
CNC-Bearbeitung in China bleibt 2026 für viele deutsche Unternehmen interessant, vor allem wenn Kosten, Kapazität und Lieferfähigkeit unter Druck stehen. Der reine Stückpreis sagt dabei aber wenig aus. Ein günstiges Angebot kann teuer werden, wenn Toleranzen unklar sind, Nacharbeit nötig wird oder Logistik, Zoll und Prüfung erst später eingerechnet werden.
Seit dem 1. Januar 2026 kommt ein Faktor dazu, den viele Kalkulationen noch nicht abbilden: der CO2-Grenzausgleich CBAM ist in die definitive Phase eingetreten und damit von einer reinen Berichtspflicht zu einer finanziellen Verpflichtung geworden. Wer CNC-Teile, Frästeile oder Drehteile in China fertigen lässt, sollte deshalb nicht nur nach dem niedrigsten Preis suchen, sondern die vollständigen Landed Costs kennen.
Entscheidend ist am Ende nicht das günstigste, sondern das vergleichbarste Angebot: mit klaren Angaben zu Material, Bearbeitung, Oberfläche, Prüfanforderungen und Lieferzeit. Genau daran scheitern die meisten internationalen Anfragen. Plattformen wie Haizol setzen hier an und stellen Angebote geprüfter chinesischer Fertigungsbetriebe in einem einheitlichen Format nebeneinander, sodass Einkaufsteams Preise, Lieferzeiten und Fertigungskapazitäten direkt gegenüberstellen können.
Kurzantwort: Was bestimmt CNC-Bearbeitungskosten?
CNC-Bearbeitungskosten entstehen aus Maschinenzeit, Material, Programmierung, Rüstaufwand, Werkzeugverschleiß, Toleranzen, Oberfläche, Prüfung und Logistik. Der Maschinenstundensatz ist wichtig, erklärt aber nicht allein den Endpreis. Zwei Teile mit gleichem Material können völlig unterschiedlich teuer sein, wenn Geometrie, Zugänglichkeit oder Toleranzen voneinander abweichen. Bei Importen aus China kommen Fracht, Zoll, mögliche Antidumpingzölle und seit 2026 CBAM hinzu.
Warum der niedrigste Stundensatz nicht automatisch günstiger ist
Viele Preisvergleiche beginnen mit der Frage: Was kostet eine Stunde CNC? Die Frage ist verständlich, aber zu kurz gedacht. Entscheidend ist nicht nur, wie viel eine Maschine pro Stunde kostet, sondern wie viele Stunden ein Bauteil tatsächlich benötigt.
Ein einfaches Aluminiumteil mit gut zugänglichen Flächen kann schnell gefertigt werden. Ein Edelstahlteil mit tiefen Taschen, engen Toleranzen und mehreren Aufspannungen braucht deutlich mehr Zeit. Dazu kommen CAM-Programmierung, Rüstung, Werkzeugverschleiß, Prüfung und mögliche Nachbearbeitung.
Gerade bei kleinen Stückzahlen fällt dieser Effekt stark auf. Ein Prototyp trägt die gesamten Programmier- und Rüstkosten allein. Bei 100 oder 500 Teilen verteilen sich diese Fixkosten auf mehr Einheiten, wodurch der Stückpreis deutlich sinken kann.
Wie sich ein Maschinenstundensatz tatsächlich zusammensetzt
Wer Angebote fachlich hinterfragen will, sollte wissen, was hinter dem Stundensatz steckt. In der klassischen deutschen Kalkulation nach VDI 3258 beziehungsweise im Betriebsabrechnungsbogen setzt er sich aus mehreren maschinenbezogenen Kostenblöcken zusammen:
- kalkulatorische Abschreibung der Maschine
- kalkulatorische Zinsen auf das gebundene Kapital
- Raumkosten für die Stellfläche
- Energiekosten
- Instandhaltung und Wartung
- je nach Modell Werkzeug- und Vorrichtungskosten
Diese Summe wird durch die geplanten Nutzungsstunden pro Jahr geteilt. Der Bedienerlohn läuft dabei je nach Kalkulationsmodell entweder separat oder über einen Restgemeinkostenzuschlag. Wichtig ist die Auslastungsannahme: dieselbe Maschine hat bei 1.200 geplanten Jahresstunden einen deutlich höheren Stundensatz als bei 3.000. Ein niedriger Stundensatz kann also schlicht bedeuten, dass ein Betrieb gut ausgelastet ist, und nicht, dass er billiger arbeitet.
