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maschine+werkzeug 04/2019

Automatisiertes Hartfräsen

Fräsen

Das Schleifen von Schiebern hat Harting Applied Technologies im Werkzeugbau durch automatisiertes Hartfräsen abgelöst. Dafür hatte Harting gemeinsam mit MMC Hitachi Tool die Fräsprozesse analysiert und optimiert.


Schruppfräser

»Der EHHR-Fräser wurde eigentlich zum Schruppen konzipiert, taugt aber auch für andere Anwendungen, wie man hier sieht«, klärt Mark Rotzoll auf. Er war darauf gekommen, weil er bei anderen Kunden festgestellt hatte, dass man mit diesem Werkzeug in Flachbereichen, also mit der stirnseitigen Schneide, sehr gute Oberflächen erzeugen kann. »Wenn die Werte entsprechend stimmen«, wie er schmunzelnd hinzufügt. »Und nicht zuletzt, weil mit dem EHHR extrem hohe Standzeiten möglich sind, hatte ich Harting empfohlen, dieses Werkzeug zu testen.«

Der fünfachsige Arbeitsraum einer der beiden RXP601DSH sowie eine der typischen Röders-Spezialitäten: die hauseigene CNC, die über Funktionen verfügt beziehungsweise diese unterstützt, die es woanders nicht gibt. Ein Beispiel ist die Vermessung der Rundachsen während des Fräsens. Bild: MMC Hitachi Tool

Der fünfachsige Arbeitsraum einer der beiden RXP601DSH sowie eine der typischen Röders-Spezialitäten: die hauseigene CNC, die über Funktionen verfügt beziehungsweise diese unterstützt, die es woanders nicht gibt. Ein Beispiel ist die Vermessung der Rundachsen während des Fräsens. Bild: MMC Hitachi Tool

»Der EHHR ist ja stirnseitig eine Art Linsenförmiger Radienfräser mit sehr großem Wirkradius. Zusammen mit den sechs Schneiden des Werkzeugs kommen wir zu hohen Vorschüben und erreichen so sehr kurze Bearbeitungszeiten«, erklärt Frästechnologe Vagner de Souza Leal eine weitere Besonderheit.

»Wirklich beeindruckt haben mich die hohen Schnittgeschwindigkeiten, die mit dem EHHR möglich sind: Wir fahren bei größeren Teilen, wo wir Zwölf-Millimeter-Durchmesser verwenden, beim Vorschlichten bis zu 350 Meter pro Minute, beim abschließenden Planschlichten kommen wir sogar auf über 500 Meter pro Minute.« Gefräst wird dabei mit der Parallelstrategie, eine Standardschlichtfunktion in der CAD/CAM-Software Cimatron, angestellt, also »drei plus zwei«. Alle wesentlichen Geometrien, und damit alle Flächen, die zueinander winkelig sein müssen, fräsen die Westfalen so äußerst genau in einer Aufspannung.

Insgesamt nur zwei EHHR-Fräser mit 8 Millimetern Durchmesser – einer zum Vorschlichten, der zweite zum Fertigschlichten – hatten schließlich ausgereicht, um einen kompletten Schiebersatz auf Endmaß zu bearbeiten. Und dies extrem schnell und mit Topoberflächen. Selbst nach dem letzten Schieber war das Werkzeug so wenig verschlissen, dass Hartin in Espelkamp noch weit innerhalb der Toleranz geblieben ist. Das Messprotokoll, in dem alle vier Messflächen als ›i. O.‹ gekennzeichnet sind, belegt dies. Es hätten also ruhig mehr Schieber gefräst werden können, vielleicht sogar 26 Stück und mehr, wie man bei Harting schätzt, ehe der EHHR aus der Toleranz gelaufen wäre. Das wurde aber nicht ausprobiert.


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Unternehmensinformation

MMC Hitachi Tool Engineering Europe GmbH

Itterpark 12
DE 40724 Hilden
Tel.: 02103-2482-0
Fax: 02103-2482-30

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