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maschine+werkzeug 06/2012

Igel frisst Stahl

Technik - Werkzeuge

Grossteilebearbeitung - Mit den Tagebauen in der Lausitz und in Mitteldeutschland ist das Unternehmen Takraf groß geworden. Heute arbeiten seine Schaufelradbagger und Förderanlagen in aller Welt. Für die Produktion entscheidender Teile kommt der Igel von Avantec (kleines Bild) zum Einsatz.

Optimale Abstimmung

Avantecs Zauberwaffe für solche Fälle ist der Igel. »Unser Igel ist prädestiniert dafür, sehr viel Späne in einer bestimmten Zeiteinheit zu machen, ohne die Maschine über Gebühr zu fordern, wie das mit Werkzeugen anderer Hersteller leicht passiert«, erläutert Avantec-Verkaufsleiter Mathias Schneider. Durch die spezielle Bauart dieses Werkzeugs kann die erforderliche Antriebsleistung sehr gering gehalten werden. Der Igel – oder genauer gesagt Walzenstirnfräser – heißt bei Avantec Multiring, weil er aus verschiedenen Modulen zusammengesetzt ist. »Das erlaubt es uns, das Werkzeug optimal auf das Bauteil abzustimmen«, so Schneider. »Mit der Bestückung des Igels erreichen wir die richtige Länge, auch hier für die Kreissegmente der Kugelringe«.

Das Geheimnis des Igels

Die Schneidreihen des Igels enthalten rechte und linke Wendeschneidplatten. Mathias Schneider erläutert den Effekt: »Durch die rechte und linke Anordnung der Wendeschneidplatten entsteht am fertig montierten Werkzeug eine abwechselnd positive und negative Verwendelung, der Drall. Dadurch werden die axial wirkenden Zug- und Druckkräfte auf ein Minimum reduziert, was natürlich für Spindel, Führungen und Lager besonders schonend ist.« Diese Eigenschaften lassen sich auch gut in höhere Produktivität umsetzen, wie Schneider weiß: »Aufgrund dieses Vorteils können wir entsprechend höhere Vorschübe fahren und durch die exakt angepasste Schneidenlänge die Ringsegmente in einem Schnitt mit zehn Millimeter Zustellung bearbeiten. Die Leistungsaufnahme ist dabei mit etwa 60 Prozent noch im grünen Bereich. Zum Multiring-Igel von Avantec gibt es nichts Vergleichbares auf dem Markt.«

Die scharf geschliffenen, positiv eingebauten Schneiden bewirken, dass dieser Igel mit niedrigeren Schnittkräften auskommt als herkömmliche Walzenstirnfräser. Avantec-Anwendungstechniker Dirk Kaffenberger berichtet, dass es bei der Umstellung auch auf die Prozesssicherheit ankam. »Durch die Länge der Kugelsegmente kam eine sehr große Bearbeitungsstrecke auf uns zu. Für Takraf war es wichtig, dass die Bearbeitung eines Segments funktioniert, ohne zwischendurch die Wendeplatten wechseln zu müssen. Trotz der hohen Zerspanleistung halten die Wendeschneidplatten lange genug, um ein Teil prozesssicher fertigen zu können.« Der Igel bearbeitet dabei beide Außenkonturen eines Bogens.

Mit dem Werkzeug allein war es allerdings nicht getan, es musste auch eine neue Bearbeitungsstrategie entwickelt und umgesetzt werden. »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir keinen Blumentopf gewinnen, wenn wir einfach nur unsere Werkzeuge anstelle der bisher verwendeten einsetzen und den Prozess so belassen wie er war«, so Schneider. Die Anforderungen seien von Kunde zu Kunde immer anders.

Die gefundene Lösung klingt zunächst nach einem Rückschritt, denn sie erfordert zwei Aufspannungen. In einem ersten Schritt wird der aus 42CrMo4V geschmiedete Rohling senkrecht aufgespannt. Das Avantec-Werkzeug bearbeitet dann zunächst die gesamte Außenkontur des Ringsegments. Der grobe Teil der Bearbeitung, bei welcher der Igel reichlich Späne macht, ist damit abgeschlossen. Mit einem Kopierfräser wird anschließend die Kugelbahn in Stufen vorgearbeitet. Das Werkstück wird danach ein zweites Mal aufgespannt, diesmal waagerecht. Ein Planfräser schlichtet nun unter Einsatz des Winkeltriebes die Kontur der Kugelrille.

  • Bild 1: Igel frisst Stahl

    Bild 1: Igel frisst Stahl

  • Vor dem Bohrwerk warten die Rohlinge der Kreissegmente auf ihre Bearbeitung. 20 solcher Teile werden für einen Kugelring gebraucht.

    Vor dem Bohrwerk warten die Rohlinge der Kreissegmente auf ihre Bearbeitung. 20 solcher Teile werden für einen Kugelring gebraucht.

  • Mit dem leistungsfähigen Igel fräst Takraf in wenigen Minuten die beiden Außenkonturen der Bögen.

    Mit dem leistungsfähigen Igel fräst Takraf in wenigen Minuten die beiden Außenkonturen der Bögen.

  • Der Igel von Avantec heißt eigentlich Multiring EM90/FM90, wird aber in der Praxis kaum so genannt. Seine Weichschneidigkeit erhält der Igel durch die Kombination rechter und linker Wendeschneidplatten. Sie sind am Werkzeug so angeordnet, dass abwechselnd eine positive und negative Verwendelung (Drall) entsteht.

    Der Igel von Avantec heißt eigentlich Multiring EM90/FM90, wird aber in der Praxis kaum so genannt. Seine Weichschneidigkeit erhält der Igel durch die Kombination rechter und linker Wendeschneidplatten. Sie sind am Werkzeug so angeordnet, dass abwechselnd eine positive und negative Verwendelung (Drall) entsteht.

  • Zerspanungsprofis (v.l.): Matthias Schneider (Avantec), Tony Petzold (Takraf), Ulrike Kriegereit (Takraf), Anja Klammeck (Takraf) und Dirk Kaffenberger (Avantec).

    Zerspanungsprofis (v.l.): Matthias Schneider (Avantec), Tony Petzold (Takraf), Ulrike Kriegereit (Takraf), Anja Klammeck (Takraf) und Dirk Kaffenberger (Avantec).

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Unternehmensinformation

AVANTEC Zerspantechnik GmbH

Wilhelmstr. 123
DE 75428 Illingen / Württ.
Tel.: 07042-8222-0
Fax: -33

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