Für den Angebotspreis kommen zum Stundensatz noch Material, Programmierung, Rüstzeit, Prüfung, Oberflächenbehandlung, Verpackung und Logistik hinzu.
Die wichtigsten Kostentreiber bei CNC-Bearbeitung
| Faktor | Warum er den Preis beeinflusst |
|---|---|
| Material | Aluminium ist meist einfacher zu bearbeiten als Edelstahl, Titan oder Inconel |
| Geometrie | Tiefe Taschen, dünne Wände und schwer zugängliche Flächen erhöhen die Bearbeitungszeit |
| Toleranzen | Enge Toleranzen bedeuten langsamere Bearbeitung, mehr Kontrolle und höhere Prüfkosten |
| Stückzahl | Größere Mengen verteilen Rüst- und Programmierkosten auf mehr Teile |
| Oberfläche | Eloxieren, Härten, Polieren oder Beschichten erhöhen Aufwand und Abstimmung |
| Prüfung | Messprotokolle, CMM-Berichte oder Erstmusterprüfberichte müssen früh eingeplant werden |
| Lieferzeit | Expressaufträge können Planung, Produktion und Versand verteuern |
| Logistik | Verpackung, Fracht, Zoll, Antidumpingzölle und CBAM gehören in die Gesamtkalkulation |
Wie man CNC-Fräskosten realistischer einschätzt
Bei CNC-Frästeilen zählt vor allem, wie leicht das Werkzeug alle relevanten Flächen erreicht. Tiefe Taschen, kleine Radien, dünne Wände, viele Gewinde und enge Form- oder Lagetoleranzen erhöhen den Aufwand. Auch die Zahl der Aufspannungen ist entscheidend: Muss ein Teil mehrfach umgespannt werden, steigen Rüstzeit und Fehleranfälligkeit.
Für Einkaufsteams ist es deshalb sinnvoll, nicht nur einen Zielpreis anzufragen. Besser sind mehrere Mengenstaffeln, zum Beispiel 10, 50, 100 und 500 Stück. So wird sichtbar, wie stark Rüst- und Programmierkosten den Stückpreis beeinflussen und ab welcher Menge sich ein Umstieg auf ein anderes Fertigungsverfahren lohnt.
Toleranzen: der teuerste Posten auf der Zeichnung
Kaum ein Faktor treibt die Kosten so unbemerkt wie eine zu enge Allgemeintoleranz. Viele Zeichnungen tragen pauschal ISO 2768-f, obwohl ISO 2768-m für den größten Teil der Geometrie völlig ausreichen würde. Die Folge sind langsamere Schnittwerte, zusätzliche Messschritte und höhere Ausschussquoten, ohne dass die Funktion des Bauteils davon profitiert.
Als Orientierung: In der Serienzerspanung sind Toleranzen um ±0,05 mm ein üblicher Standard, während ±0,01 mm und enger dem Bereich der Präzisionsfertigung zuzurechnen sind und entsprechend höhere Anforderungen an Maschine, Klimatisierung und Messtechnik stellen. Die tatsächlich erreichbare Toleranz hängt immer von Bauteilgeometrie, Werkstoff und Ausstattung des Fertigers ab.
Die praktische Empfehlung: Allgemeintoleranz bewusst großzügig wählen und nur die wirklich funktionsrelevanten Maße eng tolerieren, diese dafür klar als kritische Maße kennzeichnen. Das senkt Fertigungs- und Prüfkosten spürbar und macht Angebote gleichzeitig besser vergleichbar.
