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07.06.2017

"Es geht darum, das gesamte System aus Schneidkante, Maschine und Maschinenüberwachung anzuschauen und zu optimieren."

Camilla Engbrink, Vizepräsidentin Produktmanagement und Forschung & Entwicklung bei Sandvik Coromant, spricht im Interview über Forschungsprojekte und additive Fertigung und gewährt einen Blick in die Zukuft der Zerspanwerkzeuge.

"Höchste Priorität hat aktuell das Projekt Prime Turning". Bild: maschine+werkzeug

Was sind 2017 Ihre wichtigsten Forschungsprojekte?

Höchste Priorität hat aktuell das Projekt Prime Turning, also die Kombination aus Werkzeugen und Bearbeitungsmethoden. Das größte Projekt in der zweiten Jahreshälfte werden mit Sensor ausgestatte Werkzeuge für 'CoroPlus'-Plattform sein. Sandvik Coromant brachte die „CoroPlus -Plattform im September 2016 auf den Weg. Die Plattform sorgt für Konnektivität bei der Konzeption und Planung sowie während des Zerspanens und eine fortschrittliche Analyse der Bearbeitung.

"Die Plattform sorgt für Konnektivität bei der Konzeption und Planung sowie während des Zerspanens und eine fortschrittliche Analyse der Bearbeitung." Bild: Sandvik Coromant


Ist die additive Fertigung von Werkzeugen aktuell ein Thema für Sandvik Coromant?

Wir haben beispielsweise mit additiver Fertigung den Prototypen eines Fräsers 'CoroMill 390' mit optimierter Topologie hergestellt und auf der IMTS präsentiert. Dieser hat 60 Prozent weniger Gewicht als ein konventioneller 'CoroMill 390'. Wir schauen, welche Werkzeuglösungen und Ideen sich bisher nicht mit konventionellen Bearbeitungsmethoden herstellen lassen. Zum Teil gibt es Ideen, die seit ungefähr zehn Jahren in der Pipeline waren und die wir bisher nicht umsetzen konnten. Die additive Fertigung bietet hier völlig neue Möglichkeiten, zum Beispiel wenn es um Kühlkanäle in Werkzeuge geht. Die Entwickler haben dadurch eine viel größere Freiheit beim Entwerfen und Konstruieren von Werkzeugen.

"Wir haben beispielsweise mit additiver Fertigung den Prototypen eines Fräsers 'CoroMill 390' mit optimierter Topologie hergestellt und auf der IMTS präsentiert." Bild: Sandvik Coromant

"Dieser hat 60 Prozent weniger Gewicht als ein konventioneller 'CoroMill 390'." Bild: Sandvik Coromant


Und nun ein Blick in die Zukunft. Was können Zerspanwerkzeuge in fünf Jahren leisten, zu dem sie heute noch nicht fähig sind?

Die Werkzeuge zusammen mit Anwendungsmethoden werden den Gebrauch und Nutzen unserer Werkzeuge optimieren. Nach 80 Prozent der möglichen Nutzungsdauer eines Werkzeugs könnte beispielsweise ein angeschlossener automatischer Werkzeugwechsler das Werkzeug autonom austauschen. Es geht darum, das gesamte System aus Schneidkante, Maschine und Maschinenüberwachung anzuschauen und zu optimieren. Auch in fünf Jahren werden mit Sicherheit noch immer viele Wendeschneidplatten und Trägerwerkzeuge verwendet werden. Aber wir werden sie noch sinnvoller nutzen. Es geht darum, das Wissen unserer erfahrenen Mitarbeiter über Bearbeitungsmethoden auf systematische Art und Weise zu übertragen, so dass daraus NC-Programme und Software resultieren.

Wir reagiert Sandvik Coromant auf die derzeitige stagnierende Nachfrage nach Werkzeugen?

Auch bei einem stagnierenden Markt ist es unser Bestreben, unseren Marktanteil zu vergrößern. Wenn wir Lösungen anbieten, die eine Kombination aus Werkzeug und einer sicheren Bearbeitungsmethode umfassen, können wir den Kunden einen Mehrwert bieten. So haben wir die Möglichkeit, unseren Markanteil zu vergrößern.

Camilla Engbrink. Bild: maschine+werkzeug

Camilla Engrbrink, Vizepräsidentin Produktmanagement und Forschung & Entwicklung bei Sandvik Coromant, hat an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm Materialwissenschaften studiert. Sie ist seit 22 Jahren bei Sandvik Coromant tätig, wo sie 1995 ihre Karriere in der Qualitätforschung in Västberga begann. Im Jahr 2010 wurde Camilla Engbrink zur Vizepräsidentin Produktmanagement und seit 2013 hat sie ihre aktuelle Position als Vizepräsidentin Produktmanagement und Forschung & Entwicklung.

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