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maschine+werkzeug 05/2019

Produktiver zum Bauteil

Bohren/Fräsen

Der Anteil an den Kosten pro Bauteil liegt bei Vollhartmetallwerkzeugen bei rund 15 bis 50 Prozent der Gesamtkosten. Durch die hohe Leistung und die langen Standzeiten der Sonderwerkzeuge von Walter lassen sich – im Vergleich zu Standardwerkzeugen – die Kosten erheblich senken.

An einem Zylinderkopf müssen viele gleiche oder tiefe Bohrungen eingebracht werden. Bild: Walter

An einem Zylinderkopf müssen viele gleiche oder tiefe Bohrungen eingebracht werden. Bild: Walter

Der durch schärfere Umweltvorschriften beschleunigte Wechsel vom Verbrennungsmotor hin zu elektrischen oder anderen alternativen Antrieben betrifft alle Bereiche der Automotive-Industrie – bis auf Details in den Produktionsprozessen. Der Werkzeugspezialist Walter mit Sitz in Tübingen begleitet die Veränderungen in der Branche von Beginn an aktiv: Das Unternehmen bietet Automobilherstellern und -zulieferern weltweit ein umfassendes Portfolio an Werkzeugen und Services, das kontinuierlich um innovative neue Lösungen erweitert wird.

Einsatzgebiete für den Vollhartmetall-Stufenbohrer DC166 sind etwa Motorblock, Gehäuse für Getriebe, Elektromotoren oder Pumpen, Fahrwerksteile wie Schwenklager oder Radträger. Bild: Walter

Einsatzgebiete für den Vollhartmetall-Stufenbohrer DC166 sind etwa Motorblock, Gehäuse für Getriebe, Elektromotoren oder Pumpen, Fahrwerksteile wie Schwenklager oder Radträger. Bild: Walter

Die Automotive-Experten von Walter haben dabei nicht nur die wachsende Anzahl neuer Materialien im Blick. Auch für bereits etablierte Prozesse werden, meist nach kundenspezifischen Anforderungen, bisherige Werkzeuglösungen optimiert oder auf der Basis neuer Technologien alternative Lösungen entwickelt.

Bereits heute nehmen Leichtbau-Materialien einen erheblichen Anteil in der Automobilproduktion ein. So liegt der Anteil von Aluminium-Motorblöcken bereits bei um die 70 Prozent – ein Bereich, der bis vor Kurzem noch klassischen Werkstoffen wie Grauguss und Stahl vorbehalten war. Aluminiumlegierungen sind schon heute bevorzugte Werkstoffe für Getriebe- oder Ölpumpengehäuse, für Fahrwerkselemente und in Strukturbauteilen. Mit dem Trend zu E-Antrieben wird sich ihr Anteil noch weiter erhöhen.

Kosten senken

Die Kosten pro Bauteil (Cost-per-Part) sind das Maß, an dem die Effizienz eines Prozesses in der Automotive-Industrie gemessen wird. Das Zerspanungswerkzeug stellt dabei einen nicht unerheblichen Kostenfaktor dar. Das gilt besonders für Vollhartmetallwerkzeuge (Round Tools), die vor allem beim Bohren, Fräsen und Gewinden eingesetzt werden. Sie machen nach Schätzungen des Werkzeugspezialisten Walter bereits heute rund die Hälfte der zerspanenden Anwendungen in der Automobilindustrie aus. Je nach den Besonderheiten des Bauteils kann der Anteil der Zerspanungswerkzeuge bei 15 bis 50 Prozent der Gesamtkosten liegen. Hier noch einmal Kosten senken zu können, bleibt in dem Transformationsprozess, den die Industrie gerade durchläuft, ein zentraler Erfolgsfaktor.

