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maschine+werkzeug 08/2014

Prozesssichere Hartbearbeitung

Technik - Werkzeuge

Beim Hartfräsen setzt Walther Wolf in Wendelstein seit vielen Jahren auf die Vollhartmetall-Fräser von Hitachi Tool, seit Kurzem ergänzt durch die neue Generation von Wendeschneidplatten-Fräsern.

Dass Tradition und Fortschritt perfekt zusammenpassen, wird bei Walther Wolf in Wendelstein nahe Nürnberg jeden Tag aufs Neue deutlich. 1907 vom Urgroßvater des heutigen Inhabers und Geschäftsführers Jochen Dorlöchter als Gravieranstalt in Nürnberg gegründet, entwickelte sich aus dem Handwerksbetrieb im Laufe der Jahrzehnte ein Hightech-Unternehmen für Spritzgießformenbau, Messtechnik und Lohnarbeiten mit höchsten Maßanforderungen. Hinzu kommt ein umfangreiches Dienstleistungsangebot, das die Beratung bei der Auslegung von Bauteilen oder die Gestaltung von Werkzeugfamilien ebenso umfasst wie die Ausarbeitung von Automatisierungskonzepten.

Automatisierung

»Unsere Stärken liegen bei kleinen Werkzeugen unterhalb von 1,5 Tonnen mit Insert- oder Drehtellertechnik, mit denen unsere Kunden unter anderem hochpräzise Einlegeteile wie zum Beispiel Steckverbinder herstellen«, erklärt Jochen Dorlöchter. Weitere Schwerpunkte sind die Elektrodenherstellung, auch als Lohnarbeit, sowie Fertigungsdienstleistungen mit dem Fokus auf Fräsen, Erodieren und Lasergravieren.

Bei Walther Wolf wird nicht nur mit hochmodernem Maschinenequipment bis in den Mikrometer-Bereich gefertigt, auch das Thema Automatisierung nimmt einen hohen Stellenwert ein. Denn beim Gang durch die klimatisierten Fertigungsräume fällt der Blick schnell auf einen Linearroboter. Hinter Glaswänden surrt er auf Schienen in einer 23 Meter langen Fertigungszelle hin und her und bedient die einzelnen Stationen. Mehrere Tausend Elektroden, überwiegend aus Grafit, werden pro Jahr in dieser Anlage (Chameleon von Zimmer+Kreim) rund um die Uhr automatisch gefräst, gewaschen, vermessen, zwischengelagert und in die zwei Erodiermaschinen eingewechselt.

»Die Flexibilität dieser Anlage ermöglicht es, dass sich die einzelnen Stationen auch manuell nutzen lassen – und die automatische Abarbeitung der Aufträge im Hintergrund trotzdem weiterläuft«, erklärt Dorlöchter. »Deshalb verwenden wir unsere beiden fünfachsigen HSC-Maschinen von Röders, die in Chameleon eingebunden sind, auch für andere Aufgaben – vorwiegend zum Hartfräsen.« So sind die Maschinen besser ausgelastet, was mehr Spielraum in der Kalkulation lässt.

Durch Fokussierung auf kleine, hochpräzise Spritzgießwerkzeuge hat Walther Wolf bei der Hartbearbeitung von Werkstoffen bis zu 70 HRC im Laufe der Jahre sehr viel Erfahrung aufgebaut, die auch die Kunden aus dem Bereich Lohnfertigung zu schätzen wissen. Beim hochgenauen Hartfräsen setzt Walther Wolf schon seit Langem auf Vollhartmetall-Werkzeuge (VHM) von Hitachi. Die seien zwar vom Preis her weit oben angesiedelt, aber ihr Geld wirklich wert, ist Dorlöchter überzeugt: »Diese hochpräzisen Fräser übernehmen bei uns immer mehr Aufgaben, die früher nur senkerodiert werden konnten«.

Natürlich ist der Trend, Erodieren durch Hartfräsen zu ersetzen, kein Selbstzweck, sondern hat handfeste wirtschaftliche Vorteile: Zusätzliche Fertigungsschritte und die Kosten für die Elektroden entfallen, im Idealfall ebenso der Aufwand für Nachbearbeitung und Polierarbeit der Oberflächen.

Auch für das Problem, dass bei der Hartbearbeitung mit VHM-Werkzeugen hohe Präzision mit starkem Werkzeugverschleiß erkauft wird, gibt es inzwischen eine Lösung. Mit den neuen VHM-Fräsern der Epoch-21-Reihe lassen sich Kalt- und Warmarbeitsstähle mit Härten von bis 72 HRC prozesssicher bearbeiten. Denn die Fräser verfügen über eine spezielle Schneidengeometrie und ein neues Feinstkornsubstrat sowie die Hitachi-Tool-eigenen nanokristallinen PVD-Beschichtungen TH45+ und TH64+ ATH.

  • VHM-Fräser der Epoch-21-Reihe im Einsatz.

    VHM-Fräser der Epoch-21-Reihe im Einsatz.

  • Montierte Hitachi-Werkzeuge im Magazin der Fertigungszelle ›Chameleon‹, die automatisch in die beiden HSC-Maschinen von Röders eingewechselt werden.

    Montierte Hitachi-Werkzeuge im Magazin der Fertigungszelle ›Chameleon‹, die automatisch in die beiden HSC-Maschinen von Röders eingewechselt werden.

  • Jochen Dorlöchter (links), Inhaber und Geschäftsführer von Walther Wolf mit Andreas Lehner, Anwendungstechniker bei Hitachi Tool.

    Jochen Dorlöchter (links), Inhaber und Geschäftsführer von Walther Wolf mit Andreas Lehner, Anwendungstechniker bei Hitachi Tool.

  • 4/5 Polieren überflüssig: Werkzeugeinsatz aus Warmarbeitsstahl 1.2343 mit 53 bis 54 HRC (rechts), auf Endmaß geschlichtet mit dem Torus-Wendeschneidplattenfräser ASPV-Mini (links). 6 Einsatz für Schrägverzahnung.

    4/5 Polieren überflüssig: Werkzeugeinsatz aus Warmarbeitsstahl 1.2343 mit 53 bis 54 HRC (rechts), auf Endmaß geschlichtet mit dem Torus-Wendeschneidplattenfräser ASPV-Mini (links). 6 Einsatz für Schrägverzahnung.

  • Bild 5: Prozesssichere Hartbearbeitung

    Bild 5: Prozesssichere Hartbearbeitung

  • Bild 6: Prozesssichere Hartbearbeitung

    Bild 6: Prozesssichere Hartbearbeitung

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Unternehmensinformation

MMC Hitachi Tool Engineering Europe GmbH

Itterpark 12
DE 40724 Hilden
Tel.: 02103-2482-0
Fax: 02103-2482-30

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