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maschine+werkzeug 06/2009

Fliegender Wechsel

Technik

<strong>Reiben</strong> – Mit dem Reiben bekommen Bohrungen ihr präzises Finish. In der Fertigung ist dieser Prozess alles andere als beliebt, da oft zeitraubende Justiervorgänge nötig sind. Der Schweizer Hersteller Urma setzt dem ein Ende.

Am Anfang war eine Beobachtung, dann kam eine Idee und daraus wurde schließlich ein Produkt. Gilbert Zumsteg, Leiter Technik, Konstruktion und Entwicklung bei der Urma AG im kleinen Schweizer Örtchen Rupperswil, hatte sich die am Markt verfügbaren Werkzeuge nach deren Einsatz genauer angesehen. »An den gelöteten Werkzeugen habe ich zum ersten Mal festgestellt, dass der Verschleiß im Normalfall immer nur an den ersten ein bis zwei Millimetern stattfindet«.

Verschleißmarken fand er nur vorne am Anschnitt und noch auf der sogenannten Rundschliffphase bis zu zwei Millimeter weiter hinten. »Wenn einer mal wirklich bis zum bitteren Ende fährt, kann es vielleicht auch noch auf drei oder sogar vier Millimetern Länge ein bisschen Verschleißmarken an der Rundschliffphase geben, aber die waren dann minimal«, schildert Zumsteg seine Beobachtungen.

Mit zunehmendem Verschleiß an der kritischen Stelle verliert das Werkzeug sein Maß, wird zu klein und kann auch nicht mehr nachjustiert werden. Zudem steigen die Schnittdrücke und der Stahlkopf gibt etwas nach. Das macht die Bearbeitung noch ungenauer. »Da stellte sich mir die Frage, weshalb die Schneiden überhaupt zehn Millimeter oder noch länger sind«. Der Tenor bei allen namhaften Herstellern auf Zumstegs Frage war der, dass man diese Länge wegen der Führung des Werkzeugs brauche. Bis zu 20 Millimeter lange Schneiden verpassen die Hersteller mit dieser Begründung ihren Reibahlen. Doch Zumsteg blieb kritisch: »Ich fragte mich, wo da eine Führung sein soll, wenn ich überhaupt keine Verschleißmarken sehe. Es kann also nicht sein, dass das noch irgendwo trägt«.

Der Schweizer begann zu experimentieren. »Ich habe die ersten Versuche mit einer nur drei Millimeter langen Schneide gemacht, damals schon aus Vollhartmetall. Dieses Werkzeug ähnelte eher einem mehrschneidigen Einstichfräser als einer herkömmlichen Reibahle«. Schon die ersten Versuche mit einigen Löchern verblüfften Urmas Cheftechniker: »Erstaunlicherweise hat das auf Anhieb sehr gut funktioniert und eine sehr gute Oberfläche erzeugt. Das war die Initialzündung für uns zu sagen, darauf können wir weiter aufbauen«.

  • Bild 1: Fliegender Wechsel

    Bild 1: Fliegender Wechsel

  • »Erstaunlicherweise hat das auf Anhieb sehr gut funktioniert und eine sehr gute Oberfläche erzeugt. Das war die Initialzündung«. Gilbert Zumsteg (rechts), Leiter Technik, Konstruktion und Entwicklung bei Urma, mit Marketing Director René Näf (links).

    »Erstaunlicherweise hat das auf Anhieb sehr gut funktioniert und eine sehr gute Oberfläche erzeugt. Das war die Initialzündung«. Gilbert Zumsteg (rechts), Leiter Technik, Konstruktion und Entwicklung bei Urma, mit Marketing Director René Näf (links).

  • Urmas Reibahlen aus der RX-Familie mit dem aufgeschraubten Schneidenring und dem massiven Stahlträger verfügen über eine hohe Steifigkeit.

    Urmas Reibahlen aus der RX-Familie mit dem aufgeschraubten Schneidenring und dem massiven Stahlträger verfügen über eine hohe Steifigkeit.

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Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Urma AG Werkzeugfabrik

Obermatt 3
CH 5102 RUPPERSWIL
Tel.: 0041-62-88920-20
Fax: -28

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