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maschine+werkzeug 04/2014

Prozesssicher mit Goldbohrern

Technik - Werkzeuge

Bohren - Goldtwist-Wechselkopfbohrer von Ingersoll sorgen für prozesssicheres Bohren von Windkraftkomponenten bei der Armacon-Steel in Magdeburg. Darüber hinaus konnten sie die Standzeit um ein Vielfaches steigern.

Hier geht es zu den Goldtwist-Bohrern von Ingersoll.

Armacon-Steel in Magdeburg ist das Nachfolge-Unternehmen der S+S Armaturen GmbH & Co. KG und setzt die Tradition des Magdeburger Armaturen- und Maschinenbaus auf dem Betriebsgelände des früheren DDR-Armaturenkombinats ›Magdeburger Armaturenwerke‹ fort. Heute werden hier mit bis zu 70 qualifizierten Mitarbeitern nach Kundenvorgabe Armaturen, Armaturenkomponenten und Ausrüstungsteile für den Maschinen- und Anlagenbau gefertigt.

Problemfall Rotornabe

Zum Produktspektrum gehören triexzentrische Absperrklappen (›Armacon valve‹) mit freiem Durchgang, triexentrische Absperrklappen, Ringkolbenventile, Hochdruckschieber, Kugelhähne, Absperrventile und Kipp-Rückschlagventile. Das Leistungsangebot reicht von der Konstruktion über die mechanische Fertigung bis zur Montage und Prüfung. Das Unternehmen verfügt auch über eine leistungsfähige Schweißtechnik für hochwertiges Verbindungs- und Auftragsschweißen. Zertifizierte Schweißer, diverse Verfahrenszulassungen und aktuelle Prüfmethoden erfüllen alle wichtigen Schweißanforderungen. Moderne Werkhallen und ein leistungsfähiger Maschinenpark mit Großwerkzeugmaschinen bieten die Möglichkeit für Lohnbearbeitungen von Werkstücken, die nicht überall bearbeitet werden können.

Bei den Scheibenrotornaben für Windkrafträder mit einem Durchmesser von 3800 Millimeter handelt es sich um ein solches großes Bauteil. Der Hauptanteil bei der Bearbeitung dieses Werkstücks liegt im Bohren von 720 Bohrungen mit einem Bohrdurchmesser von 13,5 Millimeter. Durch starke Standzeitschwankungen war die Prozesssicherheit bei dieser Bohrbearbeitung nicht gegeben. Bernd Reidemeister von der Arbeitsvorbereitung Armacon-Steel in Magdeburg hatte in der Zwischenzeit schon mit vielen namhaften Werkzeugherstellern Bearbeitungstests ausgeführt, ohne dass das Problem zufriedenstellend gelöst werden konnte.

Im Oktober 2012 stellte Daniel Wustrau als zuständiger technischer Berater von Ingersoll das neue Wechselkopf-Bohrsystem ›Goldtwist‹ vor. Fertigungsleiter Andreas Scheid erkannte sofort das optimale Testfeld für die neuen Bohrer. Wustrau und Reidemeister setzten daraufhin die Goldtwist-Bohrkopfwerkzeuge am Scheibenrotor ein. Die Tests wurden an der Original-Bearbeitungsmaschine, einem horizontalen Bearbeitungszentrum von Union mit 50 Kilowatt Leistung und interner Kühlung, geplant. Als zu bearbeitendes Material wurde Baustahl vom Typ ›St 50-2‹ eingesetzt. Mit von der Partie bei diesem Test waren auch drei andere Bohrwerkzeuge von renommierten Werkzeugherstellern. Die Werkzeuge der drei Mitbewerber erreichten Standmengen von 320, 350 und 560 Bohrungen. Keines dieser Werkzeuge konnte ein komplettes Werkstück mit 720 Bohrungen bearbeiten.

Der Goldtwist-Wechselkopf-Bohrer von Ingersoll zeigte dagegen nach der kompletten Bearbeitung eines Bauteils mit 720 Bohrungen einen moderaten Verschleiß. Um die wirkliche Standzeit zu ermitteln, konnten 1000 Bohrungen gefertigt werden. Dies entspricht einer Steigerung der Standmenge von 79 bis 212 Prozent zu den Wettbewerbsprodukten. Da das Hauptproblem in der Vergangenheit in der fehlenden Prozesssicherheit lag, entschied sich Armacon-Steel, nach jedem Werkstück die Bohrkrone zu wechseln und somit die Prozesssicherheit noch weiter zu verbessern.

In der täglichen Praxis sind die Goldtwist-Bohrer nun fast ein Jahr im Einsatz und der äußerst positive Eindruck hat sich sogar verstärkt. Bisher sind mit einem Bohrkörper 36000 Bohrungen bearbeitet worden, was einer Bohrlänge von 2340000 Millimeter entspricht. Der Bohrkörper selbst zeigt nach diesem Standweg keinen Verschleiß, was unter anderem auf die polierten Spankammern und die komplette PVD-Verschleißbeschichtung des Bohrkörpers zurückzuführen ist. Auch das Klemmsystem für die Bohrkronen spannt exakt wie am ersten Tag. Durch den Einsatz von Goldtwist ist die Prozesssicherheit bei dieser Bearbeitung kein Thema mehr. Durch die längere Standzeit wurde auch die Wirtschaftlichkeit der Bearbeitung verbessert.

Die 2011 vorgestellte Bohrerserie hat sich inzwischen in vielen Anwendungen bewährt. Die verbesserte Schnittstelle mit neuem, innovativem Klemmsystem gewährleistet auch nach einer großen Anzahl von Kopfwechseln eine zuverlässige Klemmung. Dank des großen Erfolgs des Bohrsystems hat Ingersoll kürzlich die Produktpalette erweitert: Die Werkzeuge stehen nun im Durchmesserbereich von 7 bis 25,9 Millimeter zur Verfügung.

Hier geht es zu den Goldtwist-Bohrern von Ingersoll.

  • Daniel Wustrau von Ingersoll (rechts) und Bernd Reidemeister diskutieren die Bohrbearbeitung.

    Daniel Wustrau von Ingersoll (rechts) und Bernd Reidemeister diskutieren die Bohrbearbeitung.

  • Das Original-Werkzeug nach 36000 Bohrungen und 2340000 Millimeter Standweg.

    Das Original-Werkzeug nach 36000 Bohrungen und 2340000 Millimeter Standweg.

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Unternehmensinformation

Ingersoll Werkzeuge GmbH

Kalteiche-Ring 21-25
DE 35708 Haiger
Tel.: 02773-742-0
Fax: -812

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