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maschine+werkzeug 07/2017

Produktiver auf allen Ebenen

Werkzeuge

Bohren/Fräsen - Auf der EMO zeigt Komet Standardpräzisionswerkzeuge, projektbezogene Entwicklungen und digitale Produkte. Der Hersteller will sich mit diesen drei neuen Geschäftsbereichen mehr auf Kundenbedürfnisse ausrichten.

Produkte, Projekte und Digitalisierung – das sind laut Komet-Geschäftsführer Dr. Christof Bönsch die drei Säulen, die die Unternehmensgruppe in den nächsten zehn Jahren tragen werden. Denn der Markt für Zerspanungsunternehmen befindet sich im Wandel. Zwar sind leistungsfähige Präzisionswerkzeuge nach wie vor wichtig, doch ist es für viele Anwendungen nicht mit einem standardisierten Katalogwerkzeug getan.

Komet forciert daher die Projektarbeit, in der gemeinsam mit dem Kunden Zerspanungslösungen entwickelt werden, und die Digitalisierung. »Mit dem Assistenzsystem ›Toolscope‹ haben wir uns als erstes Unternehmen der Werkzeugbranche klar für die Digitalisierung in der Zerspanungswelt positioniert«, erklärt Dr. Bönsch. »In kurzer Zeit sind wir in diesem Bereich zu einem bedeutenden Partner für unsere Kunden geworden.«

Um die Position auszubauen, treibt Komet die Entwicklung in den drei Säulen voran. Auf der EMO stellt der Werkzeughersteller mehrere Neuentwicklungen vor. Bei der Katalogware sticht das Programm an ultraharten Schneidstoffen heraus. Diese sind ein wichtiger Schlüssel für effiziente Bearbeitungsprozesse – insbesondere bei Leichtbauwerkstoffen oder in der Hartbearbeitung.

Komet bietet ein komplettes Programm an Bohr-, Dreh-, Fräs- und Gewindewerkzeugen, die – ausgestattet mit PKD (Polykristalliner Diamant), CVD-D (Dickschickt-Diamant), CBN (Kubisches Bornitrid) und NCD (Nanokristalliner Diamant) als aufgelötete Elemente oder als Beschichtungen – für eine effiziente Zerspanung sorgen. Ein Highlight für die Reibbearbeitung ist das WSP-Werkzeug ›Freemax‹, das eine einfache Handhabung ermöglicht und Fehler beinahe ausschließt. Denn die dreischneidigen Wendeschneidplatten können jetzt in beliebiger Reihenfolge auf das neue Werkzeug montiert werden. Das Freemax-Werkzeug wird zur EMO im Durchmesserbereich 70 bis 100 Millimeter zu sehen sein. Werkzeuge kleiner 40 und größer 100 Millimeter folgen in naher Zukunft.

Einen Volltreffer landet Komet mit der Entwicklung neuer PKD-Planfräser, deren Schneidenträger additiv hergestellt wird. Sie zeichnen sich gegenüber herkömmlich gefertigten PKD-Planfräswerkzeugen durch nahezu doppelte Produktivität aus. Denn durch das neue Verfahren lassen sich deutlich mehr Schneiden an einem Werkzeug realisieren. Dazu kommt ein frei gestaltbares Kühlkanaldesign, das den Kühlmittelstrom optimal an die Zerspanungsstelle leitet. Auch die Achswinkel lassen sich größer gestalten: Der Schnitt ist weicher und die Werkstücke weisen kaum einen Grat auf.

Die additive Fertigung erschließt auch für objektbezogene Entwicklungen neue Perspektiven. So ist es Komet gelungen, einen PKD-Bohrer zu entwickeln, der beim Erzeugen von Durchgangsbohrungen in Hohlräume und Kammern Restspäne im Bauteil vermeidet. Das zum Auf- und Vollbohren geeignete Werkzeug enthält in den Spannuten spezielle Spanlenkungseinsätze, die konventionell nicht herstellbar sind. Nur über die additive Fertigung lässt sich das spezielle Design der Spanlenkungsnut und des Kühlkanals realisieren. Auf der Messe demonstriert Komet die Wirkweise der PKD-Bohrer am Beispiel einer Froststopfenbohrung in wassergekühlten Motoren.

Ein weiteres PKD-Sonderwerkzeug wird auf der EMO für Furore sorgen: ein Planfräser – entwickelt für die Bearbeitung eines Kurbelgehäuses – der bei hohen Drehzahlen einen Sog zur Unterstützung der Späneabfuhr bewirkt. Das zum Patent angemeldete System beruht auf einem besonders gestalteten Spankanal und der durch die Wendeschneidplatte erzeugten Spanform. Im Zusammenspiel mit der Umlenkung des Kühlschmierstoffs an der Stirnseite des Planfräsers kommt dieser Sog zustande, der die Späne nach oben abzieht.

Zum Besuchermagneten wird sich die Turbolader-Bearbeitung entwickeln, die Komet gemeinsam mit dem Kunden und dem Maschinenhersteller erarbeitete. Durch den Einsatz eines Bearbeitungszentrums in Kombination mit einem speziellen ›Komtronic‹-U-Achs-Werkzeug wird bei der V-Band-Bearbeitung bis zu 67 Prozent Zeit eingespart. Diese resultiert durch das Interpolationsdrehen mit dem U-Achssystem, das das ursprünglich verwendete Zirkularfräsen ersetzt. Über den kompletten Zerspanungsprozess hinweg wirkt sich das in einer 25 Prozent schnelleren Bearbeitung aus.

  • Die Komet Group tritt auf der EMO mit einem Vollsortiment von Werkzeugen mit ultraharten Schneidstoffen auf. Bild: Komet

    Die Komet Group tritt auf der EMO mit einem Vollsortiment von Werkzeugen mit ultraharten Schneidstoffen auf. Bild: Komet

  • Einfach in der Handhabung: Beim neuen WSP-Reibwerkzeug ›Freemax‹ können die dreischneidigen Wendeschneidplatten in beliebiger Reihenfolge auf das Werkzeug montiert werden. Bild: Komet

    Einfach in der Handhabung: Beim neuen WSP-Reibwerkzeug ›Freemax‹ können die dreischneidigen Wendeschneidplatten in beliebiger Reihenfolge auf das Werkzeug montiert werden. Bild: Komet

  • Dieses PKD-Bohrwerkzeug enthält in den Spannuten additiv erzeugte Spanlenkungseinsätze, die auch bei Durchgangsbohrungen in Hohlräume und Kammern für ein spänefreies Bauteil sorgen. Bild: Komet

    Dieses PKD-Bohrwerkzeug enthält in den Spannuten additiv erzeugte Spanlenkungseinsätze, die auch bei Durchgangsbohrungen in Hohlräume und Kammern für ein spänefreies Bauteil sorgen. Bild: Komet

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Tel.: 07143-373-0
Fax: -233

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