Eine Renovierung beginnt selten mit dem ersten Spatenstich, sondern eher mit einer nüchternen Bestandaufnahme. Was kann ich selbst, wo brauche ich einen Profi? Diese Abwägung bestimmt nicht nur die Kosten, sondern auch, ob das Ergebnis hält, was es verspricht. Wer hier sorgfältig plant, vermeidet teure Nacharbeit und unnötige Wartezeiten.
Was Heimwerker mit dem richtigen Werkzeug selbst tun können
Eine Menge Renovierung kann in Eigenleistung erfolgen, wenn das Werkzeug stimmt und die handwerklichen Grundlagen vorhanden sind. Zu den klassischen Eigenleistungsbereichen gehören Malerarbeiten im Innenbereich, das Verlegen schwimmender Bodenbeläge wie Laminat oder Vinyl, das Aufstellen nicht tragender Trockenbautrennwände und kleinere Fliesenarbeiten in Küche oder Bad. Auf dienstleistungen24.de können Eigentümer und Mieter vor Ort verfügbare Handwerksbetriebe nach Gewerk auswählen und Preise vergleichen.
Das ist ein guter erster Schritt, um zu erkunden, welche Teilleistungen tatsächlich fremd vergeben werden müssen und welche sich in der Praxis selbst erledigen lassen. Wer mit Kappsäge, Winkelschleifer oder Kombihammer arbeitet, sollte diese Maschinen vor Gebrauch auf Wartungsstand und Sicherheitsfunktionen prüfen, insbesondere bei Mietmaschinen: Nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist der Betreiber (der Mieter) zur sicherheitstechnisch richtigen Nutzung verantwortlich. Zu den Pflichten gehört das Tragen der Schutzausrüstung entsprechend EN 166 (Augenschutz), EN 352 (Gehörschutz), EN 388 (Schutzhandschuhe) und nicht etwa eine Empfehlung.
Wo die Grenzen der Eigenleistung gesetzlich gezogen sind
Wo der Gesetzgeber die Grenzen der Eigenleistung zieht, ist häufig keiner der Handwerksgesellen gefragt, sondern die Behörde. Elektroinstallation: Arbeiten an der festen Hausinstallation, also das Verlegen von Leitungen, das Verändern von Unterverteilungen oder das Einrichten neuer Stromkreise, dürfen in Deutschland nur von zugelassenen Elektrofachkräften ausgeführt werden. Dies regelt die VDE 0100, ergänzt durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG § 49). Wer sich über diese Norm hinwegsetzt, dem wird im Schadensfall der volle Versicherungsschutz entzogen.
Gasinstallation: Das Verlegen, Verändern oder Instandsetzen von Gasleitungen ist konzessionierten Installateuren vorbehalten. Grundlage ist das DVGW-Arbeitsblatt G 600, das technische Mindestanforderungen für Gasinstallationen in Gebäuden definiert. Selbst das Umsetzen eines Gashahns ist ohne Fachfirma nicht möglich.
Tragende Bauteile: Wer eine Wand öffnen oder gar abreißen will, muss zunächst darüber klar werden, ob es sich um eine Tragwand handelt. Dies ist ohne Grundrissplan und statische Prüfung nicht möglich. Gemäß den Vorgaben der DIN 1045 und den verschiedenen Landesbauordnungen muss eine Genehmigung auch dann eingeholt werden, wenn ein Eingriff in die Statik des Gebäudes geplant ist.
In der Regel fordert dies die Baubehörde auch noch mit einer Bescheinigung eines in der Tragwerksplanung eingetragenen Ingenieurs oder Architekten.
Kosten und Zeitaufwand: Eigenleistung realistisch einschätzen
Was das kosten wird und welchen Zeitaufwand man realistisch einplanen muss, zeigt die folgende Übersicht.
Einsparungen durch Eigenleistungen ergeben sich oft nicht von selbst. Durch gründliche Kostenberechnung sind die Ersparnisse am ehesten zu finden.
Materialbedarf: Die Berechnung des Materialbedarfs sollte für Verschnitt, Fehlzuschnitte und Nachbestellungen für jeden Fall mindestens einen Puffer von 10 bis 15 Prozent über dem rechnerischen Bedarf enthalten. Bei Fliesen liegt der Puffer nach Herstellerangaben oft sogar zwischen 15 und 20 Prozent, je nach Verlegemuster.
Zeitfaktor: Fachleute verlegen Fliesen je nach Untergrund und Format (lt. Verbandsangaben des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes) ca. 10 bis 15 m² pro Arbeitstag, ein ungeübter Heimwerker kommt auf 2 bis 4 m² und muss für Vor- und Nacharbeiten entsprechend mehr Zeit ansetzen.
Werkzeugkosten: Wer für die einmalige Renovierung sich irgendwelches Spezialwerkzeug, z. B. einen Fliesenschneider oder eine Stichsäge mit Führungsschiene, kaufen will, sollte die Anschaffungspreise gegenrechnen. Bei kurzen Einsatzzeiten sind Mietgeräte oft billiger.
Die Praxis hat gezeigt, daß Mischkalkulationen die besten Ergebnisse bringen. Selbst Vorarbeiten, Demontage und einfache Nacharbeiten in Eigenleistungen, gewerbegebundene Facharbeiten mit Abnahmepflicht an spezialisierte Betriebe. Der, der sich Angebote verschaffen und die Leistungen trennen läßt, behält die Übersicht über Kosten und Qualität.
