Schraubendreher (Schraubenzieher)
Das Basiswerkzeug schlechthin. Auch wenn er oft noch „Schraubenzieher“ genannt wird (weil man früher Holzschrauben ins Holz „zog“), ist der technische Fachbegriff Schraubendreher.
- Klingen-Profile:
- Schlitz: Der Klassiker, aber technisch überholt, da man leicht abrutscht.
- Phillips (PH): Der einfache Kreuzschlitz (meist für Metallschrauben/Gipskarton).
- Pozidriv (PZ): Kreuzschlitz mit zusätzlichen kleinen Flanken (Sternform). Standard für Holzschrauben (Spax), da er mehr Halt bietet als PH.
- Torx (TX): Sechsrund-Profil. Bietet die beste Kraftübertragung ohne Herausrutschen („Cam-Out“).
- Schlagkappe: Manche Schraubendreher haben eine durchgehende Stahlklinge und eine Metallplatte am Griffende. Darauf darf man mit dem Hammer schlagen, um festgerostete Schrauben zu „lösen“ (durch den Schock) oder um leicht zu meißeln.
Schraubzwinge
Die „dritte Hand“ des Handwerkers. Sie dient zum Fixieren von Werkstücken am Werktisch oder zum Verpressen von Leimverbindungen.
- Aufbau: Ein fester Bügel (Festarm) und ein beweglicher Bügel (Gleitarm), der auf einer Stahlschiene läuft.
- Varianten:
- Temperguss-Zwinge: Der Standard. Der Arm ist starr, aber bricht bei extremer Überlastung nicht sofort, sondern verformt sich leicht.
- Ganzstahlzwinge: Elastischer. Ideal, wenn Vibrationen auftreten (z. B. beim Festklemmen eines Werkstücks zum Sägen), da sie sich nicht so leicht losrüttelt.
- Einhandzwinge: Kann mit einer Hand wie eine Silikonpistole „gepumpt“ werden, um zu spannen.
Stichsäge
Die Säge für Kurven und Formen. Siehe „Pendelhubstichsäge“ (unter P), da der Pendelhub das entscheidende Merkmal moderner Maschinen ist.
Säbelsäge (Reciprosäge)
Oft auch „Elektrischer Fuchsschwanz“ genannt. Sie ist das Werkzeug fürs Grobe, für den Abriss und für Installationen.
- Einsatz: Sie sägt alles durch, was ihr in den Weg kommt: Holzbalken mit Nägeln drin, Stahlrohre, alte Fensterrahmen oder Äste im Garten.
- Handhabung: Man führt sie mit beiden Händen. Sie hat keinen Auflagetisch wie die Stichsäge, sondern nur einen Anschlag vorne, den man fest gegen das Material drücken muss, um Vibrationen zu vermeiden.
Schlagschrauber (Drehschlagschrauber)
Nicht zu verwechseln mit der Schlagbohrmaschine! Der Schlagschrauber ist ein reines Schraubwerkzeug.
- Funktionsweise: Wenn der Widerstand der Schraube steigt, beginnt das Gerät nicht nur zu drehen, sondern schlägt mittels eines Hammerwerks in Drehrichtung (tangential).
- Vorteil:
- Enorme Kraft: Löst festgerostete Radmuttern am Auto mühelos.
- Kein Rückschlag: Das Drehmoment wirkt auf die Schraube, aber dreht dem Anwender nicht das Handgelenk um (im Gegensatz zum starken Akkuschrauber).
- Nachteil: Lautstärke. Man sollte Gehörschutz tragen.
Seitenschneider
Die wichtigste Zange für Elektriker. Sie hat keine Greifflächen, sondern nur seitlich angeordnete Schneiden.
- Einsatz: Schneiden von Kabeladern, Drähten oder Kabelbindern.
- Kraft-Seitenschneider: Durch eine optimierte Hebelübersetzung und einen geschmiedeten Gelenkbolzen kann er auch harten Stahldraht oder Pianodraht schneiden („Klaviersaiten“), was bei normalen Modellen die Schneide zerstören würde.
