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maschine+werkzeug 03/2019

Prozesssicher zum Diesel

Feinbearbeitung

Mit ihrer H-Serie hat die Motorenfabrik Hatz in Ruhstorf an der Rott wegweisende Industriediesel auf den Markt gebracht. Deren ausgefeilte Konstruktion bietet viele Vorteile, stellte die Fertigung aber auch vor Herausforderungen. Lösungen brachte Kennametal mit seiner asymmetrischen Reihenbohrstange.


Bewährtes System

Seine asymmetrische Reihenbohrstange hat Kennametal bereits seit etlichen Jahren bei Kunden im Einsatz, die damit Kurbelwellenlagergassen für Pkw-Motoren bearbeiten. Beim patentierten Verfahren wird zunächst mit einem Pilotwerkzeug der erste Steg der Lagergasse fertig bearbeitet. Daraufhin wird das Bauteil um 180 Grad gedreht und die mit jeweils einer Semifinish- und einer Finish-Schneide pro Lagersteg bestückte asymmetrische Reihenbohrstange fährt ein. Der bereits fertige erste Steg dient dabei dem mit verschleißfesten PKD-Führungen bestückten vorderen Ende der Bohrstange als Auflage.

Dank der asymmetrischen Formgebung passt das Werkzeug durch das Aufmaß und kann schnell und berührungslos im Rohteil bewegt werden. Der Durchmesser der Bohrstange ist nicht ganz rund. Fährt sie nah am oberen Rand der Lagergasse ein oder aus, so befinden sich alle Funktionselemente des Werkzeugs in der unteren Hälfte und haben genug Abstand zum Bauteil. Während der Bearbeitung drückt die Schnittkraft das Werkzeug in das aus den Führungsleisten gebildete Prisma hinein. Zusätzlich wird eine definierte Vorspannung in diese Richtung genutzt. Auch die bei Betriebsdrehzahl entstehenden Fliehkräfte ziehen das Werkzeug in das Führungsprisma und sorgen für zusätzliche Stabilität.

Kurze Bearbeitungszeit

Die asymmetrische Bohrstange wird im mittleren freien Bereich mit Schwermetalleinsätzen ausgewuchtet, die für einen gewichtsmäßigen Ausgleich sorgen. Unwuchtig ist die Stange nur am Ende, wo sie gelagert ist und die Kräfte aufgefangen werden. Kennametal nennt diese Wuchtstrategie »definierte lokale Unwucht«. Sie erlaubt es letztendlich, relativ hohe Schnittgeschwindigkeiten zu fahren. Da für jedes Lager eigene Schneiden vorhanden sind, können alle Lager gleichzeitig bearbeitet werden. Daraus resultiert eine sehr kurze Bearbeitungszeit bei – aufgrund der beidseitigen Abstützung – bester Konzentrizität der einzelnen Lagerstellen.

Bestückt ist das Werkzeug mit RI8-Schneidkörpern von Kennametal. Für jedes aus Semifinish- und Finish-Schneide bestehende Schneidenpaar ist ein Meisterpunkt vorhanden. Zu dieser Referenz wird der Überstand für die beiden Schneiden voreingestellt. Wenn nötig, lassen sie sich damit auch nachstellen.

Die Kegelschraube erzeugt eine höhere Andruckkraft auf die Schneidplatten, als dies mit Spannpratzen möglich ist. Die höheren Klemmkräfte bewirken weniger Setzungserscheinungen. »Der Schneidkörper läuft auf einer Verzahnung wie auf Schienen«, versichert Kennametal-Techniker Hans Rauchbart. »Die Verjüngung ist vordefiniert durch den Plattensitz. Durch die kegelförmige Schraube entsteht eine Übersetzung, die zu höheren Klemmkräften führt. Zudem sorgt die Verzahnung für wesentlich mehr Reibung im Plattensitz. Da ist nichts nachzujustieren, lediglich Verschleiß muss reguliert werden.«


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Kennametal Shared Services GmbH

Wehlauer Straße 73
DE 90766 Fürth
Tel.: 0911-9735-0
Fax: -388

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