Landed Cost: Fracht, Zoll, CBAM und Antidumping
Der Stückpreis ab Werk ist nur der Anfang. Vier Positionen entscheiden darüber, ob der Preisvorteil am Ende noch da ist.
Zoll und Einfuhrumsatzsteuer
Beides wird häufig in einen Topf geworfen, gehört aber getrennt betrachtet. Der Zollsatz auf zerspante Teile fällt je nach Warennummer unterschiedlich aus und ist ein echter Kostenfaktor. Die Einfuhrumsatzsteuer dagegen ist für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen kein Kostenfaktor, sondern eine reine Liquiditätsfrage. Sie belastet den Cashflow, nicht die Marge.
CBAM seit dem 1. Januar 2026
Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus ist mit dem Jahreswechsel in die definitive Phase eingetreten. Aus der Berichtspflicht der Übergangsphase ist eine finanzielle Verpflichtung geworden. Drei Punkte sind für Einkaufsteams relevant:
Bagatellgrenze. Durch die Omnibus-Vereinfachung (Verordnung (EU) 2025/2083) gilt eine einheitliche mengenbasierte Schwelle von 50 Tonnen pro Importeur und Kalenderjahr, kumuliert über Zement, Dünger, Eisen und Stahl sowie Aluminium. Wer darunter bleibt, ist von Autorisierung, Berichtspflicht und Zertifikatsabgabe befreit. Für Strom und Wasserstoff gilt die Ausnahme nicht.
Fristen. Oberhalb der Schwelle darf nur noch einführen, wer den Status als zugelassener CBAM-Anmelder besitzt oder rechtzeitig beantragt hat. Zertifikate werden ab Februar 2027 verkauft, die erste Jahreserklärung für Importe des Jahres 2026 ist zum 30. September 2027 fällig. Die Kosten des laufenden Jahres laufen also bereits auf, auch wenn 2026 selbst noch keine Zertifikate gekauft werden.
Entscheidend ist die Warennummer, nicht der Werkstoff. Steht die beim Import verwendete KN nicht in Anhang I der CBAM-Verordnung, fällt die Ware nicht unter CBAM, unabhängig davon, wie viel Aluminium oder Stahl enthalten ist. Aus Kapitel 76 sind unter anderem 7601, 7603 bis 7614 und 7616 erfasst, aus Kapitel 73 unter anderem 7318 und 7326. Zerspante Aluminiumteile landen häufig unter 7616, Stahlteile unter 7326 und sind damit im Anwendungsbereich. Klassische Maschinenbauteile der Kapitel 84 und 85 sind derzeit nicht erfasst, eine Ausweitung auf weiterverarbeitete Produkte mit hohem Metallanteil aus den Kapiteln 82, 84, 85, 87 und 90 ist frühestens zum 1. Januar 2028 vorgesehen.
Praktische Konsequenz: Die Warennummer sollte bereits in der Anfragephase geklärt werden, nicht erst bei der Zollanmeldung.
Antidumpingzölle
Der am häufigsten übersehene Posten. Auf Aluminiumstrangpresserzeugnisse mit Ursprung China gelten Antidumpingzölle nach der Durchführungsverordnung (EU) 2021/546 von 32,1 Prozent für alle übrigen Unternehmen, 22,1 Prozent für kooperierende Hersteller und unternehmensspezifischen Sätzen zwischen 21,2 und 25 Prozent bei Vorlage einer gültigen Handelsrechnung. Die Kommission hat im März 2026 eine Auslaufüberprüfung eingeleitet, während der die Maßnahmen weiter gelten.
Betroffen sind Stangen, Profile und Rohre, nicht zusammengesetzt, auch zu Konstruktionszwecken vorgearbeitet, also zum Beispiel auf Länge zugeschnitten, gebohrt, gebogen, abgeschrägt oder mit Gewinde versehen. Ein vollständig zerspantes Funktionsteil fällt in der Regel nicht darunter, ein nur leicht bearbeitetes Profil dagegen schon. Da ein Zuschlag in dieser Größenordnung jeden Preisvorteil aufhebt, gehört die zolltarifliche Einreihung vor die Bestellung, nicht danach.