Schwingschleifer
Ein Schleifgerät für die Feinbearbeitung von ebenen Flächen.
- Funktionsweise: Eine rechteckige Schleifplatte schwingt in winzigen Kreisen (Schwingkreis), rotiert aber nicht.
- Einsatz: Vor allem für den „letzten Schliff“ vor dem Lackieren in Ecken und auf großen geraden Flächen. Er ist weniger aggressiv als der Exzenterschleifer (siehe E).
Stechbeitel (Stemmeisen)
Das klassische Schnitz- und Stemmwerkzeug des Tischlers (siehe auch Beitel unter B).
- Qualität: Ein guter Stechbeitel muss „spiegelblank“ geschliffen und abgezogen sein. Nur wenn er die Haare am Unterarm rasiert, ist er scharf genug für sauberes Arbeiten im Holz.
Schmiege (Winkelschmiege)
Ein verstellbarer Winkel.
- Problem: Man will einen Winkel von einer Wand abnehmen, weiß aber nicht, wie viel Grad es sind (und es ist einem auch egal).
- Lösung: Man legt die Schmiege in die Ecke, fixiert den Schenkel mit der Schraube und überträgt diesen Winkel dann direkt auf das Sägeblatt oder das Werkstück – ohne jemals eine Gradzahl wissen zu müssen.
Schlagschnur (Kreideschnur)
Ein Werkzeug zum Markieren langer, gerader Linien auf Baustellen (z. B. für Trockenbauwände am Boden).
- Funktion: In einem Gehäuse befindet sich eine aufgerollte Schnur und farbiges Kreidepulver (meist Rot oder Blau). Man spannt die Schnur straff zwischen zwei Punkten, hebt sie in der Mitte an und lässt sie zurückschnellen („schlagen“).
- Ergebnis: Ein perfekter, gerader Kreidestrich über viele Meter Länge.
Senker (Kegelsenker)
Ein Bohrer-Aufsatz in Kegelform (meist 90°).
- Funktion: Wenn man eine Senkkopfschraube in Metall oder Hartholz dreht, muss der Kopf bündig mit der Oberfläche abschließen. Der Senker fräst die passende konische Vertiefung („Senkung“) in das Bohrloch. Zudem wird er zum Entgraten von Bohrungen genutzt.
Sicherungsringzange (Seegerringzange)
Eine Spezialzange für den Maschinenbau.
- Einsatz: Montage und Demontage von Sicherungsringen (Sprengringen), die Lager oder Zahnräder auf Wellen fixieren.
- Varianten:
- Für Innenringe (Bohrungen): Die Zange drückt den Ring zusammen, damit er ins Loch passt.
- Für Außenringe (Wellen): Die Zange spreizt den Ring, damit er über die Welle rutscht.
Sickenmaschine
Ein stationäres Werkzeug für Spengler und Karosseriebauer.
- Funktion: Sie walzt mittels Profilrollen eine vertiefte oder erhabene Rille (Sicke) in ein Blech.
- Zweck: Dient primär der Versteifung von dünnen Blechen (z. B. bei Lüftungskanälen oder Autotüren) oder als Verbindungshilfe für Rohre.
Schweißgerät
Maschinen, um Metalle stoffschlüssig zu verbinden. Neben dem E-Hand-Gerät (siehe „Werkzeuge mit E“) sind dies die wichtigsten Typen:
- MIG/MAG (Schutzgasschweißgerät): Ein endloser Draht kommt aus dem Brenner. Schutzgas (Argon/CO2) schirmt die Naht ab. Das Standardverfahren im Metallbau und in KFZ-Werkstätten, da es schnell und einfach zu lernen ist.
- WIG (Wolfram-Inertgas): Schweißen mit einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode. Sehr langsam, aber ermöglicht extrem feine, saubere Nähte (z. B. bei Fahrradrahmen oder Edelstahlgeländern).
Spachtel
Ein einfaches Handwerkzeug (siehe Malerspachtel unter M).
- Zahnspachtel: (Siehe Zahnkelle unter K) für Fliesenkleber.
