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maschine+werkzeug 04/2019

Zuverlässig nass fräsen

Bearbeitungszentren

Für die Fertigung von Grafitelektroden beim Werkzeugbauunternehmen Albert Polenz hat Fehlmann ein Konzept entwickelt, mit dem Grafit jetzt nass bearbeitet werden kann.

Bei der ersten Abnahme des Fünf-Achs-Bearbeitungszentrums Versa 825 fiel sofort die Entscheidung, den kompletten Grafit-Bereich, auch bei der Picomax 90, auf Nassfräsen umzustellen. Bild: Fehlmann

Bei der ersten Abnahme des Fünf-Achs-Bearbeitungszentrums Versa 825 fiel sofort die Entscheidung, den kompletten Grafit-Bereich, auch bei der Picomax 90, auf Nassfräsen umzustellen. Bild: Fehlmann

Sauberkeit, flexible Maschinennutzung, hohe Maßhaltigkeit und geringer Werkzeugverschleiß versprechen einige Maschinen- und Werkzeughersteller beim Nassfräsen von Grafit. Das mag so auch stimmen. Das Unternehmen Albert Polenz begann allerdings bereits 2006 mit Grafitelektroden und hat mit dem Werkstoff inzwischen Dimensionen erreicht, die jenseits herkömmlicher Bearbeitungen liegen: Rippen, Wabenstrukturen, Laufzeiten pro Elektrode, vier bis sechs Stück, zwischen 30 und 40 Stunden, teilweise sogar bis 60 Stunden. Mit entsprechendem Zerspanvolumen. Dieser Anteil an nass zu zerspanendem Grafit erfordert allerdings entsprechende Bearbeitungszentren.

Die Abdichtung von Führungen und Kugelumlaufspindeln war für Fehlmann nicht neu. Die Absaugung wurde entsprechend angepasst. Bild: Fehlmann

Die Abdichtung von Führungen und Kugelumlaufspindeln war für Fehlmann nicht neu. Die Absaugung wurde entsprechend angepasst. Bild: Fehlmann

So zumindest sieht es Geschäftsführer Andreas Voigt: »Unsere Grafit-Bearbeitung war bisher mit der Absaugung am Werkstück nie besonders schmutzig. Es kam aber trotzdem zu Problemen, weil Grafit ständig in der Luft lag und sehr kriechfreudig ist. Deshalb waren wir auf der Suche nach einer geeigneten Maschine beziehungsweise Lösung.«

Die meisten Konzepte, die derzeit am Markt angeboten werden, seien aber nicht akzeptabel und mehr für den Mischbetrieb ausgelegt gewesen. »Bei unserem Volumen wären wir damit nur noch am Reinigen gewesen. Meist arbeiten diese Anlagen mit Skimmer oder Patronensystemen, die aber nur für eine breite, weniger für eine intensive Anwendung ausgelegt sind.«

So wurde im sächsischen Großweitzschen getestet und getestet. Gescheitert ist das Projekt immer wieder an den Filteranlagen, bis sich Andreas Voigt daran erinnerte, dass mit Maschinen von Fehlmann unter anderen auch Glas und Keramik bearbeitet wird. Die ersten Gespräche mit den Verantwortlichen bei Fehlmann führten dann dazu, dass man sich in einem gemeinsamen Projekt dieser Problematik annehmen wollte.

Riskantes Projekt

Das Projekt war sowohl für das Unternehmen Albert Polenz als auch für Fehlmann mit einem Risiko verbunden, denn einerseits sind Versuche, Grafit nass zu fräsen, in der Vergangenheit allgemein gescheitert. Andererseits übernahm Fehlmann als Generalunternehmer die Verantwortung, obwohl er den Drei-Schicht-Betrieb mit Grafit wie bei Polenz nicht simulieren konnte. Konkret ging es darum, die Düsen, Führungen, Kugelumlaufspindeln etc. mit einem Abrasiv-Paket entsprechend abzudichten und die Absaugung beziehungsweise Filteranlagen anzupassen.

Andreas Voigt (links), geschäftsführender Gesellschafter der Albert Polenz GmbH, und Roland Sandmeier (rechts), Verkaufsleiter Deutschland bei Fehlmann. Bild: Fehlmann

Andreas Voigt (links), geschäftsführender Gesellschafter der Albert Polenz GmbH, und Roland Sandmeier (rechts), Verkaufsleiter Deutschland bei Fehlmann. Bild: Fehlmann

Obwohl Andreas Voigt wie auch Roland Sandmeier, Verkaufsleiter Deutschland bei Fehlmann, zunächst skeptisch waren, entschied Andreas Voigt bei der ersten Abnahme des Fünf-Achs-Bearbeitungszentrums Versa 825 sofort, den Grafit-Bereich komplett auf Nassfräsen umzustellen. Neben der Versa 825, für die sich der Werkzeugbauer, auch wegen der Höhe der Elektroden, entschieden hatte, sollte so auch die Picomax 90 von Fehlmann umgerüstet werden.

Dazu Roland Sandmeier: »Die Abdichtung von Führungen, Kugelumlaufspindeln etc. war für uns von den Maschinen für die Glas- und Keramikbearbeitung nicht neu, die Absaugung haben wir entsprechend angepasst. Das Unternehmen der Filteranlagen war uns auch bekannt.« Aber das Zerspanvolumen im Drei-Schicht-Betrieb war dann schon eine Herausforderung.

»Wir als Maschinenhersteller können ja keine Langzeittests fahren. Eine effiziente Lösung ist hier diese Filteranlage mit zwei Zentrifugen, denn eine Zentrifuge lässt sich so hauptzeitparallel reinigen.«


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Unternehmensinformation

Fehlmann AG Maschinenfabrik

Birren 1
CH 5703 SEON
Tel.: 004162-7691111
Fax: -7691192

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