Fracht und Lieferzeit
Seefracht von China nach Nordeuropa liegt üblicherweise bei rund 30 bis 45 Tagen reiner Transportzeit, zuzüglich Verzollung und Vor- sowie Nachlauf. Luftfracht bewegt sich bei etwa 5 bis 10 Tagen, kostet aber ein Vielfaches und lohnt sich meist nur bei kleinen, hochwertigen Teilen oder echtem Termindruck. Wer die Frachtart erst nach der Angebotsphase festlegt, verschiebt eine relevante Kostenentscheidung ans Ende des Prozesses.
Wann CNC-Fertigung in China besonders sinnvoll ist
China kann besonders interessant sein, wenn Bauteile sauber spezifiziert sind und mehrere Angebote miteinander verglichen werden sollen. Das gilt zum Beispiel für Aluminiumgehäuse, Präzisionsplatten, Halterungen, Drehteile, Vorrichtungsteile oder wiederkehrende Kleinserien.
Das verbreitete Bild, China eigne sich nur für Großserien, entspricht dabei nicht mehr der Praxis. Nach Plattformdaten aus dem China CNC Machining Industry Report 2026 von Haizol entfielen 43,3 Prozent aller ausgewerteten Anfragen auf Prototypenmengen von einem bis fünf Stück und 63,3 Prozent der Nachfrage auf Aufträge mit maximal 50 Stück. Der Median von der Anfrage bis zum ersten Lieferantenangebot lag bei 0,95 Stunden, 90 Prozent der Anfragenden erhielten ihr erstes Angebot innerhalb von sechs Stunden. Räumlich ist die Kapazität stark konzentriert: Jiangsu (30,3 Prozent), Guangdong (28,9 Prozent) und Zhejiang (23,0 Prozent) stellen zusammen 82,2 Prozent der chinesischen CNC-Kapazität.
Der Vorteil liegt also nicht nur im Fertigungspreis, sondern auch in verfügbarer Kapazität und Reaktionsgeschwindigkeit. Während lokale CNC-Betriebe in Europa bei komplexen Teilen oder kleinen Serien lange Vorlaufzeiten haben können, bieten internationale Fertigungsnetzwerke zusätzliche Optionen.
Sinnvoll ist China vor allem dann, wenn CAD-Daten, Material, Toleranzen und Qualitätsanforderungen klar vorliegen. Je weniger Rückfragen nötig sind, desto besser lassen sich Angebote vergleichen.
Wann lokale Fertigung besser sein kann
China ist nicht für jedes Projekt die beste Wahl. Bei sehr dringenden Ersatzteilen, laufenden Konstruktionsänderungen oder Bauteilen mit hoher Abstimmungsintensität kann ein lokaler CNC-Betrieb praktischer sein.
Auch bei unklaren Spezifikationen ist Nähe oft ein Vorteil. Wenn Konstruktion, Einkauf und Fertigung noch gemeinsam an Details arbeiten müssen, spart direkte Kommunikation häufig mehr Zeit als ein günstigerer Stückpreis.
Die beste Entscheidung hängt daher nicht nur vom Land ab, sondern vom Projektstatus. Ist das Teil fertig konstruiert und sauber dokumentiert, kann internationale Fertigung gut funktionieren. Ist das Teil noch in Entwicklung, ist lokale Abstimmung oft wertvoller.
Qualitätssicherung und Dokumentation früh festlegen
Prüfumfang und Dokumentation sind kein Nachtrag, sondern Teil der Kalkulation. Wer sie erst nach Auftragserteilung fordert, zahlt drauf oder bekommt sie gar nicht.
