Fräse (Oberfräse)
Wenn Heimwerker von einer „Fräse“ sprechen, ist fast immer die Oberfräse gemeint. Sie ist das Schweizer Taschenmesser der Holzbearbeitung.
- Funktionsweise: Ein Fräskopf rotiert mit extrem hoher Geschwindigkeit (bis zu 30.000 U/min) und wird von oben in das Werkstück eingetaucht.
- Einsatzgebiete:
- Profilieren: Verzieren von Kanten (Abrunden, Fasen, Hohlkehlen).
- Nuten: Erstellen von Schlitzen für Verbindungen oder Rückwände.
- Schablonenfräsen: Kopieren von Formen.
- Weitere Varianten:
- Flachdübelfräse (Lamellofräse): Speziell zum Einfräsen von Schlitzen für Holzverbindungsplättchen.
- Tischfräse: Eine stationäre Maschine, bei der das Werkzeug feststeht und das Werkstück bewegt wird (Profi-Bereich).
Feile
Das Ur-Werkzeug der spanenden Formgebung. Eine Feile besteht aus einem gehärteten Stahlblatt, in das viele kleine Zähne („Hieb“) eingehauen sind.
- Der Hieb: Er bestimmt die Feinheit.
- Hieb 1 (Schruppfeile): Für groben Materialabtrag.
- Hieb 3 (Schlichtfeile): Für feine Oberflächen.
- Formen: Flachstumpf (gerade Flächen), Halbrund (Radien), Rund (Löcher erweitern) oder Dreikant (für Ecken/Winkel).
- Handhabung: Eine Feile arbeitet nur auf Stoß. Sie muss beim Vorwärtsschieben mit Druck geführt und beim Zurückziehen entlastet werden, um die Zähne nicht stumpf zu machen.
Forstnerbohrer
Ein spezieller Bohrer für die Holzbearbeitung, benannt nach seinem Erfinder Benjamin Forstner. Er unterscheidet sich optisch stark von normalen Spiralbohrern.
- Merkmal: Er hat eine kleine Zentrierspitze und zwei große Hauptschneiden außen, aber keine spiralförmige Nut zur Spanabfuhr.
- Einsatz: Bohren von großen Durchmessern (oft 15–50 mm) in Holz, die einen absolut flachen Boden haben müssen (Sacklöcher).
- Klassiker: Das Bohren von Aufnahmelöchern für Topfscharniere in Schranktüren (meist 35 mm Durchmesser).
- Nachteil: Da er Späne schlecht abtransportiert, muss er oft „gelüftet“ (kurz herausgezogen) werden, um Überhitzung zu vermeiden.
Fäustel
Ein schwerer Hammer mit einem kurzen Stiel und einem kompakten Kopf aus Stahl, der zwei flache Bahnen hat.
- Gewicht: Meist zwischen 1000g und 2000g.
- Einsatz: Er ist kein Hammer zum Einschlagen von Nägeln! Der Fäustel dient primär als Antriebswerkzeug für Meißel.
- Steinbearbeitung: Zusammen mit einem Meißel zum Spalten von Steinen oder Abschlagen von Putz.
- Metallbau: Um kräftige Schläge auf Körner oder Durchschläge auszuüben.
- Sicherheit: Da hier oft „Stahl auf Stahl“ geschlagen wird, müssen sowohl Fäustelbahn als auch Meißelkopf so vergütet sein, dass nichts absplittert (Splittergefahr für die Augen!).
Fuchsschwanz
Die bekannteste Handsäge für Holz in Europa. Der Name leitet sich von der Form des Sägeblattes ab, das breit beginnt und zur Spitze hin schmaler wird.
- Einsatz: Für schnelle, eher grobe Trennschnitte in Brettern, Bohlen oder Kanthölzern.
- Zahnung:
- Auf Stoß: Klassische deutsche Form.
- Auf Zug (Japanische Zahnung): Moderne Fuchsschwänze nutzen oft die aggressive, dünnere japanische Zahnung, die beim Ziehen schneidet und weniger Kraftaufwand erfordert.
Fühlerlehre (Fächerlehre)
Ein präzises Messwerkzeug, das meist aus einem Paket vieler dünner Stahlblechstreifen unterschiedlicher Dicke besteht, die wie ein Fächer zusammengefasst sind.
- Funktion: Man sucht den passenden Streifen (oder kombiniert mehrere), der gerade noch so in einen Spalt passt, um dessen Breite zu ermitteln.
- Einsatz:
- Messen des Elektrodenabstands bei Zündkerzen.
- Einstellen des Ventilspiels bei Motoren.
- Ausrichten von Maschinen im 3D-Druck (Bed-Leveling).
Fliesenschneider
Ein Spezialwerkzeug für Fliesenleger, das eigentlich nicht schneidet, sondern bricht.
- Funktionsweise: Ein hartes Rädchen (aus Hartmetall oder Diamant) wird mit Druck über die Glasur der Fliese gezogen und ritzt diese an („Sollbruchstelle“). Anschließend drückt eine Brechvorrichtung die Fliese genau entlang dieser Linie entzwei.
- Nassschneider: Für sehr harte Feinsteinzeug-Fliesen oder Naturstein gibt es elektrische Fliesenschneider, die wie eine Kreissäge mit Wasserkühlung funktionieren.
