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maschine+werkzeug 03/2019

1 Frage - 3 Antworten

Formen, Fräsen oder Wirbeln – gibt es eine ideale Bearbeitung für Gewinde?

Kommt drauf an, sagen die Experten Werner Böhm (Bass), Thomas Berschneider (Emuge) und Dr.-Ing. Matthias Luik, (Horn) und unterstreichen die Bedeutung von Werkstoff, Werkstück und dem jeweiligen Einsatzbereich.

  • Werner Böhm Leiter Technische Beratung und Produktmanagement bei Bass, Niederstetten. Bild: Bass

    Werner Böhm Leiter Technische Beratung und Produktmanagement bei Bass, Niederstetten. Bild: Bass

    Wir empfehlen jenes Verfahren, welches den Bedingungen am besten entspricht. Wenn seitens Kunde und Werkstoff möglich und auch erlaubt, setzen wir auf das Gewindeformen. Es ist ein spanloses, prozesssicheres und standzeitstarkes Verfahren – auch bei tiefen Gewinden. Der Furcher hat den Vorteil, mit einem Werkzeug sowohl Durchgangs- als auch Sacklochgewinde herstellen zu können. Muss das Gewinde bis zum Bohrungsgrund gefertigt werden, bleibt nur das Gewindefräsen. Gewindebohren wird jedoch weiterhin seinen Platz als verbreitetes Verfahren aufgrund der Vielseitigkeit behaupten.

  • Thomas Berschneider, Leiter Anwendungstechnik und Entwicklung bei Emuge, Lauf. Bild: Emuge-Franken

    Thomas Berschneider, Leiter Anwendungstechnik und Entwicklung bei Emuge, Lauf. Bild: Emuge-Franken

    Jede Technologie hat ihre Berechtigung, die Entscheidung wird vom jeweiligen Bearbeitungsfall bestimmt. Sollen Späne vermieden werden und steht eine hohe Gewindefestigkeit wie zum Beispiel bei Sicherheitsbauteilen im Vordergrund, geht meist an Gewindeformen kein Weg vorbei. Fürs Gewindefräsen wird sich oft entschieden, wenn Werkzeuge material-, durchmesser- oder steigungsübergreifend einsetzbar sein sollen und geringe Schnittkräfte zum Beispiel bei dünnen Wandungen oder labilen Bauteilen wichtig sind. Wirbeln bietet wiederum eine sehr hohe Oberflächengüte, die nahezu gratfrei ist.

  • Dr.-Ing. Matthias Luik, Leiter Forschung und Entwicklung bei der Paul Horn GmbH, Tübingen. Bild: Horn

    Dr.-Ing. Matthias Luik, Leiter Forschung und Entwicklung bei der Paul Horn GmbH, Tübingen. Bild: Horn

    Es gibt eine ideale Bearbeitung für jedes Gewinde. Diese kann für jedes Bauteil aber anders aussehen. Das heißt, jedes Bauteil erfordert eine Prüfung der Randbedingung, um die wirtschaftlichste Bearbeitung einzusetzen. Für große Gewindedurchmesser ist das Gewindefräsen im Einsatz, da Wirbeln und Formen technisch kaum möglich ist. Somit kommt das Gewindeformen vor allem bei kleinen Schraubengrößen zum Einsatz. Horn hat in den letzten Jahren zudem an neuen Wirbeltechniken wie dem Turbo-Wirbeln und dem Jet-Wirbeln gearbeitet. Vor allem bei langspanenden Materialien für die Medizintechnik ist das Wirbeln erste Wahl.

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Unternehmensinformation

EMUGE-Werk Richard Glimpel GmbH & CO.KG

Nürnberger Straße 96-100
DE 91207 Lauf a.d. Pegnitz
Tel.: 09123-186-259
Fax: -14313

Paul Horn GmbH Hartmetall Werkzeugfabrik

Unter dem Holz 33-35
DE 72072 Tübingen
Tel.: 07071-7004-0
Fax: -72893

Bass GmbH & Co. KG

Bass-Straße 1
DE 97996 Niederstetten, Württ
Tel.: 07932-892-0

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