Sinnvoll ist es, bereits im RFQ zu benennen:
- Erstmusterprüfbericht, üblicherweise nach VDA Band 2 im deutschen Automotive-Umfeld oder nach PPAP bei US-geprägten Lieferketten
- Messprotokoll für die kritischen Maße, bei Bedarf als CMM-Bericht
- Werkstoffzeugnis, in der Regel nach EN 10204, meist 3.1
- Prüfumfang für die Serie, zum Beispiel Stichprobenprüfung nach AQL mit festgelegtem Niveau
- Umgang mit Abweichungen: Wer entscheidet über Sonderfreigaben, und wer trägt die Kosten für Nacharbeit und Ersatzlieferung
Gerade der letzte Punkt ist bei langen Transportwegen entscheidend. Eine Reklamation, die 40 Tage Seeweg zurücklegen muss, ist teurer als der ursprüngliche Preisvorteil.
IP-Schutz und Vertraulichkeit
Für viele deutsche Einkaufsteams ist der Schutz der Konstruktionsdaten der Haupteinwand gegen internationale Fertigung. Er lässt sich nicht vollständig eliminieren, aber deutlich reduzieren:
- NDA vor der Übermittlung vollständiger CAD-Daten, idealisiert mit Gerichtsstand und anwendbarem Recht klar geregelt
- Für die erste Angebotsphase reduzierte Datensätze übermitteln, etwa vereinfachte Geometrie ohne funktionskritische Details
- Baugruppen aufteilen und nicht das gesamte Produkt bei einem einzigen Fertiger anfragen
- Werkzeug- und Vorrichtungseigentum vertraglich eindeutig zuordnen
- Nur mit Fertigern arbeiten, deren Unternehmensdaten, Zertifikate und Maschinenpark tatsächlich überprüft wurden
Plattformen mit Lieferantenverifizierung und integriertem NDA-Prozess nehmen einen Teil dieser Arbeit ab, ersetzen aber keine eigene Risikobewertung.
Wie Einkaufsteams bessere CNC-Angebote erhalten
Ein gutes Angebot beginnt mit einer guten Anfrage. Je genauer die technischen Informationen sind, desto weniger Spielraum bleibt für Missverständnisse.
Für ein belastbares CNC-RFQ sollten folgende Informationen vorliegen:
- 3D-CAD-Datei, idealerweise STEP oder native CAD-Daten
- 2D-Zeichnung mit kritischen Maßen und Toleranzen
- Materialangabe inklusive Norm oder exakter Legierung
- gewünschte Stückzahl und alternative Mengenstaffeln
- Angaben zu Oberfläche, Wärmebehandlung oder Beschichtung
- Prüfanforderungen, Zertifikate und Dokumentation
- Zieltermin, Lieferadresse und gewünschte Incoterms
- Hinweise zu Funktionsflächen oder kritischen Bereichen
- voraussichtliche Warennummer für die Zoll- und CBAM-Prüfung
Liegen diese Punkte vollständig vor, lässt sich dieselbe Anfrage ohne Zusatzaufwand an mehrere Fertiger gleichzeitig geben. Über Haizol geht das aus einer Oberfläche heraus, inklusive NDA-Prozess und zentraler Kommunikation. Die Vergleichsarbeit sinkt dadurch erheblich, die saubere technische Vorbereitung der Anfrage ersetzt das aber nicht.
Typische Fehler bei internationalen CNC-RFQs
Viele Mehrkosten entstehen nicht durch einen schlechten Fertiger, sondern durch unklare Anforderungen. Häufig fehlen Materialnormen, Oberflächenangaben, Prüfdetails oder Informationen zur späteren Verwendung des Bauteils.
Auch nachträgliche Änderungen sind ein Kostentreiber. Wenn nach der Angebotsphase Gewinde, Beschichtungen oder Messberichte ergänzt werden, muss der Fertiger neu kalkulieren. Das kostet Zeit und kann den Preis verändern.
Der dritte Klassiker ist der Vergleich von Ab-Werk-Preisen mit lokalen Frei-Haus-Preisen. Solange Fracht, Verzollung, mögliche Antidumpingzölle und CBAM nicht eingerechnet sind, vergleicht man zwei unterschiedliche Dinge.
