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maschine+werkzeug 07/2013

Spezielles und Universelles

Technik - Werkzeuge

Drehen/Fräsen - Mit vorbildlicher Kundenbetreuung und den richtigen Produkten sind Boehlerit und LMT beim Weilheimer Unternehmen Nirschl zu bevorzugten Lieferanten geworden. Nirschl stellt Werkzeugaufnahmen und pneumatische Messgeräte her.

»Hier geht es zu den Zerspanungswerkzeugen von Boehlerit.

Kaum eine Werkzeugaufnahme, die Nirschl nicht liefern kann. Von den Steilkegelgrößen SK10 bis SK60 werden alle Zwischengrößen produziert. Das gilt auch für Hohlschaftkegel von HSK25 bis HSK100 in allen Normen. Auch KM63- und Morsekegel MK1-MK5 werden gefertigt. Zumindest in Deutschland dürfte Nirschl der einzige Hersteller sein, der Werkzeugaufnahmen in dieser Produktbreite mit allen Kegelgrößen herstellt.

Angefangen hat alles mit kleinen Kegeln. In diesem überschaubaren Markt konnte die Nirschl Präzisionsmechanik GmbH, die seit Ende der 1960er-Jahre besteht, sich mit präziser Fertigung in einer Nische behaupten. Produziert wurde mit sechs Mitarbeitern in sehr beengten Verhältnissen im bayerischen Pöcking. Roman Held und Michael Plaschke haben hier bereits ihre Ausbildung bekommen. Als Firmengründer Wilhelm Nirschl den Betrieb aus Altersgründen abgab, haben die beiden das Unternehmen Anfang 2001 übernommen, das sie nun als Nirschl Präzisionsmechanik Held & Plaschke GmbH führen.

»Wir waren von Anfang an darauf bedacht, unsere Produktpalette zu vergrößern«, schildert Geschäftsführer Roman Held das weitere Vorgehen. Zu dem vorhandenen Spektrum, das aus Standardwerkzeugaufnahmen, Steilkegelaufnahmen und Sonderaufnahmen bestand, kam noch pneumatische Messtechnik hinzu.

Neben Termintreue und kurzen Lieferzeiten kommt es den Kunden in erster Linie auf die Präzision an. Nischl hat schon Serien unter 3 µ Toleranz gefertigt. Die Philosophie des Unternehmens ist es, immer besser zu sein als die Norm. Heute exportiert Nirschl seine Produkte weltweit. Das mittlerweile nach Weilheim/Oberbayern umgesiedelte Unternehmen zählt jetzt 19 Mitarbeiter und ist weiterhin auf Wachstumskurs. Dass sich Nirschl ein profitables zweites Standbein aufbauen konnte, ist dem Zufall geschuldet. Es waren die Kunden, die mit ihren Wünschen die Firma darauf brachten, die zunächst nur für den Eigenbedarf hergestellte Messtechnik zu vermarkten.

Messtechnik war für das Weilheimer Unternehmen eine Notwendigkeit, um mit dem aktuellen Stand der Werkzeugaufnahmen, insbesondere der neuen Technologien der HSK-Aufnahmeschäfte, mithalten zu können. »Wir hätten beträchtliche Summen in die Messtechnik investieren müssen, denn das A und O ist es bei uns, dass wir das, was wir verkaufen, auch messen können«, beschreibt Held den Anspruch. »Wir liefern unsere Produkte an große Werkzeugmaschinenhersteller und Messtechnikhersteller, die selber auf das µ genau messen können. Messtechnisch müssen wir mit diesen anspruchsvollen Kunden auf Augenhöhe sein.« Doch für die junge Firma waren die teuren Messgeräte, die es am Markt gab, schlichtweg nicht bezahlbar. Kurzerhand hat sich Nirschl daher die Messmittel für den eigenen Bedarf einfach selbst gebaut. Der Maschinenpark, um die Geräte selber zu fertigen, war schließlich vorhanden. Die pneumatische Messtechnik wurde dabei nicht neu erfunden, sondern mit einem etwas anderen Prinzip abgewandelt. Wenn nun eine neue Anforderung für ein bestimmtes Produkt kommt, hat Nirschls Qualitätskontrolle auch schnell die passenden Messmittel zur Hand.

Den Geräten merkt man an, dass sie aus der Praxis kommen. Die elektronischen Bauteile sind wirksam geschützt, um auch gegen raue Umgebungsbedingungen zu widerstehen. Der Einsatz des erforderlichen Computers in einer Schleiferei ist ohnehin nicht unproblematisch. »Unser Messgerät misst notfalls auch unter Wasser, das kann auch im Schleifmittel stehen und liefert ein exaktes Ergebnis«, versichert Roman Held.

Der Kunde kann bei dem System mit einem kleinen Gerät starten, das jederzeit ausgebaut werden kann. Normalerweise lässt sich auch bereits vorhandene Messtechnik anschließen. »Das ist ähnlich wie bei den Wendeschneidplatten, mit denen wir vor acht Jahren dazu übergegangen waren, nur noch LMT-Platten einzusetzen« zieht Held einen Vergleich. Die vorhandenen Aufnahmen haben gepasst. Da man sich im ISO-Bereich bewege, seien keine neuen Spannmittel erforderlich gewesen.

