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maschine+werkzeug 03/2009

Auch Unmögliches wird möglich

Mit WNT-Werkzeugen geht Pflügler jede Herausforderung an

Ein kleiner Betrieb in der Nähe Münchens hat bei seinen Kunden den Ruf, nicht nur präzise und schnell zu arbeiten, sondern mitunter auch Lösungen für schier Unmögliches zu finden. Vieles ist dabei nur mit der Werkzeugpalette von WNT möglich – zum Beispiel mit dem Hochgeschwindigkeitsfräser ›HFChighlight‹ und Schneiden, die mit WNTs ›Mastertool Dragonskin‹ beschichtet sind.

Als der Auftrag einging, hatte Karsten Koch keinerlei Vorstellung davon, ob und wie das gewünschte Teil gefertigt werden kann. Koch ist Werkstattmeister bei Pflügler Maschinenbau in Allershausen. Als mittelständisches Unternehmen ist Pflügler auf Lohnfertigung, Vorrichtungsbau und einbaufertige Komponenten fokussiert.

Das Teil, über dem Koch tagelang grübelte, ist eine Komponente für die Luft- und Raumfahrt. Außer einem tischgroßen Bauplan und der Materialvorgabe 42CrMo4 hatte der Meister zunächst nichts an der Hand. »Ich wusste überhaupt nicht, wie man da anfangen sollte«, berichtet Koch. Das Teil sollte zwei Schenkel bekommen, 470 mm lang und 250 mm hoch. Außen herum war es komplett zu bearbeiten und sollte dabei eine Form annehmen, die Koch nur als ›sehr wild‹ beschreiben kann: Keine rechten Winkel, mit Passungen und verschiedenen Ebenen, eine Seite schmal, die andere dick.

100 Kilogramm Späne für ein 20-Kilogramm-Bauteil

Koch fand eine Strategie, das komplexe Stück aus einem 120 Kilogramm schweren Block herauszufräsen. Das Ergebnis wog gerade noch 20 Kilogramm, der Rest waren 100 Kilogramm Späne. »Ich konnte das so programmieren, dass der Fräser immer fett im Eingriff ist«, erläutert der Meister. Auf der Werkzeugseite fand WNT die passenden Lösungen. Als Systempartner von Pflügler kommen die Werkzeug- Spezialisten immer zum Zug, wenn besondere Herausforderungen zu bewältigen sind – und die sind bei Pflügler durchaus nicht unüblich.

Als Wilhelm Pflügler seinen Betrieb 1991 gründete, profitierte er – zumindest indirekt – von der Wende. Die Firmengründung im bayerischen Allershausen erfolgte, als für viele der Aufbruch in die neuen Bundesländer und den nahen Ostblock begann. »Als andere ihre Chance im Osten suchten, habe ich mir gesagt: Das ist jetzt meine Chance hier im Westen« beschreibt Firmengründer Wilhelm Pflügler seinen damaligen Gedanken. Die Rechnung ging für ihn auf. Von Anfang an hat er sich auf besondere Teile spezialisiert, die in anderen Ländern weder in der geforderten Qualität noch in der schnellen Zeit gefertigt werden können: Hochentwickelte Komponenten für Sondermaschinen, Luftfahrt und den Anlagenbau.

Know-how und Schnelligkeit sind für Pflügler Erfolgsfaktoren, die sich bewährt haben. Bei seinen Kunden steht er heute in dem Ruf, auch Unmögliches möglich zu machen. Mit seinem kleinen, aber feinen Unternehmen hilft er bei Fertigungsproblemen, unterstützt die Konstruktion und wirkt bei der Entwicklung von Prototypen mit. Drehen, Fräsen und Montage sind dabei angesagt. An Werkstoffen sind praktisch alle Materialien vertreten: Stahl, Edelstahl, Aluminium, Titan, Wolfram, Kupfer und Kunststoffe.

Auch jenes Teil, das Meister Koch tagelang Kopfzerbrechen bereitete, war ein Prototyp. Wie immer bei solchen Fällen, sieht sich Karsten Koch zunächst im Lager nach geeigneten Werkzeugen um und entscheidet, welche Werkzeuge noch gebraucht werden. Als Problemlöser für den Problemlöser kommt dann WNT ins Haus. Für Pflügler hat der Werkzeuglieferant aus Kempten seit etlichen Jahren ein Gesicht: Georg Hennhöfer.

