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maschine+werkzeug 02/2010

Der clevere Dreh mit dem Verdreh

Werkzeuge

Fräskopf Das neue Werkzeugsystem ›Spinworx‹ von Pokolm setzt in der Geschichte der Rundplatten neue Maßstäbe: Spinworx dreht sich mit und macht das manuelle Weiterdrehen überflüssig.

Das Werkzeugsystem Spinworx von Pokolm setzt neue Maßstäbe: Es dreht sich auf einem Stehbolzen.

Mit ›Spinworx‹ gehört das händische Weiterdrehen der Wendschneidplatten der Vergangenheit an: Sie dreht sich von selbst während des Fräsprozesses mit. Denn sie wird nicht mehr durch Verschraubung starr fixiert, sondern mit einem Stehbolzen an Ort und Stelle gehalten. Die Spielpassung des Bolzens und die Aufnahme im Träger sind so definiert, dass Spinworx ohne weitere Klemmelemente auskommt und sogar ohne Prüfung der Befestigungsschraubenvorspannung sicher sitzt und exakt arbeitet.

Die Bestätigung, dass sich die Wendeschneidplatten tatsächlich weiterdrehen, erbrachten Aufnahmen mit einer Hochgeschwindigkeitskamera des WZL der RWTH Aachen. »Die Umdrehungsgeschwindigkeit, die durch die Kamera sichtbar wurde, ist abhängig von den Fräsparametern wie Drehzahl und Vorschub und äußerst gleichmäßig«, beschreibt Franz-Josef Pokolm das Ergebnis. »Dadurch wird ein gleichmäßiger Verschleiß der Wendeschneidplatte durch die nicht mehr punktuellen Belastungen erreicht.« Die Folge: Die Hartmetallalterung verlangsamt sich. Gleichzeitig wird durch die Drehung das Potenzial der Wendeschneidplatte zu 100 Prozent ausgenutzt.

»In der Summe ergeben sich unter optimalen Bedingungen beim drehenden Spinworx-System im Vergleich zu konventionell befestigten Wendeschneidplatten bis zu vierfach höhere Standzeiten«, betont Produktmanager Sven Rahmlow die außergewöhnlichen Resultate dieser Innovation. »Im gleichen Maß steigt das gesamte Zerspanvolumen, weil der Fräsprozess nicht unterbrochen werden muss.«

Die Testläufe mit dem Spinworx-System waren anfänglich von Skepsis begleitet. Karl-Heinz Greßmeier von Hermesmeyer & Greweling aus Marienfeld erinnert sich: »Beim starren System bedeutet die Lockerung einer Wendeschneidplatte gleichzeitig ihr Aus. Entsprechend skeptisch reagierten wir deshalb zunächst auf die Ankündigung von Pokolm, dass sich da was dreht.« Doch der Fräsversuch startete problemlos. Und als nach etwa 40 Minuten der Zeitpunkt des händischen Weiterdrehens verstrichen war, ohne dass Veränderungen am Werkzeug und der Wendeschneidplatte festgestellt werden konnten, wichen die Vorbehalte. Weitere positive Effekte: Die je nach Bedingungen deutlich geringere Spanstauchung bedingt eine bis zu 30 Prozent geringere Leistungsaufnahme gegenüber dem herkömmlichen System. Das wiederum wirkt sich schonend auf die Maschinenspindeln aus. Zudem verringert die deutlich höhere Laufruhe noch die Geräuschentwicklung.

Wie bei den herkömmlichen Wendeschneidplatten reicht das Spektrum der Fräsdurchmesser beim Spinworx von 25 bis 200 Millimeter. Das System ist je nach Wahl des Hartmetalls und der Beschichtung insbesondere für das Fräsen von Stahl und Guss geeignet. Weitere Platten sind derzeit in Vorbereitung.

www.pokolm.de

Unternehmensinformation

Pokolm Frästechnik GmbH & Co. KG

Adam-Opel-Straße 5
DE 33428 Harsewinkel
Tel.: 05247-9361-0
Fax: -99

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