Ein Stahlträger soll aufs Hallendach, eine Maschine in den ersten Stock, ein Transformator vom Tieflader an seinen Platz. Sobald Lasten zu schwer für Stapler oder Muskelkraft werden, führt kaum ein Weg am Kran vorbei. Nur: Lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Autokrans, oder ist Mieten die klügere Wahl?
Für die meisten Betriebe lautet die Antwort: mieten. Ein Mobilkran kostet schnell mehrere Hunderttausend Euro, dazu kommen Wartung, Stellplatz und ausgebildetes Personal. Dieser Ratgeber zeigt, wann sich eine Kranvermietung rechnet, welcher Krantyp zu welchem Einsatz passt und worauf es bei der Auswahl ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Für gelegentliche Hübe ist das Mieten eines Autokrans samt Kranführer:innen fast immer günstiger als der Kauf, weil Wartung, Stellplatz und Personal entfallen.
- Traglast und Ausladung bestimmen gemeinsam, welcher Kran eine Last sicher hebt; ein Blick auf beide Werte vor der Buchung erspart teure Fehlplanungen.
- Übergroße oder besonders schwere Lasten brauchen Genehmigungen und oft eine Transportbegleitung, weshalb ein Anbieter mit eigener Schwertransport-Erfahrung Zeit spart.
Wann sich das Mieten eines Autokrans lohnt
Ein eigener Kran rechnet sich erst bei sehr hoher Auslastung. Steht das Gerät die meiste Zeit still, binden Anschaffung und Unterhalt unnötig Kapital. Wer dagegen nur projektweise hebt, etwa bei einer Industrieverlagerung oder einer Stahlbaumontage, zahlt beim Mieten nur für die tatsächliche Einsatzzeit.
Hinzu kommt das Personal. Einen Autokran darf nicht jede Person bedienen, es braucht geschulte Kranführer:innen. Bei einer Vermietung kommt diese Fachkraft in der Regel mit. Für Bau- und Industrieprojekte in Nordrhein-Westfalen bietet sich zum Beispiel die Vermietung von Autokranen in NRW an, bei der Kran, Technik und Bedienung aus einer Hand kommen.
Welcher Krantyp passt zu welchem Einsatz?
Kran ist nicht gleich Kran. Je nach Last, Höhe und Untergrund kommen unterschiedliche Bauformen infrage:
- Autokran (Mobilkran auf Lkw-Fahrgestell): fährt auf eigener Achse zur Baustelle, fährt die Stützen aus und ist in kurzer Zeit einsatzbereit. Der Allrounder für kurzfristige Hübe.
- Ladekran (Knickarmkran am Lkw): sitzt direkt auf dem Transportfahrzeug und lädt seine Fracht selbst ab, ideal für Baustoffe oder Fertigteile.
- Faltkran: ein zusammenklappbarer Knickarmkran, der wenig Platz braucht und sich für beengte Innenstadtlagen eignet.
- Raupenkran: steht auf Ketten statt Rädern, hebt enorme Lasten und arbeitet auch auf weichem Boden, etwa im Hallenbau oder bei Großmontagen.
Ein praktischer Anhaltspunkt: Je enger die Platzverhältnisse, desto wichtiger werden kompakte Bauformen wie Falt- oder Hallenspezialkrane.
Traglast und Ausladung: worauf es bei der Auswahl ankommt
Zwei Werte entscheiden über die Eignung eines Krans. Die Traglast gibt an, wie viel Gewicht er maximal heben kann. Die Ausladung beschreibt, wie weit der Ausleger dabei horizontal reicht. Der Haken dabei: Beide hängen zusammen. Je weiter die Last vom Kran entfernt liegt, desto geringer wird die mögliche Traglast.
Ein Beispiel macht das greifbar. Ein Kran, der direkt neben sich zehn Tonnen stemmt, hebt auf 20 Meter Ausladung vielleicht nur noch zwei. Deshalb zählt bei der Planung nicht allein das Gewicht, sondern auch die Frage, wie nah der Kran an die Last heranfährt. Wie sieht der Untergrund aus, und bleibt genug Platz für die Abstützung, also die ausfahrbaren Stützen für die Standsicherheit? Solche Details klärt ein erfahrener Anbieter vorab.
Schwertransport und Genehmigungen nicht unterschätzen
Manche Bauteile sind so groß, dass schon ihr Transport zur Baustelle zur eigenen Aufgabe wird. Überschreiten Ladung oder Fahrzeug die zulässigen Maße, handelt es sich um einen Großraum- und Schwertransport (GST), der genehmigungspflichtig ist. Dazu kommen häufig eine Transportbegleitung und Auflagen zur Verkehrssicherung.
Wie aufwendig dieses Verfahren ist, zeigt eine Zahl aus der Praxis. Allein bei der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gingen 2025 rund 137.500 Anträge für solche Transporte ein. Ein Anbieter, der Kran und Schwertransport samt Genehmigungen abdeckt, nimmt Bauleitung und Disposition also eine Menge Papierkram ab.
Regionale Nähe zahlt sich aus
Ein oft unterschätzter Kostenfaktor ist die Anfahrt. Je weiter der Kran anrollt, desto teurer wird der Einsatz. Ein Anbieter aus der Region liefert nicht nur schneller, sondern meist auch günstiger. Praktisch ist zudem eine feste Ansprechperson statt einer Warteschleife, gerade wenn ein Projekt kurzfristig anläuft oder sich der Zeitplan verschiebt.
