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maschine+werkzeug 10/2017

"Einfache Automation wird uns bald den nächsten Wachstumsschub geben."

Markt

Interview - Wo kommt die Hedelius Maschinenfabrik her, wo will die Firma hin? Zum 50-jährigen Bestehen des Familienunternehmens aus Meppen gibt Geschäftsführer Dennis Hempelmann einen Rückblick und schaut in die Zukunft.

Herr Hempelmann, Hedelius wurde dieses Jahr 50 Jahre alt. Schildern Sie uns doch mal bitte, wie alles begann.

Mich selber gab es damals ja noch gar nicht. Mein Großvater und mein Onkel hatten 1967 mit Reinhold Dettmer als weiterem Teilhaber mit der Produktion von Holzbearbeitungsmaschinen begonnen. Das war noch am Standort Bünde in Ostwestfalen. 1975 erfolgte dann der Umzug nach Meppen, wo die Produktionsfläche erweitert werden konnte. Meppen war damals Fördergebiet in der strukturschwachen Region Emsland. Wo jetzt unsere Hallen stehen, war damals noch gar nichts. Das Produktprogramm wurde sukzessive erweitert: von Kreissägen auf Hobelmaschinen, Bandsägen und so weiter. Für diese Produktion brauchte man damals die ersten Sondermaschinen, die wir selber herstellten. Dann kamen wir darauf, Sondermaschinen dieser Art auch zu verkaufen. Das waren zunächst vor allem Rundtaktmaschinen für die Massenproduktion von Fahrrädern oder Automobilteilen.

  • Hedelius Geschäftsführer Dennis Hempelmann Bild: Hedelius

    Hedelius Geschäftsführer Dennis Hempelmann Bild: Hedelius

  • »Wir können zwar technisch mithalten, müssen aber unseren Bekanntheitsgrad noch erhöhen. In den nächsten Jahren wollen wir aus der Rolle des Underdogs herauskommen.« Dennis Hempelmann, Geschäftsführer Hedelius Maschinenfabrik GmbH Bild: Hedelius

    »Wir können zwar technisch mithalten, müssen aber unseren Bekanntheitsgrad noch erhöhen. In den nächsten Jahren wollen wir aus der Rolle des Underdogs herauskommen.« Dennis Hempelmann, Geschäftsführer Hedelius Maschinenfabrik GmbH Bild: Hedelius

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Holzbearbeitungsmaschinen werden heute in Meppen aber nicht mehr gebaut?

Nein, das ging sukzessive runter, als immer mehr Maschinen aus Osteuropa und Fernost kamen. Wir haben dann den Bau unserer Sondermaschinen in ein Baukastensystem gebracht. Daraus haben wir dann 1993 das erste Fahrständer-Bearbeitungszentrum vorgestellt. Das war eine BC30 mit einem Elffach-Werkzeugwechsler. Daraus entstand schnell auf Kundenwunsch eine Langversion mit einem X-Verfahrweg von 1.600 Millimetern. Damals war der Maschinenbau gerade in einer Krise, und wir haben quasi als Arbeitsbeschaffung fünf dieser Maschinen aufgelegt. Die waren aber so schnell verkauft, dass wir kurzerhand unsere Produktion ganz auf die Fahrständermaschinen umgestellt haben.

Welche Kunden waren das, die gleich ihre Maschinen kauften?

Das waren alles Lohnfertiger. Die ersten Maschinen verkauften wir sehr regional im Umkreis von 100 bis 200 Kilometern meist über Mundpropaganda. Die 1.600er-Maschine hatte damals schon den Charme, dass eine Trennwand eingezogen werden konnte, die hauptzeitparalleles Rüsten möglich machte. Wir gehörten zu den ersten, die das anboten.

Brachte der Standort Meppen Nachteile mit sich?

Durchaus. Wir befinden uns abseits der großen Märkte. Auf der anderen Seite sind wir hier nicht beengt, es gibt reichlich freie Fläche. Als wir begannen, waren Arbeitskräfte sehr gut zu bekommen. Damit hatten wir gute Startbedingungen. Heute sieht es hier anders aus. Das Emsland hat sich in den vergangenen 30 Jahren überproportional entwickelt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,5 Prozent, weshalb der Facharbeitermangel auch hier mehr und mehr zu spüren ist.


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