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maschine+werkzeug 06/2019

Die Geschichte geht weiter

Unternehmen

Die Paul Horn GmbH kombinierte ihre diesjährigen Technologietage in Tübingen mit der 50-Jahr-Feier des Unternehmens und machte daraus eine Großveranstaltung unter dem Motto »Technologie.Transparent.«

Die Geschäftsführer Lothar und Markus Horn sprachen über 50 Jahre Horn. An drei Abenden wurden jeweils rund 750 Gäste begrüßt. Bild: Horn

Die Geschäftsführer Lothar und Markus Horn sprachen über 50 Jahre Horn. An drei Abenden wurden jeweils rund 750 Gäste begrüßt. Bild: Horn

Die zum Jubiläum veröffentlichte Firmenchronik nennt den 1. November 1969 als Gründungsdatum des Unternehmens. Lothar Horn, Sohn des Unternehmensgründers Paul Horn und mithin Zeitzeuge, weiß es aber besser: Es ging schon etwas früher los, in der Garage.

Paul Horn, Gründer der Horn Einstechtechnik. Bild: Horn

Paul Horn, Gründer der Horn Einstechtechnik. Bild: Horn

Diese befand sich in Metzingen und beherbergte Maschinen, mit denen sich der frühere Handelsvertreter Paul Horn an seinen ersten Auftrag machte: Kolbenmesser für den Stuttgarter Automobilzulieferer Mahle. Bessere Bedingungen standen ihm dann nach der Firmengründung in Gomaringen zur Verfügung, wo bis zum Umzug nach Tübingen 1974 die Produktion angesiedelt war.

Auf den Technologietagen stellte Horn viele Hingucker aus, wie etwa einen imposanten Lkw-Antriebsstrang von Daimler-Benz. Bild: maschine+werkzeug

Auf den Technologietagen stellte Horn viele Hingucker aus, wie etwa einen imposanten Lkw-Antriebsstrang von Daimler-Benz. Bild: maschine+werkzeug

»Das Einstechen war damals eine Operation, mit der sich keiner beschäftigen wollte«, erläutert Lothar Horn die Anfangszeit. »Weil damit kleine Losgrößen, hoher Aufwand und viel Entwicklungsarbeit verbunden waren, erfuhr das Thema eine stiefmütterliche Behandlung.« Paul Horn hatte mit dem Stechwerkzeug für Mahle Erfolg, konnte das Nutenmesser dank eines neuen Fertigungsverfahrens produktiver und mit höherer Genauigkeit herstellen. Aus dieser Anwendung heraus entstand auch Horns erstes eigenes Produkt, die dreischneidige Wendeschneidplatte Typ 312. Sie lieferte die Basis für Horns Erfolge in der Einstechtechnik und war Grundlage für weitere Entwicklungen.

Werkzeuge und Technologiedemonstrationen im Vorführzentrum. Bild: maschine+werkzeug

Werkzeuge und Technologiedemonstrationen im Vorführzentrum. Bild: maschine+werkzeug

Heute stellt Horn in Deutschland auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern hochpräzise Werkzeuge und Zubehör zur Metallbearbeitung her. Produktionsstandorte sind in England, Italien, Tschechien und den USA. Mit rund 1.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 197 Millionen Euro in 2018 ist Horn der größte industrielle Arbeitgeber in Tübingen.

Neben 25.000 Standardwerkzeugen lieferte das Unternehmen bis jetzt über 150.000 Sonderlösungen an seine Kunden aus. Damit ist Horn heute technologieführend als Hersteller von Präzisionswerkzeugen für anspruchsvolle Zerspanaufgaben und beschränkt sich dabei nicht mehr auf das klassische ursprüngliche Thema ›Einstechen‹, wie auch Lothar Horn unterstreicht: »Wir können heute alles. Und wir können auch so ziemlich alles von heute auf morgen anbieten und liefern.«

Vorreiter bleiben

Voriges Jahr hat er seinen Sohn Markus Horn in die Geschäftsführung geholt, der das Unternehmen zusammen mit Matthias Rommel als weiterem Geschäftsführer in die Zukunft führen soll. Den Kurs hat Lothar Horn so vorgegeben: »Wir leben davon, dem Kunden zu sagen, was er besser machen kann. Da können wir nicht gleichzeitig nichts machen, das geht nicht. Wir müssen selber Vorreiter in unseren Themenbereichen sein und uns ständig verbessern, produktiver und wirtschaftlicher werden. Wir treiben das weiter und positionieren uns entsprechend.«

Die Technologietage 2019 ließen keinen Zweifel daran, dass die Tübinger nicht nur auf die Vergangenheit schauen, sondern tatsächlich an der Zukunft arbeiten. Zum Jubiläum richtete Horn drei Abendveranstaltungen aus, zu denen jeweils rund 750 Gäste begrüßt wurden. Wer wegen der Technologie gekommen war, wurde in den beiden großen Werken und der Hartstofffertigung fündig, die allesamt für Besucher offen standen. Die 4.700 Besucher bekamen Fertigung, Vorführzentrum und interessante Exponate zu sehen. Dazu gab es spannende Fachvorträge mit den dazugehörigen Praxisdemonstrationen. »Es war beeindruckend, dieses Jubiläum mit unseren Kunden, Partnern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Technologietagen sowie an drei Abendveranstaltungen zu feiern«, so Lothar Horn.

Auch eine Reihe von Neuheiten wurde auf den Technologietagen präsentiert. So war etwa zum ersten Mal die neu entwickelte Stechgeometrie zum Abstechen von Titan zu sehen, die mit Sensorik von Kistler überwacht wird. Die Entwicklung erfolgte mittels umfangreicher Simulationen.

Bei der Vorstellung erläuterte Markus Horn: »Wir haben die WT-Geometrie andersherum gedacht und sind mit der Simulation gestartet. In mehreren Läufen entwickelte sich daraus die neue Geometrie. Das Ergebnis aus der Simulation wurde in der Praxis umgesetzt und erwies sich als überraschend gut. Wir haben auf Anhieb einen Performance-Zuwachs von 60 Prozent erreicht.«

Die Geometrie hat sich auf Anhieb in der Praxis beim Abstechen von Knochenschrauben aus dem anspruchsvollen Werkstoff bewährt. Neben einem sicheren Spanbruch sorgt sie für einen weichschneiden Schnitt. Die Kistler-Gruppe hat in enger Zusammenarbeit mit der Horn eine weltweit einzigartige Lösung zur Echtzeit-Werkzeugüberwachung von Mikro-Drehbearbeitungen entwickelt. Das Piezo Tool System (PTS) besteht aus einem Kraftsensor, welcher in das Drehwerkzeug eingelegt wird und Aufschluss über den Zustand des Werkzeuges während der Bearbeitung gibt. Das Thema Stechen scheint also auch nach 50 Jahren noch nicht ausgereizt zu sein.

www.phorn.de

Unternehmensinformation

Paul Horn GmbH Hartmetall Werkzeugfabrik

Unter dem Holz 33-35
DE 72072 Tübingen
Tel.: 07071-7004-0
Fax: -72893

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