»Die Firma Pflügler weiß: Hennhöfer anrufen, Hennhöfer kommt«, versichert der quirlige Außendienstmitarbeiter. In 95 Prozent der Fälle, so schätzt er, habe er eine Lösung anbieten können. »Man setzt sich gemeinsam hin, schaut das Bauteil an und bestellt dann das Werkzeug. Dann kann es an der Maschine losgehen.« Im Laufe der Jahre wurden so immer mehr Lösungen für immer neue Probleme verlangt. »Da waren auch Sachen dabei, wo jeder zuerst sagte: das geht gar nicht. Und es hat doch funktioniert «, sagt Hennhöfer nicht ohne Stolz. Für Aris Maul, Regionalverkaufsleiter bei WNT, gehört dieses Vorgehen zum Konzept: »Viele unserer Geschäftsbeziehungen haben sich so entwickelt, dass WNT als Problemlöser für eine Aufgabe ins Haus kam, an der sich andere schon die Zähne ausgebissen hatten.«

Wilhelm Pflügler nennt noch einen anderen entscheidenden Punkt: »Uns ist wichtig, dass schnell ein Anwendungstechniker da ist. Bei anderen Firmen muss man unter Umständen zwei bis drei Tage warten bis der Techniker kommt. Aber diese Tage habe ich nicht!« Dem pflichtet Maul bei: »Ein wesentlicher Punkt in unserem Servicekonzept ist, dass alle unsere Außendienstmitarbeiter Anwendungstechniker sind. Derjenige, der das Problem aufnimmt, ist zugleich der Problemlöser.«

Hennhöfers Problemlösung beginnt in der Regel damit, dass er unter den 45 000 Teilen im WNT-Katalog die passenden Werkzeuge heraussucht. Für das sperrige 42CrMo4-Bauteil waren besondere Werkzeuge erforderlich, denn es musste mit großen Auskraglängen gearbeitet werden um auch tiefe Nuten exakt einbringen zu können. Hennhöfers Wahl fiel auf den Hochvorschubfräser HFC Highlight. Dieses Programm umfasst Fräswerkzeuge mit 25 bis 100 mm Durchmesser. Besonderer Vorteil ist die innovative Beschichtung ›highlight‹. Sie schützt die Werk zeuge gegen Korrosion und vor allem gegen hohe Temperaturen bei langem Schruppfräsen. Für den gesamten Durchmesserbereich reichen zwei Größen Wendeschneidplatten aus. Sie sind für Schnitttiefen von 1 bis 2 mm ausgelegt und mit einer positiven Geometrie ausgestattet. Das sorgt für niedrige Schnittkräfte. Zu günstigem Schnittverhalten trägt die spezielle Spanleitstufe bei. Eine ausgeklügelte Konstruktion im Wendeplattenunterbau bringt eine maximale Stabilität. Vibrationen werden minimiert. Selbst bei instabilen Bedingungen und auf kleineren Bearbeitungsmaschinen ist ein problemloser und produktiver Einsatz dieser Frästechnologie möglich.

Die optimierte Schneidkante sorgt für erheblich längere Standzeiten. Problemlos kann man damit auch an der Werkstückschulter fräsen. In Kombination mit den Hochleistungs-Schneidstoffsorten von WNT für Stahl, rostfreien Stahl und Eisenguss arbeiten die Fräswerkzeuge prozesssicher bei extremen Bedingungen. Beispielsweise fräst ein Werkzeug mit 63 mm Durchmesser, versehen mit Wendeschneidplatten aus Hartmetall HCN2235, in Stahl 1.4571 (X 6 CrNiMoTi 17 12 2) bei 180 m/min Schnitt- und 5 500 mm/min Vorschubgeschwindigkeit prozesssicher bei 1 mm Schnitttiefe. Klassischer Anwendungsbereich dieser Technologie ist eigentlich der Formenbau. An sich ist der HFC-Fräser ein klassisches Schruppwerkzeug, das zum Planfräsen, Taschen auskoffern und Tauchfräsen verwendet werden kann. »Für uns ist interessant, dass diese Technologie jetzt auch verstärkt im Maschinenbau Verwendung findet. Bearbeitungszeiten können damit deutlich heruntergefahren werden und die Prozesssicherheit wird gewährleistet«, sagt Aris Maul.

  • Bei Pflügler im Einsatz: WNT-Fräswerkzeuge ›HFChighlight‹ mit unterschiedlichen Durchmessern.

    Bei Pflügler im Einsatz: WNT-Fräswerkzeuge ›HFChighlight‹ mit unterschiedlichen Durchmessern.

  • Die ›Dragonskin‹- Beschichtung sorgt für bessere Standzeiten, Prozesssicherheit und hohe Schnittgeschwindigkeit.

    Die ›Dragonskin‹- Beschichtung sorgt für bessere Standzeiten, Prozesssicherheit und hohe Schnittgeschwindigkeit.

  • Ein Prototyp für die Luft- und Raumfahrt, gefertigt von Pflügler.

    Ein Prototyp für die Luft- und Raumfahrt, gefertigt von Pflügler.

  • Problemlöser beim Fachsimpeln (v. l.): Aris Maul (WNT), Georg Hennhöfer (WNT), Karsten Koch (Pflügler) und Wilhelm Pflügler.

    Problemlöser beim Fachsimpeln (v. l.): Aris Maul (WNT), Georg Hennhöfer (WNT), Karsten Koch (Pflügler) und Wilhelm Pflügler.

  • Werkzeugsysteme mit Dragonskin-Wendeplatten.

    Werkzeugsysteme mit Dragonskin-Wendeplatten.

  • Bild 6: Auch Unmögliches wird möglich

    Bild 6: Auch Unmögliches wird möglich

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