nach oben
maschine+werkzeug 01/2018

Sprung im Hartdrehen

Extra Präzisionswerkzeuge

Wendeschneidplatten - Kennametal hat sein Portfolio mit einem Schneidstoff für das Drehen gehärteter Stähle erweitert. KBH10 soll die Anforderungen der Fertiger nach höherer Präzision am Bauteil erfüllen.

Den neuen Schneidstoff ›KBH 10‹ für das Drehen gehärteter Stähle hat Kennametal entwickelt, um den Anforderungen der Fertiger nach noch höherer Präzision gerecht zu werden. Bild: Kennametal

Vom µ hat noch niemand geredet, als die Drehmaschine Aufgaben übernahm, die zuvor einer Schleifmaschine vorbehalten waren. Beim Umstellen von Prozessen auf die neu aufkommende Hartbearbeitung ging es anfangs um eher grobe Toleranzen.

Mit der Verbreitung des Verfahrens wurde auch die Technik immer ausgefeilter: Die ersten Schneidstoffe für das Drehen gehärteter Stähle hatte Kennametal mit seiner Reihe KB56xx eingeführt. Im Zuge einer neuen Portfoliostrategie folgte dann vor einigen Jahren die Sorte KBH20. Sie ist für den mittleren Anwendungsbereich konzipiert und kommt auch mit Schnittunterbrechungen und hohem Vorschub klar. Seither ist der Markt stark gewachsen und Kennametal brauchte eine neue Technologie, um dem Hartdrehen neue Dimensionen zu eröffnen.

Die Anforderungen gehen zunehmend hin zu noch höherer Präzision am Bauteil. Verlangt werden Ra-Werte bis hinunter zu 0,2, und die Rundheiten müssen zunehmend genauer werden. Gleichzeitig sollen sich auch die Standzeiten erhöhen und den Einsatz der Werkzeuge wirtschaftlich machen.

Mit der neuen Sorte KBH10 für die Feinstbearbeitung hat Kennametal es geschafft, diese Anforderungen zu erfüllen. Der CBN-Anteil blieb dabei mit rund 50 Prozent praktisch unverändert. Variiert wurden jedoch die Korngrößen. Deren Mischung, zusammen mit einer neuen Bindertechnologie, ist der Schlüssel zum Erfolg. Mit dem Binder ist es Kennametal gelungen, die chemische Resistenz und so die Verschleißfestigkeit zu erhöhen und damit bei glatten Schnitten im H05-Bereich besonders lange Standzeiten zu bieten. Darüber hinaus verspricht Kennametal mit den unterschiedlichen Korngrößen Einsatzmöglichkeiten von H15 bis H20.

Geht es um hohe Präzision, ist das neue Material aber nur ein Teil der Lösung. »Was ich am Bauteil erzeugen will, muss ich zunächst durch neue Schleiftechnologien auf die Wendeplatte bringen«, charakterisiert Produkt Manager Lothar Unglaub die Anforderungen an die Werkzeugherstellung. Die Genauigkeit an der Schneide ist in diesem Bereich noch wichtiger als bei den günstigeren Hartmetallwerkzeugen. Kennametal hat dafür kräftig in Fertigung, Anlagen und Prozesse investiert und stellt die PcBN-Wendeschneidplatten in einem eigens dafür ausgelegten Werk in den USA her. Jede Wendeschneidplatte wird auf einer Maschine einzeln dreidimensional gebürstet, um zu gewährleisten, dass der Eckenradius immer die gleiche Form hat.

Kennametal hatte schon in ersten Feldtests bei Kunden zeigen können, dass nicht nur die versprochenen Oberflächenqualitäten und Standzeiten erreicht werden, sondern dass die Werkzeuge auch eine gleichbleibende Standzeit von einer Platte zur nächsten gewährleisten. In der Serienfertigung bei großen Automobilherstellern konnten dazu verlässliche Daten ermittelt werden. Der Einsatz bei diesen Herstellern könnte für Kennametal zu einer Referenz für weitere Kunden werden, zumal vergleichbare Bauteile auch bei Zulieferern gefertigt werden.


Inhaltsverzeichnis
Dokument downloaden
Unternehmensinformation

Kennametal Inc.

1600 Technology Way
LATROBE PA 15650
Tel.: 001-724-539-5330
Fax: -5022

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren





Über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zweck der Kommentierung von Inhalten informiert Sie unsere Datenschutzerklärung.
Aktuelle Videos

Design-Tipps für Direktes Metall-Lasersintern (DMLS)


Zu den Videos

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen

Basics
Zur Übersicht aller Basics