funktion: Greifen von kleinen Teilen an tiefliegenden oder engen Stellen (z. B. im Sicherungskasten oder Motorraum), wo eine Kombizange zu klobig wäre.
- Form: Es gibt sie gerade und um 45° oder 90° gebogen.
Leimzwinge
Kleine, starke Federklemmen, die aussehen wie überdimensionierte Wäscheklammern.
- Einsatz: Wenn beim Verleimen kleiner Teile der Druck einer großen Schraubzwinge zu stark wäre oder es schnell gehen muss. Ideal auch zum Fixieren von Abdeckplanen.
Linksdrall (Schraubenausdreher)
Ein „Notfallwerkzeug“, wenn der Kopf einer Schraube abgerissen ist.
- Funktionsweise: Man bohrt ein Loch in den verbliebenen Schraubenrest. Der Linksdrall hat ein konisches Linksgewinde. Dreht man ihn linksherum in das Loch, „frisst“ er sich fest und dreht (hoffentlich) den Schraubenrest heraus.
- Risiko: Bricht der harte Linksdrall im Loch ab, hat man ein noch größeres Problem, da er sich kaum ausbohren lässt.