Eine einfache Regel hilft: Alles, was später zur Abnahme oder zur Einfuhr des Bauteils wichtig ist, gehört bereits in die Anfrage.
China oder lokale CNC-Fertigung?
| Szenario | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Prototyp mit vollständiger Zeichnung, Termin unkritisch | China | Kurze Angebotszeiten, wettbewerbsfähige Preise auch bei 1 bis 5 Stück |
| Prototyp mit Termin unter zwei Wochen | Lokal | Transportzeit dominiert den Zeitplan, Luftfracht frisst den Preisvorteil |
| Kleinserie 50 bis 500 Teile, sauber spezifiziert | China | Fixkostendegression wirkt, Seefracht planbar |
| Sehr kurzfristiges Ersatzteil | Lokal | Verfügbarkeit schlägt Stückpreis |
| Teil mit laufenden Konstruktionsänderungen | Lokal | Jede Änderung erzeugt eine neue Angebotsrunde |
| Wiederkehrende Serie mit stabiler Zeichnung | China | Programmier- und Rüstkosten fallen nur einmal an |
| Wiederkehrende Serie mit engen Freigabeprozessen | Lokal | Audits, Sonderfreigaben und Lieferantenentwicklung vor Ort einfacher |
| Unklare technische Anforderungen | Lokal | Abstimmungsaufwand übersteigt den Preisvorteil |
| Bauteil aus Aluminiumprofil mit geringer Bearbeitung | Prüfen | Antidumpingzoll kann den Preisvorteil vollständig aufheben |
Fazit
CNC-Bearbeitungskosten in China lassen sich 2026 nur realistisch bewerten, wenn Einkaufsteams den gesamten Kostenaufbau betrachten. Der Maschinenstundensatz ist wichtig, aber nicht allein entscheidend. Material, Geometrie, Toleranzen, Rüstzeit, Prüfung und Oberfläche bestimmen den Fertigungspreis. Fracht, Zoll, Antidumpingmaßnahmen und seit Januar 2026 auch CBAM bestimmen, was davon am Ende in der Kalkulation übrig bleibt.
Wer CAD-Daten sauber vorbereitet, realistische Toleranzen vergibt, mehrere Mengenstaffeln anfragt, Prüfanforderungen früh benennt und die Warennummer vorab klärt, erhält vergleichbarere Angebote und weniger Überraschungen. China ist dann besonders bei Prototypen, Kleinserien und wiederkehrenden CNC-Teilen ein wirtschaftlicher Beschaffungsweg. Bei unklaren Anforderungen, extrem kurzen Fristen oder intensiver Vor-Ort-Abstimmung bleibt lokale Fertigung die bessere Wahl.
FAQ
Was beeinflusst CNC-Bearbeitungskosten am stärksten? Die größten Faktoren sind Material, Geometrie, Toleranzen, Maschinenzeit, Rüstaufwand und Stückzahl. Besonders enge Toleranzen und schwer zugängliche Geometrien erhöhen den Preis. Bei Importen kommen Fracht, Zoll und mögliche Antidumpingzölle hinzu.
Wie berechnet man einen Maschinenstundensatz? Der Maschinenstundensatz ergibt sich aus den maschinenbezogenen Kosten, also kalkulatorischer Abschreibung, kalkulatorischen Zinsen, Raum-, Energie- und Instandhaltungskosten, geteilt durch die geplanten Nutzungsstunden pro Jahr. Der Bedienerlohn wird je nach Modell separat oder über einen Restgemeinkostenzuschlag berücksichtigt. Für den Angebotspreis kommen Material, Programmierung, Rüstzeit, Werkzeugkosten, Prüfung, Oberfläche und Logistik dazu.
