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05.04.2017

Längs- Plan- und Profildrehen mit nur einem Werkzeug

Mit der Prime-Turning-Methode und den dazugehörigen Werkzeugen bietet Sandvik Coromant insbesondere Herstellern in der Automobil- und Luftfahrtindustrie eine neue Lösung zum Drehen in alle Richtungen.

Sandvik Coromant ermöglicht mit seiner neuen Prime-Turning-Methode und seinen Coroturn-Prime-Werkzeugen die Drehbearbeitung in alle Richtungen. Bild: Sandvik Coromant

Im Gegensatz zu der für lange Zeit weitgehend unveränderten konventionellen Drehbearbeitung ermöglicht Prime-Turning mit nur einem Werkzeug das Längs- (vorwärts und rückwärts), Plan- und Profildrehen. Die neue Methode basiert auf einem Werkzeug, das nahe dem Spannfutter in das Werkstück eintritt und das Material abträgt während es in Richtung des Reitstocks verfährt. Auf diese Weise sind Bearbeitungen mit kleinem Einstellwinkel und größerem Eintrittswinkel sowie die Zerspanung mit höheren Schnittparametern möglich. Außerdem kann mit den gleichen Werkzeugen herkömmlich zerspant werden, also die Drehbearbeitung vom Werkstückende in Richtung Spannfutter.

Mit Prime-Turning lassen sich laut Sandvik Coromant Produktivitätssteigerungen von über 50 Prozent realisieren. Die deutlichen Verbesserungen lassen sich auch auf den kleinen Einstellwinkel und den größeren Eintrittswinkel zurückführen. Hierdurch werden dünnere und breitere Späne produziert, die die Last und die Hitze weg vom Schneidenradius führen; dies führt zu höheren Schnittdaten und längeren Standzeiten.

Da beim Prime-Turning von der Schulter weg bearbeitet wird, besteht nicht die Gefahr von Späneklemmern – ein häufiger und unerwünschter Effekt beim konventionellen Längsdrehen. Und eine höhere Maschinenauslastung aufgrund reduzierter Rüstzeiten und weniger Nebenzeiten für Werkzeugwechsel erhöht die Gesamtproduktivität.

Insbesondere fertigungsintensive Industrien wie die Automobil- und Luftfahrtindustrie werden vom neuen Prime-Turning profitieren – überall dort, wo Außendrehbearbeitungen im Rahmen von Großserienfertigungen durchgeführt werden oder wo mehrere Set-ups und häufige Werkzeugwechsel gefordert sind.

„Erfahrene Anwender wissen, dass ein kleiner Einstellwinkel höhere Vorschubgeschwindigkeiten ermöglicht“, sagt Håkan Ericksson, Leiter der Anwendungstechnik bei Sandvik Coromant. „Dennoch sind bei der konventionellen Drehbearbeitung Winkel von etwa 90 Grad notwendig, um die Schulter zu erreichen und die langen, gewölbten Späne, die ein kleiner Einstellwinkel typischerweise liefert, zu vermeiden. Prime-Turning löst diese Probleme durch die Kombination aus einer perfekten Reichweite an der Schulter und einem Einstellwinkel von 25 bis 30 Grad mit exzellenter Spankontrolle und engen Toleranzen. Diese Innovation steht für unzählige Möglichkeiten, Drehprozesse effizienter und produktiver zu machen. Es ist nicht nur ein neues Werkzeug, sondern eine völlig neue Art der Drehbearbeitung.“

Sandvik Coromant führt zunächst zwei Coroturn-Prime-Drehwerkzeuge und den Prime-Turning-Codegenerator ein, der optimierte Programmiercodes und Techniken liefert. Die einzigartigen Coroturn-Prime-Wendeschneidplatten verfügen für eine effiziente Schneidkantenausnutzung und längere Standzeiten über drei Schneidkanten je Schneidenecke: eine fürs Längsdrehen, eine fürs Plandrehen und eine fürs Profildrehen.

Die neue Wendeschneidplattensorte Coroturn-Prime-A-Type verfügt über drei 35-Grad-Schneidenecken. Sie ist für leichtes Schruppen, die Schlichtbearbeitung und das Profildrehen konzipiert. Coroturn-Prime B-Type-Platten bieten robuste Schneiden und wurden speziell für die Schruppbearbeitung entwickelt. Derzeit sind neun Coroturn-Prime-A-Type und sechs Coroturn-Prime-B-Type-Wendeschneidplatten erhältlich; geeignet für ISO P (Stahl)-, ISO S (hitzebeständige Superlegierungen und Titan)- und ISO M (Edelstahl)-Materialien – Lösungen für weitere Werkstoffgruppen sind bereits in Planung. Darüber hinaus sind 52 verschiedene Werkzeughalter lieferbar.

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