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maschine+werkzeug 10/2015

Gewinde herstellen mit Turbo-Effekt

Titelstory - Gewindeformen

Emuge-Franken – Bilfinger Maschinenbau hat bei Herstellung von UST-Gewinden für Turbinengehäuse von Schneiden auf Formen umgestellt. Die neuen Innoform-Gewindeformer von Emuge-Franken sorgen dabei für höhere Gewindequalität, Stabilisierung des Prozesses und 90 Minuten weniger Bearbeitungszeit pro Gehäuse.

Über 500 Tonnen Stückgewicht

»Unser Werkstückspektrum reicht vom Wasserturbinenmodell mit 400 Millimeter Durchmesser über Tankdeckel für die Ariane-Rakete bis zum gasgekühlten Methanolreaktor mit mehr als 500 Tonnen Stückgewicht«, erklärt Hermann Leitner, Leiter CNC-Programmierung bei Bilfinger Maschinenbau. »Mit 25 Meter Hakenhöhe und einem CNC-Maschinenpark, mit dem wir auch Werkstücke mit 17 Meter Durchmesser drehen und schon mal 25 Meter lange Teile fräsen können, sind wir ziemlich flexibel aufgestellt. Deshalb gibt es kaum etwas, wo wir bei der Bearbeitung nein sagen müssen.«

Bei den Großteilen kommen sehr viele Aufträge aus dem Bereich Kraftwerktechnik. Auf der Kundenliste stehen hier so bekannte Namen wie Alstom, General Electric oder Siemens. Zum Beispiel die Gas- und Dampfturbinengehäuse aus Stahlguss, die im Schnitt 18 Tonnen auf die Waage bringen und in jeweils zehn verschiedenen Ausführungen von Bilfinger Maschinenbau bearbeitet werden.

2013 durchliefen 32 Gehäuse die Fertigung, in diesem Jahr sollen es sogar 40 werden. Die mächtigen Gehäusesegmente aus hoch- und warmfestem G17CrMoV5-10-2 kommen – je nach Typ in unterschiedlichen Größen und Formen – als Rohteile aus der Gießerei des Nachbarn Voestalpine und werden in Linz komplett fertig bearbeitet, sodass sie vom Turbinenhersteller nur noch montiert werden müssen.

»Die Genauigkeit der Bearbeitung ist entscheidend für die Passgenauigkeit bei der späteren Montage«, sagt Hermann Leitner, »weshalb wir auch bei diesen großen Teilen Toleranzen im Hundertstelbereich erreichen müssen.« Die einzelnen Fertigungsschritte umfassen neben Fräsen, Bohren und Innenausdrehen auch das Herstellen von Gewinden. Je nach Turbinentyp sind dies im Durchschnitt 360 Sackloch- und Durchgangsgewinde pro Gehäuse, die in 14 verschiedenen Durchmessern zwischen 1/8 und 1 3/4 Zoll als Regelgewinde UNC (Unified Coarse) sowie als Feingewinde UNF (Unified Fine) gefertigt werden müssen. Zollgewinde deshalb, weil sich in der international operierenden Branche des Turbinenbaus Schraubverbindungen nach US-amerikanischem UST-Standard (United Inch Screw Threads) durchgesetzt haben.

  • 1 Die Fertigung bei Bilfinger Maschinenbau durchlaufen zurzeit Gehäuse von zehn verschiedenen Turbinentypen. Die beiden teilweise bearbeiteten Gehäusehälften sind hier bereits miteinander verschraubt. 2 Groß und schwer: Rohteil aus hoch- und warmfestem Stahlguss sowie ein bereits bearbeitetes Gehäusesegment.

    1 Die Fertigung bei Bilfinger Maschinenbau durchlaufen zurzeit Gehäuse von zehn verschiedenen Turbinentypen. Die beiden teilweise bearbeiteten Gehäusehälften sind hier bereits miteinander verschraubt. 2 Groß und schwer: Rohteil aus hoch- und warmfestem Stahlguss sowie ein bereits bearbeitetes Gehäusesegment.

  • Bild 2: Gewinde herstellen mit Turbo-Effekt

    Bild 2: Gewinde herstellen mit Turbo-Effekt

  • 3 Fertig montierter Innoform-H-Gewindeformer mit Spannzangen-Aufnahme und Emuge-Softsynchro-Futter, das eventuelle Axialkräfte infolge von Synchronisationsfehlern der Spindel kompensiert.

    3 Fertig montierter Innoform-H-Gewindeformer mit Spannzangen-Aufnahme und Emuge-Softsynchro-Futter, das eventuelle Axialkräfte infolge von Synchronisationsfehlern der Spindel kompensiert.

  • 4 Bearbeitung auf einem fünf-achsigen Horizontalbearbeitungszentrum von Pama.

    4 Bearbeitung auf einem fünf-achsigen Horizontalbearbeitungszentrum von Pama.

  • 5 Hermann Leitner (l.), Leiter CNC-Programmierung bei Bilfinger Maschinenbau, und Hannes Jastrzemski (r.), Anwendungstechniker bei Emuge-Franken.

    5 Hermann Leitner (l.), Leiter CNC-Programmierung bei Bilfinger Maschinenbau, und Hannes Jastrzemski (r.), Anwendungstechniker bei Emuge-Franken.

  • Walter Kugler startete 1988 als Anwendungstechniker bei Emuge-Franken. Seit 2001 leitet er dort die Abteilung Anwendungstechnik/Gewindewerkzeuge.

    Walter Kugler startete 1988 als Anwendungstechniker bei Emuge-Franken. Seit 2001 leitet er dort die Abteilung Anwendungstechnik/Gewindewerkzeuge.

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EMUGE-Werk Richard Glimpel GmbH & CO.KG

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