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maschine+werkzeug 02/2019

Schichtarbeit

Werkzeuge

Beschichtungen – Elektromobilität, Leichtbau, Material‧mix – die Zerspanungsindustrie steht vor großen Heraus‧forderungen. Der Anbieter von Werkzeugbeschichtungen Cemecon gibt Einblick, wie er neuen Trends bei steigendem Wettbewerbsdruck begegnet.


Spezielle Vorbehandlung

Die Lösung: Cemecon musste eine extrem feinkristalline Diamantschicht entwickeln, ohne dass sich der Diamantanteil reduzierte. »Das war nicht ganz einfach, aber letztendlich haben wir es geschafft«, erinnert sich Manfred Weigand. »Dann mussten wir noch das Optimum aus Schneidkantenpräparation und Schichtdicke finden.«
Der Trick dabei: Cemecon hat bei CCDia Aerospeed eine Vorbehandlung entwickelt, die keinen Abtrag mehr erzeugt. Die Mikrogeometrie des Werkzeugs wird nicht beeinflusst. »Auf diese Weise bekommen wir eine extrem scharfe Schneide«, präzisiert Weigand. Damit ist ein besseres Trennen der Faser möglich. Die Oberfläche von CCDia Aerospeed ist sehr glatt und bietet gleichzeitig eine sehr gute Haftung. Premiumlösungen sind auch in der Medizintechnik gefragt. Das für Prothesen verwendete Chrom-Cobalt ist zwar verschleißfest und biokompatibel, aber in der Zerspanung eine absolute Herausforderung. Das zähe Material schmiert enorm. Cemecon bietet dafür den Schichtwerkstoff ›Inoxacon‹, der Kalkaufschweißungen verhindert.

In der Dentaltechnik ist Zirkoniumoxid weit verbreitet. Da dieses Material im Grünzustand gefräst wird, ist es anfällig für kleinste Beschädigungen. Damit nachher niemand ausgebrochene Kanten an der Krone im Mund verspürt, muss das Werkzeug hochpräzise arbeiten. Zirkoniumoxid ist extrem abrasiv. Deshalb sind für dessen Zerspanung verschleißfeste Werkzeuge mit dem Schichtwerkstoff ›CCDia Carbonspeed‹ notwendig, wie Cemecon durch Tests in Zahnlaboren festgestellt hat. Ein großer Markt für den Hersteller ist darüber hinaus die Elektronikbranche. Grafitformen für Smartphones beispielsweise müssen noch händisch nachpoliert werden. Dieser Zusatzschritt soll künftig wegfallen, »indem die Oberfläche über einen prozesssicheren Zerspanprozess fertig bearbeitet wird«, verrät Manfred Weigand. Neben der Komplettbearbeitung sind hier vor allem auch Mikrowerkzeuge gefragt, mit denen etwa winzige Gewinde in Handygehäuse aus rostfreiem Stahl gefräst werden.

Hierfür hat das Unternehmen mit ›HiPIMS‹ (High Power Impulse Magnetron Sputtering) ein PVD-Beschichtungsverfahren zur Marktreife entwickelt. HiPIMS vereint die glatte Oberfläche des Sputterns mit einer hervorragenden Haftung. Ein weiterer Vorteil ist eine homogene Schichtdickenverteilung, die für komplexe 3D-Geometrien erforderlich ist. Die Schichtwerkstoffe sind hart und zäh zugleich. »An sich ein Widerspruch, aber HiPIMS macht dies möglich«, versichert Weigand. Aktuell gibt es drei Schichtwerkstoffe: ›Ferrocon‹ für Stahl und Guss, ›Inoxacon‹ für rostfreie Werkstoffe sowie Titan und ›Alucon‹ für NE-Metalle.
So arbeitet Cemecon gemeinsam mit dem Werkzeughersteller und idealerweise auch mit dem Endanwender zusammen an den Lösungen für die Werkstoffe von morgen. »Substrat, Werkzeuggeometrie und Beschichtung müssen immer aufeinander abgestimmt werden – das geht nur Hand in Hand«, betont Weigand. Im Beschichtungszentrum in Würselen mit mehr als 40 Beschichtungsanlagen werden im Drei-Schicht-Betrieb bis zu neun Millionen Zerspanungswerkzeuge pro Jahr beschichtet. Außerdem befindet sich am Stammsitz der gesamte Anlagenbau. So kann das Unternehmen weltweit die gleiche Qualität garantieren. Mehr als 300 Maschinen hat Cemecon bisher installiert.

  • Seine Beschichtungslösungen für die Werkstoffe von morgen entwickelt Cemecon immer Hand in Hand mit dem Werkzeughersteller und idealerweise auch mit dem Endanwender. Bild: Cemecon

    Seine Beschichtungslösungen für die Werkstoffe von morgen entwickelt Cemecon immer Hand in Hand mit dem Werkzeughersteller und idealerweise auch mit dem Endanwender. Bild: Cemecon

  • Im Beschichtungszentrum von Cemecon in Würselen werden mit mehr als 40 Beschichtungsanlagen bis zu neun Millionen Zerspanungswerkzeuge pro Jahr beschichtet, darunter sind auch etliche Wendeschneidplatten. Bild: Cemecon

    Im Beschichtungszentrum von Cemecon in Würselen werden mit mehr als 40 Beschichtungsanlagen bis zu neun Millionen Zerspanungswerkzeuge pro Jahr beschichtet, darunter sind auch etliche Wendeschneidplatten. Bild: Cemecon

  • In der Dentaltechnik ist Zirkoniumoxid verbreitet. Bild: Cemecon

    In der Dentaltechnik ist Zirkoniumoxid verbreitet. Bild: Cemecon

  • Im Flugzeugbau wird oft Inconel eingesetzt. Bild: Cemecon

    Im Flugzeugbau wird oft Inconel eingesetzt. Bild: Cemecon

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www.cemecon.de


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Unternehmensinformation

CemeCon AG

Adenauerstr. 20 a
DE 52146 Würselen
Tel.: 02405-4470-110
Fax: -199

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