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maschine+werkzeug 03/2019

»Bedienkonzepte aus dem privaten Umfeld kommen auch in die Firmen.«

Interview

Als neuer Geschäftsführer will Matthias Klein die Schubert System Elektronik am Markt wieder präsenter machen. Gelingen soll das mit anspruchsvoller Technik in schönem Design − und einem Baukastensystem.


Wie hat sich Prime Cube in den zehn Jahren verändert?

Vor zehn Jahren wurde vor allem mit Tastenfeldern neben dem Display gearbeitet. Heute sind die Tasten auf dem Bildschirm abgebildet, beispielsweise in Panels mit moderner Touch-Screen-Bedienung. Die Kunden haben sich an Bedienkonzepte gewöhnt, die sie schon aus dem privaten Umfeld kennen und wollen diese auch in den Firmen anwenden. Bei Maschinenherstellern hat es sich durchgesetzt, viele Bedienelemente in die Software zu packen, mit einem Touch-Screen als Interface. Entsprechend ist auch unsere Softwarekompetenz gewachsen. Im Hintergrund arbeitet ein leistungsfähiger Computer. Den kann man durchaus ansprechend gestalten. Ein Industriecomputer muss nicht hinter einem Edelstahlteil verbaut sein. Mit unserem neuen modularen Baukasten wird der Kunde mehr Möglichkeiten haben als in der Vergangenheit, sein Produkt schnell zur Serienreife zu bringen. Gleichteilekonzepte sind eigentlich nichts Neues, aber in unserem Umfeld wurde in der Vergangenheit vieles individuell gemacht, was auch vereinheitlicht werden kann.

In welchen Bereichen wünschen sich Ihre Kunden individuelle Varianten?

Da steht vor allem das Bedienkonzept, das HMI, im Vordergrund, das jeder Kunde individuell haben möchte. Es ist auf die Funktionen der Maschine abgestimmt und unterschiedliche Servicekonzepte fließen ein. Das Interface ist daher fast immer kundenspezifisch.

Geht der Trend ganz zum Touchscreen?

Er werden immer noch einzelne Knöpfe bleiben, vor allem sicherheitsrelevante Elemente. Wir sehen aber, dass die Touch-Lösungen im Maschinenbau angekommen sind. Wenn wir in die Zukunft blicken – und damit befassen wir uns sehr intensiv –, sehen wir auch Lösungen mit haptischer Rückmeldung. Bei uns laufen auch Versuche mit 3D-Displays. Bei ihnen stellen spezielle Sensoren die Annäherung des Bedieners fest. In Bildschirmnähe kann er ein Rad virtuell drehen oder eine Taste drücken, ohne den Schirm zu berühren. Die Consumer-Welt dient heute der Industrie in Vielem als Vorbild. Aus unserer Sicht ist es allerdings nicht sinnvoll, sofort auf jeden Technik-Hype aufzuspringen und ihn in die Industrie hineinzudrücken. Dabei muss jeweils geprüft werden, was auch im industriellen Umfeld sinnvoll sein könnte.

Für wen haben Sie bereits kundenspezifische Lösungen umgesetzt?

Wir haben sehr viele Kunden. Darunter sind Hersteller von Werkzeugmaschinen mit sehr hohen Ansprüchen, aber auch Anbieter aus der Industrieautomation und der Medizintechnik. Bei den Maschinenherstellern gehören zum Beispiel Grob, Heller, Weisser oder Burkhardt+Weber zu unseren Kunden.

Gibt es eine Verbindung zwischen den Produktlinien BK Mikro und Prime Cube?

Prime Cube, das sind Embedded Computersysteme. BK Mikro ist eine Sensoranwendung zur Werkzeugüberwachung in der Maschine. Wir können mit BK Mikro Daten aufnehmen und mit Prime Cube weiterbearbeiten. Ganz neu ist unser IoT-Gateway, das die Cloud-Anbindung abdeckt. Damit haben wir ein Lösungskonzept vom Sensor bis in die Cloud. Die Produkte können einzeln eingesetzt werden, aber auch Gesamtlösungen sind möglich. Da ist dann zum Beispiel BK Mikro in einer Fräsmaschine eingebaut, außen ist eine Bedieneinheit von Prime Cube platziert und in der Infrastruktur der Fertigungsanlage sitzt ein Edge-Gateway von uns, das eine sichere Übertragung von Prozessdaten in die Ferne bietet.


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Unternehmensinformation

Schubert System Elektronik GmbH

Take-Off Gewerbepark 36
DE 78579 Neuhausen Ob Eck
Tel.: 07467-9497-0
Fax: -350

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