Winkelschleifer (Flex)
Umgangssprachlich fast immer „Flex“ genannt (nach der Marke, die ihn erfunden hat). Es ist ein hochtouriges Elektrowerkzeug für Metall und Stein.
- Funktionsweise: Eine Scheibe rotiert im 90°-Winkel zum Motor mit extrem hoher Geschwindigkeit (ca. 11.000 U/min bei kleinen Geräten).
- Größen:
- 125 mm (Einhand-Winkelschleifer): Der Standard für die Werkstatt. Handlich und vielseitig.
- 230 mm (Zweihand-Winkelschleifer): Das schwere Gerät für den Tiefbau, um dicke Stahlträger oder Gehwegplatten zu trennen.
- Einsatz:
- Trennen: Mit dünnen Trennscheiben (Metall/Stein).
- Schruppen: Mit dicken Schruppscheiben zum Glätten von Schweißnähten.
- Schleifen/Entrosten: Mit Fächerschleifscheiben oder Drahtbürsten-Aufsätzen.
- Sicherheit: Der Winkelschleifer verursacht die meisten schweren Unfälle. Schutzbrille (besser: Visier), Gehörschutz und schwer entflammbare Kleidung sind Pflicht. Niemals ohne Schutzhaube arbeiten!
Wasserwaage
Das unverzichtbare Prüfwerkzeug, um Gegenstände exakt vertikal („im Lot“) oder horizontal („im Wasser“) auszurichten.
- Funktionsweise: In einem starren Profil (Aluminium/Holz) sind kleine Röhrchen mit Flüssigkeit (Libellen) eingelassen. In der Flüssigkeit schwimmt eine Luftblase. Befindet sich die Blase exakt zwischen den zwei Markierungsstrichen, ist das Objekt gerade.
- Qualität: Gute Wasserwaagen sind auch dann noch genau, wenn man sie umdreht (Umschlagmessung).
- Varianten:
- Digitale Wasserwaage: Zeigt die Neigung zusätzlich in Grad oder Prozent auf einem Display an (und piept bei 0°).
- Schlauchwasserwaage: Zwei durchsichtige Röhrchen, verbunden durch einen langen Wasserschlauch. Nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren steht das Wasser in beiden Röhrchen immer gleich hoch – ideal, um Höhen über mehrere Räume oder um Ecken herum zu übertragen (wird heute oft durch den Rotationslaser ersetzt).
Wasserpumpenzange
Die am weitesten verbreitete Zange in Haushalten, oft fälschlicherweise „Rohrzange“ genannt (siehe Unterschied unter R).
- Merkmal: Sie hat ein verstellbares Gleitgelenk (Rillengelenk), um die Maulweite anzupassen.
- Einsatz: Greifen von Rohren, Muffen, Muttern und Flachmaterial.
- Unterschied zur Rohrzange: Die Wasserpumpenzange hält nicht von selbst. Man muss die Griffe aktiv zusammendrücken, um das Werkstück festzuhalten (Kraftschluss).
Wagenheber
Ein Hebewerkzeug, um Fahrzeuge oder Lasten anzuheben.
- Rangierwagenheber: Der Klassiker in der Werkstatt. Ein hydraulischer Arm auf Rollen, der bequem unter das Auto geschoben und per Pumpstange hochgehoben wird.
- Scherenwagenheber: Das mechanische Notfallwerkzeug im Kofferraum. Wird per Kurbel auseinandergedrückt. Sehr wackelig, nur für den Pannenfall gedacht.
- Stempelwagenheber: Ein hydraulischer Zylinder, der senkrecht nach oben fährt. Enorme Kraft (für LKW/Traktoren), aber braucht eine hohe Bodenfreiheit, um überhaupt drunterzupassen.
- Wichtig: Nie unter einem Auto arbeiten, das nur auf dem Heber steht! Immer Unterstellböcke (siehe U) nutzen.
Windeisen
Das Halte- und Antriebswerkzeug für Gewindebohrer.
- Aufbau: Ein verstellbarer Stahlhalter mit zwei Griffen. In der Mitte werden die Vierkant-Schäfte der Gewindebohrer eingespannt.
- Funktion: Es erlaubt das gefühlvolle, manuelle Schneiden von Innengewinden. Durch die zwei langen Griffe kann man das Werkzeug exakt senkrecht halten und das Drehmoment dosieren, damit der harte, aber spröde Gewindebohrer nicht abbricht.
Winkel (Anschlagwinkel / Schlosserwinkel)
Das wichtigste Prüfwerkzeug für den 90°-Winkel.
- Aufbau: Zwei Schenkel aus Stahl (einer oft dicker als Anschlag), die exakt im rechten Winkel stehen.
- Anschlagwinkel: Hat eine „Kante“ (Anschlag), die man an die Seite des Werkstücks anlegen kann, um einen Riss (Strich) im 90°-Winkel zu ziehen.
- Haarwinkel: Ein extrem präziser Prüfwinkel ohne Anschlag. Die Kanten sind messerscharf geschliffen („Haarlineal“). Hält man ihn gegen das Licht auf ein Werkstück, sieht man selbst den kleinsten Lichtspalt, wenn der Winkel nicht stimmt.
Werkstattwagen
Die mobile Kommandozentrale in der KFZ-Werkstatt.
- Funktion: Ein stabiler Schrank auf Rollen mit vielen Schubladen.
- Vorteil: Jedes Werkzeug hat seinen festen Platz in Schaumstoffeinlagen. Das verhindert Suchen und zeigt sofort, ob am Ende des Tages ein Werkzeug fehlt (was im Motorraum vergessen worden sein könnte!).
Winkelschrauber (Winkelgetriebe)
Ein Problemlöser für den Akkuschrauber.
- Problem: Man muss eine Schraube eindrehen, aber der Akkuschrauber ist zu lang und passt nicht in die Lücke (z. B. im Schrank oder Motor).
- Lösung: Der Winkelschrauber ist ein kleiner Vorsatz, der die Drehung um 90° umlenkt. Man steckt ihn auf den Bit-Halter und kommt so auch in die engsten Ecken („um die Ecke schrauben“).
Wendeplatten (Wendeschneidplatten)
Kein Handwerkzeug, sondern Hightech-Verbrauchsmaterial für Drehmaschinen und Fräsen.
- Material: Meist aus gesintertem Hartmetall oder Keramik, oft beschichtet (goldene Farbe).
- Prinzip: Statt den ganzen Drehmeißel zu schleifen, schraubt man ein kleines Plättchen auf den Träger. Ist eine Kante stumpf, wird das Plättchen einfach gedreht („gewendet“), bis alle Ecken verbraucht sind.
Wurzelschneider / Unkrautstecher
Ein Gartenwerkzeug. (Siehe „Unkrautstecher“ unter U).
Wachsspachtelgerät
Ein Werkzeug für Restauratoren und Bodenleger (Parkett/Laminat).
- Funktion: Ein kleines, batteriebetriebenes Heizgerät mit einer feinen Spitze (ähnlich einem Lötkolben).
- Einsatz: Damit wird Hartwachs in verschiedenen Farben geschmolzen und in Kratzer oder Dellen im Boden getropft. Nach dem Erkalten wird der Überschuss abgehobelt.
Wuchtmaschine (Auswuchtmaschine)
Eine Maschine in der Reifenwerkstatt.
- Funktion: Sie dreht das Rad und misst elektronisch die Unwucht (ungleiche Masseverteilung). Ein Laser zeigt an, wo genau kleine Bleigewichte an die Felge geklebt/geschlagen werden müssen, damit das Rad bei 100 km/h ruhig läuft und das Lenkrad nicht flattert.