Was kostet eine Stunde CNC? Es gibt keinen universellen Stundensatz. Der Preis hängt von Maschinentyp, Achsenzahl, Land, Auslastung und Qualitätsanforderung ab. Eine 5-Achs-Maschine mit klimatisierter Halle und Messraum kostet ein Vielfaches einer einfachen 3-Achs-Fräse. Aussagekräftiger ist deshalb der Gesamtpreis pro Bauteil bei definierter Stückzahl. Wer trotzdem vergleichen will, sollte den Stundensatz immer zusammen mit der zugrunde gelegten Jahresauslastung erfragen.
Wie teuer ist CNC-Fräsen? CNC-Fräsen wird teurer, wenn das Teil schwer zugängliche Flächen, tiefe Taschen, kleine Radien, enge Toleranzen oder mehrere Aufspannungen benötigt. Ein einfaches Aluminiumteil ist daher meist deutlich günstiger als ein komplexes Edelstahl- oder Titanteil.
Welche Toleranzen sind bei CNC-Bearbeitung üblich? In der Serienzerspanung sind Toleranzen um ±0,05 mm ein gängiger Standard, ±0,01 mm und enger gehören in den Bereich der Präzisionsfertigung mit entsprechend höherem Aufwand. Als Allgemeintoleranz reicht in vielen Fällen ISO 2768-m aus. Nur wirklich funktionsrelevante Maße sollten enger toleriert werden.
Fällt CNC-Bearbeitung aus China unter CBAM? Das hängt von der Warennummer ab, nicht vom Werkstoff. Erfasst sind unter anderem die Positionen 7601, 7603 bis 7614 und 7616 aus Kapitel 76 sowie 7318 und 7326 aus Kapitel 73. Zerspante Aluminium- und Stahlteile landen häufig in diesen Positionen. Steht die verwendete KN nicht in Anhang I der CBAM-Verordnung, fällt die Ware nicht darunter. Unterhalb von 50 Tonnen kumulierter Jahresmenge pro Importeur besteht ohnehin eine Befreiung.
Gibt es Antidumpingzölle auf CNC-Teile aus China? Auf Aluminiumstrangpresserzeugnisse aus China bestehen Antidumpingzölle zwischen 21,2 und 32,1 Prozent. Betroffen sind Stangen, Profile und Rohre, auch wenn sie zu Konstruktionszwecken vorgearbeitet sind. Vollständig zerspante Funktionsteile fallen in der Regel nicht darunter. Die zolltarifliche Einreihung sollte vor der Bestellung geklärt werden.
Ist CNC-Bearbeitung in China immer günstiger? Nein. China ist häufig günstiger bei klar spezifizierten Teilen und sinnvollen Stückzahlen. Bei Expressaufträgen, unklaren Zeichnungen, sehr kleinen Einzelteilen oder Bauteilen mit Antidumpingrisiko kann lokale Fertigung wirtschaftlicher sein.
Welche Daten braucht ein CNC-Betrieb für ein gutes Angebot? Wichtig sind CAD-Dateien, technische Zeichnungen, Materialangaben, Stückzahlen, Oberflächenanforderungen, Toleranzen, Prüfanforderungen, Incoterms und Lieferdetails.
Warum sollte man mehrere Mengenstaffeln anfragen? Weil Rüst- und Programmierkosten Fixkosten sind. Der Stückpreis kann deutlich sinken, wenn dieselben Kosten auf 50, 100 oder 500 Teile verteilt werden.
Wie schützt man Konstruktionsdaten bei internationaler Fertigung? Durch ein NDA vor Übermittlung vollständiger CAD-Daten, reduzierte Datensätze in der Angebotsphase, Aufteilung von Baugruppen auf mehrere Fertiger, klare vertragliche Zuordnung von Werkzeugen und Vorrichtungen sowie die Auswahl geprüfter Lieferanten.
Welche Fehler machen Einkaufsteams bei CNC-RFQs häufig? Häufig fehlen klare Toleranzen, Materialnormen, Oberflächenangaben oder Prüfanforderungen. Ein weiterer Klassiker ist der Vergleich von Ab-Werk-Preisen mit lokalen Frei-Haus-Preisen, ohne Fracht, Zoll und CBAM einzurechnen.
