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maschine+werkzeug 03/2016

Smart, virtuell und additiv

EXTRA Drehen, Bohren, Fräsen

Präzisionswerkzeuge - Die Welt der Zerspaner ist im Wandel: Doch welche Themen beschäftigen die Hersteller der Präzisionswerkzeuge besonders? Eine Bestandsaufnahme bei namhaften Firmen.

Für ihn schlägt es im wahrsten Sinn 13: Lothar Horn hat als Geschäftsführer der Paul Horn GmbH aus Tübingen gleich 13 Trends ausgemacht: Sein Unternehmen beeinflussen aktuell ebenso Hype-Themen (Industrie 4.0, 3D-Druck), Materialfragen (CFK, Titan, Verbund- und Hybridwerkstoffe), spezielle Branchenlösungen (automobiler Leichtbau mit CFK) und reinrassige Werkzeug-Trends. Entsprechend diesen Trends baut Horn das Produktfolio bei Stech- und Fräswerkzeugen sowie Sonderanwendungen 2016 aus. Einen Einblick vermittelte die Metav 2016, auf der die Tübinger unter anderem Lösungen zum Verzahnen, neue Alu-Stechgeometrien und eine neue neunschneidige Zirkularfräsplatte präsentierten.

Industrie 4.0 ist auch für einen Nachbarn aus Tübingen ein besonders wichtiges Thema. Einen Schritt in diese Richtung geht die Walter AG mit dem Ausbau ihres Identifikationssystems für Werkzeuge. Die Tübinger kennzeichnen ihre Werkzeuge mit einem maschinenlesbaren Data-Matrix-Code. Ähnlich einer Seriennummer ermöglicht er die eindeutige Identifikation des Werkzeugs. Im Zusammenspiel mit einem Toolmanagement-System vereinfacht der Code die Werkzeugverwaltung zukünftig stark. Das Identifikationssystem verknüpft Werkzeugverwaltung und Fertigungskontrolle. Nach dem Einlesen der ID-Nummer kann der Anwender in der Zukunft nachverfolgen, welche Bauteile mit welchen Werkzeugen gefertigt wurden. Auf diese Weise lassen sich Schwachstellen rechtzeitig erkennen und die Prozessqualität verbessern. Aktuell werden zwei Applikationen bei einem ersten Pilotkunden eingesetzt. Holger Langhans, Direktor des Geschäftsbereichs Walter Multiply, erklärt: »Weitere Pilotprojekte werden 2016 folgen genauso wie die Erweiterung des Funktionsumfangs.«

In diesem Jahr geht außerdem das neue Technology Center in Betrieb, das mit fünf Werkzeugmaschinen mit neuester Technologie – vom Drehen/Dreh-Fräsen bis hin zur Fünf-Achs-Bearbeitung und High-Speed-Machining – ausgestattet ist. Das neue Zentrum verfügt außerdem über einen komplett eingerichteten Toolroom zum Voreinstellen, einem Werkzeuglager und einem Bereich zum Schrumpfen von Werkzeugen. »Ziel ist es, dieses Technology Center in eine Smart Factory eine digitale Fabrik zu verwandeln und die neuesten Entwicklungen für unsere Kunden anfassbar zu machen«, meint Holger Langhans. »Hier können sie den Leistungsumfang unseres Identifikationssystems selbst ausprobieren, live die Maschinen überwachen und optimieren und diverse Apps kennenlernen.«

Eine wichtige Rolle spielt bei Industrie 4.0 die Standardisierung: Die Haimer GmbH aus Igenhausen bietet als Weltmarktführer im Bereich Schrumpf- und Auswuchttechnik bereits wichtige Bausteine für den organisierten Ablauf des Toolmanagements in einer modernen Fertigung an. Nun möchte Haimer den Werkzeugwechsel mit der neuen revolutionären Schnittstelle für Hartmetall-Werkzeugköpfe, ›Duo-Lock‹, erleichtern. Das Unternehmen hat die Schnittstelle in seiner finalen Ausführung in Deutschland erstmals auf der Metav 2016 vorgestellt.

Haimer bietet das patentierte und markenrechtlich geschützte System – nach Firmenaussagen die stabilste Schnittstelle für Hartmetall-Werkzeugköpfe – auch anderen Werkzeugherstellern mit Lizenzierung an, um einen kompatiblen Hochleistungsstandard für Einschraubfräser im Markt zu etablieren. »Die Schnittstelle hat Ihre Stärken vor allem bei der Stabilität, der Werkzeugstandzeit und der Produktivität«, erklärt Geschäftsführer Andreas Haimer. »Die Vibrationsdämpfung des Systems ist ein entscheidendes Kriterium für die Werkzeugstandzeit. Es zeigt sich, dass sich der hohe Entwicklungsaufwand bei der Schnittstelle lohnen wird.« Mit der neuen Schnittstelle sollen zeitaufwendige Voreinstellprozesse entfallen. Denn der Anwender kann das Werkzeug direkt in der Maschine wechseln.

  • Vereinfachte Werkzeugverwaltung: Der Data-Matrix-Code sorgt für die eindeutige Identifikation des Werkzeugs.

    Vereinfachte Werkzeugverwaltung: Der Data-Matrix-Code sorgt für die eindeutige Identifikation des Werkzeugs.

  • Stabil und standardisiert: Industrie 4.0 steht und fällt auch mit der Standardisierung von mechanischen Schnittstellen (hier ein System für Einschraubfräser).

    Stabil und standardisiert: Industrie 4.0 steht und fällt auch mit der Standardisierung von mechanischen Schnittstellen (hier ein System für Einschraubfräser).

  • Per additiver Fertigung entstehen Werkzeuge (hier ein Walzfräser) individuell und maßgeschneidert.

    Per additiver Fertigung entstehen Werkzeuge (hier ein Walzfräser) individuell und maßgeschneidert.

  • »Wir wollen unser Technology Center in eine Smart Factory eine digitale Fabrik – verwandeln«, erklärt Holger Langhans von Walter.

    »Wir wollen unser Technology Center in eine Smart Factory eine digitale Fabrik – verwandeln«, erklärt Holger Langhans von Walter.

  • Ohne Personaleinsatz: Automatisierte Werkzeugausgabesysteme versorgen in Cyber-Netzwerken die Produktion rund um die Uhr mit Werkzeugen.

    Ohne Personaleinsatz: Automatisierte Werkzeugausgabesysteme versorgen in Cyber-Netzwerken die Produktion rund um die Uhr mit Werkzeugen.

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