Schwieriges Zerspanungsverhalten, besonders auch bei den neuen Werkstoffen, oder anspruchsvolle Bauteilgeometrien mit vielen Kavitäten erhöhen die Komplexität der Bearbeitungsprozesse, und das bei hohem Kostendruck. Hier setzen die Zerspanungsexperten von Walter an. Gerardo Campitiello, Component Manager Transportation bei Walter, beschreibt das ideale Vorgehen.: »Als Premiumhersteller mit 100 Jahren Erfahrung bieten wir mit einem Standardsortiment von über 25.000 Produkten allein im Vollhartmetall-Segment für viele Anwendungssituationen bereits sehr gute bis optimale Lösungen. Die Walter Engineering Kompetenz geht aber weit über das einzelne Zerspanungswerkzeug hinaus. Im Fokus stehen die gesamte Zerspanungsstrategie und die Bearbeitungsprozesse beim Kunden. Werden unsere Experten früh in die Erarbeitung von Produktions- und Werkzeugmanagement-Prozessen einbezogen, ergeben sich oft Effizienzgewinne, die über das Zerspanungswerkzeug selbst hinausgehen. Anforderungen wie die Sicherstellung mannloser Produktionsprozesse, über alle Produktionsstätten eines Unternehmens hinweg reproduzierbare Prozesssicherheit und -qualität oder die ständige Verfügbarkeit der Werkzeuge lassen sich nur in der ganzheitlichen Betrachtung umsetzen. Die Wahl der geeigneten Werkzeuge aus dem Walter-Standard oder die Entwicklung eines Sonderwerkzeugs nach prozessspezifischen Vorgaben ergibt sich dann aus der Gesamtbetrachtung.«

Für Spezialaufgaben

Was in der Beschreibung zeitaufwendig klingt, verläuft in der Praxis in sehr engen Zeitkorridoren der Automobilindustrie. Prozesse und Strukturen bei Walter selbst sind entsprechend aufgestellt: Werkzeuge aus dem Standardsortiment sind innerhalb von 24 Stunden beim Kunden. Der Sonderwerkzeug-Service ›Walter Xpress‹ liefert Werkzeuge, die nach Kundenspezifika entwickelt und gefertigt werden, üblicherweise in zwei bis vier Wochen. Die Basis ist ein automatisierter 3D-Prozess, der sich flexibel an das jeweilige Projekt anpassen lässt.

Eine eigene Abteilung (Business Applications Development) verbessert mit dem Blick auf die Trends im Markt kontinuierlich vorhandene Anwendungslösungen und entwickelt ganz neue Ansätze. Hier sind Ingenieure als Component Manager für einzelne Bauteile wie Motorblock, Gehäuse, E-Achs-Antrieb, Turbinengehäuse oder Kurbelwelle verantwortlich. Trends im Markt und in der technologischen Entwicklung haben sie frühzeitig im Blick und steuern die Produktentwicklung entsprechend. Praxisnah getestet werden können die neuen Walter-Lösungen im Technology Center in Tübingen: Aktuelle Visualisierungs- und Simulations-Technologien ergänzen hier den Testlauf auf der Maschine.

Gerardo Campitiello, Component Manager Transportation bei Walter. Bild: Walter

Gerardo Campitiello, Component Manager Transportation bei Walter. Bild: Walter

Für Kunden von Walter auf allen Ebenen der Automotive-Industrie heißt das: Sie profitieren vom technischen Know-how eines innovativen Anbieters, der sich weltweit engagiert und außerdem in die relevante Grundlagenforschung eingebunden ist. Das Unternehmen investiert erheblich in eigene Forschungs- und Entwicklungsprojekte bis hin zum Aufbau von Fertigungskompetenz in Bereichen, die bei Mitbewerbern oft an Dritte ausgelagert werden. So verfügt Walter als einer der wenigen Anbieter am Markt zum Beispiel über eine eigene Beschichtung.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Walter AG

Derendinger Straße 53
DE 72072 Tübingen
Tel.: 07071-701-0
Fax: -212

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