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maschine+werkzeug 08/2014

Die Tradition lebt weiter

Technik - Werkzeuge

Fräsen - Lange bevor die deutsche Traditionsmarke Widia 2002 von Kennametal übernommen wurde, waren bei der Gemag in Gelenau bereits Widia-Werkzeuge im Einsatz. Heute nutzt das Unternehmen Widias aktuelles Portfolio.

Jedes Jahr neue Maschinen

Mit diesen anspruchsvollen und umfangreichen Aufträgen ist auch die Gemag gewachsen. Seit 2007 wird der Maschinenpark jährlich vergrößert. Die Ansprüche der Kunden haben auch dazu geführt, dass in Gelenau immer genauer gefertigt wird. »Die Konstrukteure von heute kennen nur noch Hundertstel«, berichtet Gábor Utassy, der in der Arbeitsvorbereitung vor allem für die NC-Programmierung zuständig ist. Für ihn ist allerdings ein hundertstel Millimeter schon etwas sehr Grobes. »Wie gehen auch auf den Großmaschinen in den µ-Bereich«, versichert er.

Das lässt sich beweisen. Neben einer ganzen Reihe von Großmaschinen des niederländischen Herstellers Unisign wurde auch eine große Messmaschine von Zeiss angeschafft, die einen Messbereich von 6x4x2 Metern bietet. Um die hohen Genauigkeitsanforderungen der Kunden zu realisieren, wurde im Jahr 2010 eine klimatisierte Halle errichtet. Hier wird Fertigung und Koordinatenmessen unter gleichen Umgebungsbedingungen realisiert. Utassy erläutert: »So können die benötigten Teile im µ-Bereich bearbeitet werden, das ist immer ein Prozess von fertigen, messen, korrigieren und wieder messen“.«

Neustes Highlight im Maschinenpark ist eine im Dezember 2013 in Betrieb genommene Uniport 7000 von Unisign. Wichtig an dieser Gantry-Maschine, die fünf-achsige Simultanbearbeitung erlaubt, war der Gemag vor allem der beachtliche Portaldurchlass von 4,50 x 2 Metern. Der X-Verfahrweg von 10 Metern wird derzeit für einzelne Teile nicht genutzt, doch bietet er die Möglichkeit für Mehrfachaufspannung.

In der Beschaffung und Lieferantenauswahl legt die Gemag Wert auf regionale Anbieter. So arbeitet sie beim Einkauf von Präzisionswerkzeugen seit 2002 mit Werkzeug-Eylert aus dem nahen Chemnitz zusammen. Seit zwei Jahren bietet Eylert auch Werkzeuge von Widia an. Diese alte deutsche Werkzeugmarke war im Erzgebirge nicht nur aufgrund deren Geschichte bekannt. Auf der Uniport 7 wurden bereits mit der Anschaffung im Jahr 1998 Planfräser M660 von Widia eingesetzt – mit denen die Anwender bis heute sehr zufrieden sind. »Damals haben uns die Niederländer gezeigt, wie gefräst wird«, scherzt Gábor Utassy.

Dass Eylert nun auch Widia anbietet, freut nicht zuletzt die Techniker des Werkzeughändlers. Die Partnerschaft mit der Gemag sei über die Jahre gewachsen, berichtet Eylert-Anwendungstechniker Frank Andersen. Dabei stand lange die Eigenmarke Eyltool im Mittelpunkt. »Damit sind wir aber punktuell immer wieder an Grenzen gestoßen«, räumt Andersen ein. »Widia als Partner war für uns ein Quantensprung, damit können wir uns jetzt mit den Großen messen.«

Genau das ist auch Dipl. Ing. Thomas Kermer, Technischer Vorstand der Gemag, ein Anliegen. »Wir haben uns vom reinen Lohnfertiger zum Systemlieferanten entwickelt, der auch komplexe Baugruppen montiert, und sind damit weniger austauschbar als ein Teilefertiger«, führt er aus. »Um in dieser Liga mitspielen zu können, brauchen wir gute Partnerschaften zu leistungsfähigen Werkzeugherstellern, Spannmittelanbietern und Maschinenherstellern. Das ist eine Symbiose von allem. Wenn irgendwo ein schwaches Glied ist, funktioniert es nicht.«

Um dem heutigen Wettbewerbsdruck als Fertiger besser zu begegnen, steht die Gemag neuen Technologien aufgeschlossen gegenüber. Hierzu gehört es auch, neue Werkzeugentwicklungen verschiedener Hersteller in der Fertigung zu testen und bei Erfolg zu übernehmen. So ist es denn auch nicht mehr damit getan, dass ein Lieferant eine Schachtel mit neuem Werkzeug ins Haus bringt. »Wir brauchen auch den Know-how-Transfer vom Werkzeughersteller zu unseren Leuten an der Maschine«, bekräftigt Kermer. »Das ist unser Anspruch an den Werkzeuglieferanten und seinen Partner. Wir wollen eine Systempartnerschaft.« Der Kontakt geht vor allem über Werkzeug-Eylert, doch soll auch der direkte Draht zum Hersteller Widia intensiviert werden. »Wir wollen weiter vorne mitspielen und uns im Markt behaupten«, so Kermer, der dabei auch auf ausländische Mitbewerber schaut: »Tschechien ist nicht weit von uns, und mittlerweile ist auch China nicht mehr weit.«

  • Ein Eckfräser aus Widias Serie M390 im Einsatz zur Bearbeitung eines Maschinenbetts für DMG Mori.

    Ein Eckfräser aus Widias Serie M390 im Einsatz zur Bearbeitung eines Maschinenbetts für DMG Mori.

  • Maschinenbetten, Schlitten, Tische, Werkzeugmagazine, Palettenwechsler und anderes mehr: Systemlieferant Gemag ist ein wichtiger Zulieferer für den deutschen Werkzeugmaschinenbau.

    Maschinenbetten, Schlitten, Tische, Werkzeugmagazine, Palettenwechsler und anderes mehr: Systemlieferant Gemag ist ein wichtiger Zulieferer für den deutschen Werkzeugmaschinenbau.

  • Der VSM11 ist ein neuer zweischneidiger Eckfräser von Widia, der auch das Ramping beherrscht.

    Der VSM11 ist ein neuer zweischneidiger Eckfräser von Widia, der auch das Ramping beherrscht.

  • Der VSM11 ist ein neuer zweischneidiger Eckfräser von Widia, der auch das Ramping beherrscht.

    Der VSM11 ist ein neuer zweischneidiger Eckfräser von Widia, der auch das Ramping beherrscht.

  • Teststrecke: Die Seitenwand eines Werkzeugmagazins hat viele Herausforderungen für Präzisionswerkzeuge parat.

    Teststrecke: Die Seitenwand eines Werkzeugmagazins hat viele Herausforderungen für Präzisionswerkzeuge parat.

  • Werkzeughersteller, Händler, Anwender (v.l.): Thomas Näffgen (Widia), Thomas Kermer (Gemag), Frank Andersen (Eylert), Gábor Utassy (Gemag), Mathias Hänsel (Eylert), Walter Rockinger (Widia), Thomas Hertl (Widia).

    Werkzeughersteller, Händler, Anwender (v.l.): Thomas Näffgen (Widia), Thomas Kermer (Gemag), Frank Andersen (Eylert), Gábor Utassy (Gemag), Mathias Hänsel (Eylert), Walter Rockinger (Widia), Thomas Hertl (Widia).

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