Herausforderung ›rostfrei‹

Auch die von Nirschl gefertigten Werkzeughalter sind bei Bedarf an besondere Anforderungen angepasst. Wenn aggressive Medien im Einsatz sind, werden die Halter nicht aus normalen Stählen gefertigt, sondern sind aus rostfreiem gehärteten Material. Bei so einem Stahl war Nirschl eines Tages mit seinem Latein am Ende. »Gerade beim rostfreien härtbaren Stahl merkt man es sehr schnell, wenn die falschen Mittel eingesetzt werden, das zieht sich durch die ganze Prozesskette hindurch«, erinnert sich Held an die Probleme. »Bei den schwierige Zerspanungsbedingungen hatten wir beim Drehen und Fräsen immer wieder Standzeitprobleme«, ergänzt Mitgeschäftsführer Michael Plaschke. Neben dem übermäßigen Werkzeugverschleiß machte dem Unternehmen auch zu schaffen, dass die gewünschte Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit kaum hinzubekommen waren.

Gerhard Nuffer vom LMT-Vertrieb Deutschland hat zusammen mit Anwendungstechniker Richard Massenbichler vom LMT-Vertriebspartner Boehlerit nicht nur die akuten Probleme in Weilheim in den Griff bekommen, sondern mit der vorbildlichen Betreuung zugleich einen treuen Kunden gewonnen. Danach musste Nirschl lange suchen, wie Michael Plaschke berichtet. »Bei größeren Anbietern kam es immer wieder vor, dass wir eine Schachtel Schneidplatten zum Ausprobieren bekamen. Hinterher konnten wir uns nicht mal über die mangelhaften Ergebnisse beklagen, weil diese Herrschaften sich nie wieder blicken ließen.«

Nuffer kennt das. »Ich habe vor vielen Jahren schon damit aufgehört, Werkzeuge einfach nur aus der Hand zu geben«, berichtet er. »Die Informationen müssen schnell fließen. Wenn ein Techniker von uns kommt, hat er die Werkzeuge gleich mit dabei. Und er wartet das Ergebnis ab.« Die Nirschl-Geschäftsführer bestätigen dies. Als Anwendungstechniker Richard Massenbichler zum ersten Mal nach Weilheim kam, wurden gleich sämtliche in Frage kommenden Wendeplatten von Boehlerit so lange getestet, bis man auf ein gutes Ergebnis kam. Die Wahl fiel auf die Supertec LC415Z, mit der Nirschl den Nirostahl sowohl weich bearbeiten als auch hartdrehen kann.

Der Stahl, mit dem es die Weilheimer zu tun hatten, war ein N685 von Böhler, der ursprünglich für die Luftfahrt entwickelt wurde. »Vor allem wenn dieser Stahl bereits gehärtet und der Schnitt unterbrochen ist, muss man auch als Techniker ausprobieren, was man am besten nimmt«, räumt Massenbichler ein. »Von vornherein stehen mehrere Sorten zur Auswahl. Ich habe da wohl ein Gefühl dafür, was gehen könnte, Sicherheit geben aber erst die Tests vor Ort, bei denen ich die Ergebnisse auch gleich sehe.« Jede Maschine, jedes Bauteil, jedes Umfeld sei anders.

  • Die Schneidplatten der Sorte Steeltec LCP15T kann der Anwender bei der Stahlbearbeitung universell einsetzen.

    Die Schneidplatten der Sorte Steeltec LCP15T kann der Anwender bei der Stahlbearbeitung universell einsetzen.

  • Die Supertec LC415Z ist Boehlerits spezielle Lösung für schwer zerspanbare, hochwarmfeste Legierungen.

    Die Supertec LC415Z ist Boehlerits spezielle Lösung für schwer zerspanbare, hochwarmfeste Legierungen.

  • Blick in die Fertigungshalle bei Nirschl in Weilheim.

    Blick in die Fertigungshalle bei Nirschl in Weilheim.

  • Endbearbeitung einer Werkzeugaufnahme auf der Studer.

    Endbearbeitung einer Werkzeugaufnahme auf der Studer.

  • Die Werkzeugaufnahme ist bei Nirschl das Werkstück. Die Produktvielfalt des kleinen Herstellers ist enorm.

    Die Werkzeugaufnahme ist bei Nirschl das Werkstück. Die Produktvielfalt des kleinen Herstellers ist enorm.

  • Das dreischneidige Pentatec von Boehlerit ist für fünf verschiedene Anwendungen einsetzbar.

    Das dreischneidige Pentatec von Boehlerit ist für fünf verschiedene Anwendungen einsetzbar.

  • Gute Zusammenarbeit (v.l.): Michael Plaschke (Nirschl), Richard Massenbichler (Boehlerit), Gerhard Nuffer (LMT) und Roman Held (Nirschl).

    Gute Zusammenarbeit (v.l.): Michael Plaschke (Nirschl), Richard Massenbichler (Boehlerit), Gerhard Nuffer (LMT) und Roman Held (Nirschl).

  • Aus den zunächst nur für den Eigenbedarf hergestellten pneumatischen Messgeräten ist inzwischen eine ganze Produktlinie geworden.

    Aus den zunächst nur für den Eigenbedarf hergestellten pneumatischen Messgeräten ist inzwischen eine ganze Produktlinie geworden.

  • Eine kleine Auswahl von Werkzeugaufnahmen aus der Produktion von Nirschl.

    Eine kleine Auswahl von Werkzeugaufnahmen aus der Produktion von Nirschl.

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Unternehmensinformation

Boehlerit GmbH & Co. KG

Werk VI-Straße
AT 8605 KAPFENBERG
Tel.: 00433862-300-0
Fax: -560

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