nach oben
19.01.2016

Funktionalisierte Oberflächen durch automatisiertes Hämmern

Die Technische Universität Wien hat die Methode des automatisierten Oberflächenhämmerns entscheidend weiterentwickelt, um gewünschte Eigenschaften metallischer Oberflächen zu erzielen. So kann unter anderem eine deutliche Optimierung von Verschleißverhalten, Reibung, chemischer Widerstandsfähigkeit sowie statischer und dynamischer Festigkeit erreicht werden.

Die Hammertechnik erhöht die Lebensdauer von Bauteilen

„Wir bearbeiten Oberflächen mit CNC-gesteuerten Aktuatoren, und zwar mit 200 bis 400 Hammerschlägen pro Sekunde“, erläutert Friedrich Bleicher weiter. Hammerköpfe werden mit unterschiedlich geformten Aufsätzen versehen, um die Oberflächen effizient und genau auf die gewünschte Anforderung hin zu bearbeiten. Dadurch lässt sich je nach Bedarf eine möglichst glatte oder eine strukturierte Oberflächencharakteristik erzielen. Für die Lebensdauer spielt die Oberflächenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle. Auch andere gewünschte Effekte sind auf diese Weise möglich. So lässt sich etwa der hydraulische Strömungswiderstand erheblich reduzieren.

Zunächst lassen sich durch die Oberflächenbehandlung vor allem die mechanischen Eigenspannungen in den Randzonen des Werkstückes beeinflussen. „Das ist bei Bauteilen von Bedeutung, die immer wieder auf Zug oder Biegung beansprucht werden“, sagt Friedrich Bleicher. „Wenn es im Bauteil von vornherein eingeprägte Eigenspannungen gibt, die für diese Beanspruchung günstig sind, kann die Lebensdauer deutlich erhöht werden.“ Das gilt auch für Effekte, die durch wiederholte Temperaturschwankungen hervorgerufen werden. Bei Alu-Druckgussformen konnte mit der Hammertechnik bereits eine Verlängerung der Lebensdauer um bis zu 50 Prozent erreicht werden.

MHP für Bauteile aus dem 3D-Drucker

Dank verbesserter und beschleunigter Verfahren ist in den letzten Jahren auch die generative Fertigung beziehungsweise der 3D-Druck von Metallteilen für industrielle Anwendungen interessant geworden. Klare Vorteile gegenüber Material abtragenden Verfahren ergeben sich dadurch, dass in der generativen Fertigung die Komplexität der hergestellten Bauteile die Fertigungskosten nur unwesentlich erhöht – insbesondere bei kleinen Losgrößen.

Waren dabei bisher meist noch sehr aufwändige zusätzliche Fertigungsschritte notwendig, um die geforderte Oberflächenqualität zu erreichen, so können sie nun weitgehend oder fallweise gänzlich durch einen einzigen, effizienten Schritt – mittels MHP – ersetzt werden.

  • Funktionalisierte Oberflächen durch automatisiertes Hämmern. Bild: TU Wien

    Funktionalisierte Oberflächen durch automatisiertes Hämmern. Bild: TU Wien

  • Oberflächenhammer – in allen gängigen Bearbeitungszentren und Industrierobotern einsetzbar. Bild: TU Wien

    Oberflächenhammer – in allen gängigen Bearbeitungszentren und Industrierobotern einsetzbar. Bild: TU Wien

  • Oberflächenhämmern - mit handelsüblichen Komponenten. Bild: TU Wien

    Oberflächenhämmern - mit handelsüblichen Komponenten. Bild: TU Wien

  • Prof. Friedrich Bleicher, Institut für Fertigungstechnik der TU Wien. Bild: TU Wien

    Prof. Friedrich Bleicher, Institut für Fertigungstechnik der TU Wien. Bild: TU Wien

1 | 0

Anzeige - das nächste Bild wird in Sekunden angezeigt - überspringen

Anzeige - das nächste Bild wird in Sekunden angezeigt - überspringen


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Technische Universität Wien Institut für Fertigungstechnik Und Hochleistungslasertechnik (IFT)

Getreidemarkt 9/311
AT 1060 Wien
Tel.: 0034 1-58801 311-00
Fax: 0034 1-58801-3119

keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren





Über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zweck der Kommentierung von Inhalten informiert Sie unsere Datenschutzerklärung.
Aktuelle Videos

Plattform Lernende Systeme: Eine kurze Geschichte der KI


Zu den Videos

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Aktuellen Newsletter ansehen

Aktuelle Beiträge
Basics
Zur Übersicht aller Basics