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maschine+werkzeug 06/2019

Supermini für hochwertige Medizintechnik

Horn

»Nur mit dem Supermini von Paul Horn konnten wir die geforderte Oberflächengüte erreichen«, so Jens Lindner. Der Geschäftsführer von Normteile Lindner aus dem sächsischen Ehrenfriedersdorf setzt bei der Herstellung von Medizintechnik-Bauteilen aus schwer zerspanbaren Werkstoffen auf Werkzeuge von Horn. Zusammen mit Heiko Köhler, dem Außendienstmitarbeiter von Horn, konnte Lindner schon einige Zerspanaufgaben lösen.

Ausdrehen der Anode aus Feinsilber. Bild: Horn/Sauermann

Sterilisatoren sind wichtige Geräte in der Medizintechnik zum Sterilisieren und Desinfizieren von Operationsbesteck und anderen Instrumenten. Des Weiteren finden sie in der Biotechnologie bei der Sterilisation von flüssigen Nährmedien und Glasgeräten ihren Einsatz. Dabei werden Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren wirksam abgetötet. Die Sterilisation geschieht meist unter der Verwendung von Wasserdampf durch Hitze und Druck.

Für einen großen Hersteller in der Sensortechnik fertigt die Normteile Lindner GmbH Bauteile für Sterilisatoren. »Werkstücke für die Medizintechnik unterliegen strengen Anforderungen an die Oberflächengüte und der Toleranzen. Meist werden auch schwer zerspanbare Werkstoffe eingesetzt«, sagt Lindner. Beim Innenausdrehen zweier Bauteile setzen die Spezialisten aus dem Erzgebirge auf das System ›Supermini‹ von Horn.

Teile aus Feinsilber

Aus Feinsilber (999-Silber) fertigt Lindner ein Bauteil für die Elektro-Sensortechnik. Die Silberanode wird als elektrisch leitendes Bauteil in einem Sensor verwendet. Feinsilber hat darüber hinaus antibakterielle Eigenschaften, welche sich die Medizintechnik zunutze macht. Das Zerspanungsverhalten des Edelmetalls ähnelt dem von Kupfer. Es ist sehr weich, langspanig und neigt zur schnellen Bildung von Aufbauschneiden.

Aufgrund der dünnen Wandung von nur 0,25 Millimeter muss die Spannung in der Spannzange mit Bedacht gewählt werden. »Durch die lange Auskragung und das schlechte Spanverhalten von Silber muss der Innendurchmesser des 40 Millimeter langen Bauteils von zwei Seiten gefertigt werden«, sagt der Horn-Außendienstmitarbeiter Heiko Köhler. Die zwei Außeneinstiche übernimmt eine Wendschneidplatte des Typs 312.

Werkstoffe variieren

Auf einer ›Star SR20‹ fertigt Lindner Werkstücke, die in der Sensorik eines Sterilisators verbaut sind. Die Sachsen stellen rund 3.000 Stück dieses Medizintechnik-Bauteils pro Jahr her. Die Werkstoffe variieren jedoch hierbei. »Wir produzieren die Bauteile aus Titan, Hastelloy oder nicht rostendem, austenitischem Stahl (X2CrNiMo18–14–3/1.4435)«, so der Geschäftsführer.

Das Titanbauteil für einen Sterilisator. Bild: Horn/Sauermann

Das Titanbauteil für einen Sterilisator. Bild: Horn/Sauermann

Die Innendurchmesser von 8,9 Millimeter, 7,9 Millimeter, 6,8 Millimeter und 5,8 Millimeter sind eng tolerierte Passungen. Die geforderte Oberflächengüte von Ra = 0,38 Mikrometer ist mit dem Supermini kein Problem. Die gefertigte Oberfläche liegt bei Ra = 0,2 Mikrometern. »Nur mit dem Supermini von Horn konnten wir diese Güte erreichen«, erklärt Jens Lindner begeistert und fügt hinzu: »Auch die Standzeiten bei den schwer zerspanbaren Werkstoffen stellen uns zufrieden.« Den Außeneinstich übernimmt ebenfalls eine Vollradius-Wendeschneidplatte des Horn-Systems 312, mit einem Radius von 0,5 Millimetern.

Die Anode aus weichem Feinsilber erfordert viel Fingerspitzengefühl bei der Zerspanung. Bild: Horn/Sauermann

Die Anode aus weichem Feinsilber erfordert viel Fingerspitzengefühl bei der Zerspanung. Bild: Horn/Sauermann

Zur Bohrungsbearbeitung zwischen den Durchmessern von 0,2 bis 8 Millimetern löst das Horn-Werkzeugsystem Supermini viele Zerspanungsaufgaben. Mit weit über 1.500 Varianten als Standard findet der Anwender schnell die passende Lösung. Eingesetzt wird das System beim Ausdrehen, Einstechen, Fasen, Gewindedrehen, Nutstoßen und weiteren Bearbeitungen. Die Schneidengeometrien und die Substrate lassen sich auf die zu bearbeitenden Werkstoffe anpassen.

Kompetenter Begleiter

Das System Supermini stellte Horn auf der EMO 1989 in Hannover vor und feiert im Jahr 2019 den 30. Geburtstag. Einige Optimierungen und Weiterentwicklungen durchlief das System in dieser Zeit. Eine aktuelle Weiterentwicklung ist die Spannung des Werkzeugs im Werkzeugträger.

Eine langjährige Zusammenarbeit: Tim Haase (von links) im Gespräch mit Jens Lindner, Anett Lindner und Heiko Köhler von Horn. Bild: Horn/Sauermann

Eine langjährige Zusammenarbeit: Tim Haase (von links) im Gespräch mit Jens Lindner, Anett Lindner und Heiko Köhler von Horn. Bild: Horn/Sauermann

Die Spannung erfolgt nicht mehr über Spannschrauben am Schaft, sondern über einen Spannkeil an der Stirnseite des Trägers. »Wir sind begeistert von der neuen Spannung der Werkzeuge. Die Präzision und die Wiederholgenauigkeit sind noch besser geworden. Wir würden uns jedoch wünschen, dass Horn größere Eckenradien ab 0,3 Millimeter als Standard ins Programm aufnehmen würde. Abweichende Radien haben wir als Sonderplatten bestellt«, meint Geschäftsführer Jens Lindner schließlich.

Normteile Lindner arbeitet schon seit 20 Jahren mit Horn zusammen. In dieser Zeit stellte Lindner die Zerspanungsexperten von Horn schon vor einige Zerspanaufgaben. »Horn ist für uns ein jahrelanger kompetenter Begleiter und Ansprechpartner – sowohl in Technik als auch im Verkauf –, der den Nutzen des Kunden im Blick hat. Sympathische Mitarbeiter, die sich der Probleme annehmen und auch mal verlieren können. Das sind Jungs, die ihr Handwerk verstehen – und uns davon profitieren lassen«, so der Geschäftsführer Lindner.

www.phorn.de

Unternehmensinformation

Paul Horn GmbH Hartmetall Werkzeugfabrik

Unter dem Holz 33-35
DE 72072 Tübingen
Tel.: 07071-7004-0
Fax: -72893

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