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maschine+werkzeug 02/2010

Angepasste Lösungen

Werkzeuge

Bohren/Fräsen Wie sich mit modifizierten Standardwerkzeugen und angepassten Sonderlösungen von HAM die Effizienz beim Zerspanen maßgeblich steigern lässt, hat die Stöferle GmbH getestet.

Speziell im weiten Bereich der Teilefertigung für die Automobilindustrie und deren Zulieferer gibt es sehr viele Zerspantechnik-Dienstleister, die sich ausschließlich mit der mechanischen Bearbeitung im Kundenauftrag beschäftigen. Haben diese Betriebe nicht ein spezielles Know-how zu bieten, sind sie im Grunde genommen jederzeit austauschbar und der Automotive-Konjunktur auf Gedeih und Verderb ausgesetzt.

Doch wie so oft kommt es schon darauf an, was man daraus macht, und in diesem Zusammenhang stellt die mittelständische Firma Stöferle GmbH in Laupheim, eine sehr beachtenswerte Ausnahme dar. Zum einen hat sich Stöferle im Bereich Leichtmetallverarbeitung darauf spezialisiert, auf Fünf-Achsen-Bearbeitungszentren Prototypen und Muster zu fertigen, auf Horizontal-Bearbeitungszentren Kleinserien herzustellen, und auf Sondermaschinen oder Rundtakt-Bearbeitungszentren Mittel- und Großserien zu produzieren. Zum anderen entwickelt und produziert Stöferle im Bereich Maschinenbau Sondermaschinen, Rundtakt-Bearbeitungszentren, Montagevorrichtungen und Prüfstände und hebt sich so vom klassischen Feld der Zulieferer undZerspanungstechnik-Dienstleister ab.

Die Sondermaschinen kommen auch in der eigenen Leichtmetallverarbeitung zum Einsatz und hier schließt sich der Kreis aus Know-how, Kompetenz und Erfahrung bei der rationellen Bearbeitung von mechanischen Teilen aller Art. Dazu sagte Erich Stöferle, Geschäftsführer, der zusammen mit seinem Bruder Reinhard, Fertigungsleiter, und mit seiner Frau Antonie, Verwaltung, das 115 Personen starke Unternehmen leitet: »In der Zerspanung sind wir spezialisiert auf Aludruckgussteile und Magnesiumgussteile, die wir jährlich in Stückzahlen von 50.000 bis 1,5 Millionen chargenweise bearbeiten und nach JIT-Kriterien liefern«.

Das Maschinen-Equipment zur hochproduktiven und gleichzeitig flexiblen Teilefertigung bildet nur die eine Seite der komplexen Thematik ab. Denn auf der anderen Seite ist das Zerspanwerkzeug und dieses verdient am Ende das Geld, weil es allein die Schnittstelle zwischen der leistungsfähigen Bearbeitungsmaschine und der produzierten Teilequalität darstellt. An dieser Stelle kommt der Fertigungsleiter Reinhard Stöferle ins Spiel, der sich wie folgt äußerte: »Wir haben hoch leistungsfähige Maschinen, können diese aber nur dann maximal nutzen, wenn auch die Werkzeuge und die Werkstück-Spannung und weitere Parameter buchstäblich passen. Geht es um anspruchsvollere Aufgaben, die wohl besser mittels modifizierten Standardwerkzeugen oder Sonderwerkzeugen bewältigt werden können, arbeiten wir zum Beispiel mit der Firma HAM zusammen und haben hier bei verschiedenen Projekten sehr gute Erfahrungen gemacht«.

Dazu hat er auch gleich einige eindrucksvolle Beispiele parat, nämlich die aufwändige Bearbeitung von Pumpengehäusen, Ventilgehäusen und Ölwannen. Erfolgreiche Problemlösungen durch die Anwendungstechniker von HAM Hartmetallwerkzeugfabrik Andreas Maier GmbH in Schwendi-Hörenhausen, führten dazu, das bald darauf eine weitere knifflige Aufgabe gestellt wurde, etwa die Komplettbearbeitung von Ölwannen aus Aludruckguss, wobei sich diese als ziemlich labile Werkstücke herausstellten. Nach eingehender Problemanalyse, und daraus resultierender Entwicklung eines multifunktionalen Stufenwerkzeugs sowie eines weiteren Kombiwerkzeugs, konnten Steffen Baur, Techn. Verkaufsberater und Projekt-Engineering bei HAM, und seine Kollegen der Firma Stöferle eine optimierte Werkzeuglösung bieten. »In diesem Fall konnten wir die Ergebnisse der erfolgreichen Entwicklung eines innovativen PKD-Aufsteckfräsersystems nutzen und bauten darauf gedanklich das multifunktionale Stufenwerkzeug auf. Die Anforderungen sind sehr hoch, denn an diesen leichten, labilen und demnach dünnwandigen Ölwannen sind reproduzierbare Oberflächengüten im Bereich von Rz 10 bis Rz 25 gefordert«, sagt Steffen Baur.

Das besagte multifunktionale Stufenwerkzeug ist dreiteilig konzipiert und besteht aus einem Bohr- und zwei Bohr-/Frässegmenten. Beim Bohrsegment handelt es sich um einen speziell ausgestalteten Vollhartmetallfräser, der in das zweiteilige Monoblockwerkzeug mit den beiden Bohr-/Frässegmenten gefügt wurde. Der Monoblock bildet die Basis für die beiden Bohr-/Frässegmente, die als PKD-Werkzeuge mit den jeweils aufgelöteten PKD-Schneiden ausgeführt sind.

Das Multifunktionswerkzeug ist so präzise, stabil und steif, dass es mit einer Schnittgeschwindigkeit von Vc = 500 bis 600 m/min, einem Vorschub von f = 0,5 mm/U und einer Schnitttiefe von ap = 2 bis 3 Millimeter gefahren werden kann. Die aktuelle Hauptzeit für die komplette Bearbeitung der Ölwanne beträgt jetzt 8,9 Sekunden. »Das Teil ist wie so oft aufs Engste kalkuliert, so dass wir hier wirklich alle Optimierungs-Ressourcen maximal ausschöpfen müssen. Mit Hilfe der Sonderwerkzeuge von HAM ist uns das nachdrücklich gelungen und wir haben bei schnellsten Bearbeitungsgeschwindigkeiten perfekte Oberflächen«, fasst Reinhard Stöferle zusammen.

www.ham-tools.de

www.stoeferle-gmbh.de

  • Monoblock-Kombiwerkzeug und Bohr-/Fräs-Multifunktionswerkzeug.

    Monoblock-Kombiwerkzeug und Bohr-/Fräs-Multifunktionswerkzeug.

  • Komplett bearbeitetes Steuergehäuse aus Aluminium-Druckguss.

    Komplett bearbeitetes Steuergehäuse aus Aluminium-Druckguss.

  • Werkzeugpartner: Erich Stöferle und Reinhard Stöferle von der Stöferle GmbH mit Steffen Baur und Michael Kächler von HAM (v.l.).

    Werkzeugpartner: Erich Stöferle und Reinhard Stöferle von der Stöferle GmbH mit Steffen Baur und Michael Kächler von HAM (v.l.).

  • PKD-Aufsteckfräser zur Komplettbearbeitung einer Ölwannen-Dichtfläche.

    PKD-Aufsteckfräser zur Komplettbearbeitung einer Ölwannen-Dichtfläche.

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Unternehmensinformation

HAM GmbH Hartmetallwerkzeugfabrik Andreas Maier GmbH

Stegwiesen 2
DE 88477 Schwendi-Hörenhausen
Tel.: 07347-61-0
Fax: -142

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