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maschine+werkzeug 09/2019

Abstechen mit Hochvorschub

Drehen/Stechen

Mit dem neuen Tang-F-Grip-Spanformer und dem zweischneidigen BGM hat Iscar neue Abstech-Werkzeuge im Programm, mit denen Anwender die Wirtschaftlichkeit ihrer Zerspanprozesse steigern können.

Der neue HF(High Feed)-Spanformer wurde speziell für das Hochvorschub-Abstechen entwickelt. Durch eine breitere Schutzfase und einem größeren Eckenradius kann er ohne Probleme Vorschubwerte von 0,2 bis 0,6 Millimeter erreichen. Bild: Iscar

Der neue HF(High Feed)-Spanformer wurde speziell für das Hochvorschub-Abstechen entwickelt. Durch eine breitere Schutzfase und einem größeren Eckenradius kann er ohne Probleme Vorschubwerte von 0,2 bis 0,6 Millimeter erreichen. Bild: Iscar

Soll die Wirtschaftlichkeit bei Zerspanungsprozessen gesteigert werden, geht es immer als Erstes um den Preis pro Schneide. Jedoch macht dieser nur etwa drei Prozent der Gesamtkosten aus und hat nur einen geringen Einfluss auf die Gesamtproduktionskosten.

Wenn es um Wirtschaftlichkeit und Kostenreduktion bei Spanprozessen geht, kommt unausweichlich das Thema Produktivität auf den Tisch. Beim Ab- und Einstechen liegt hierbei das Augenmerk auf einer kürzeren Bearbeitungszeit durch höheren Vorschub oder schmalstmöglich ausgelegte Schneidenbreiten. Damit lassen sich so viele Bauteile wie möglich aus einer Stange herstellen. Für beide Parameter hat Iscar neue Werkzeugsysteme entwickelt.

Den HF-Spanformer gibt es nur im Tang-Grip-System, das ohne Spannfinger auskommt und einen ungehinderten Spanabfluss über die Schneide erlaubt. Bei der Trägerauswahl sollten Anwender auf die modular aufgebauten Werkzeugsysteme zurückgreifen. Bild: Iscar

Den HF-Spanformer gibt es nur im Tang-Grip-System, das ohne Spannfinger auskommt und einen ungehinderten Spanabfluss über die Schneide erlaubt. Bei der Trägerauswahl sollten Anwender auf die modular aufgebauten Werkzeugsysteme zurückgreifen. Bild: Iscar

Die üblichen Vorschubwerte beim Abstechen liegen zwischen 0,06 und 0,14 Millimetern. Um einen Vorschub von 0,2 Millimetern oder mehr erreichen zu können, bedarf es eines speziell ausgelegten Spanformers. Der neue HF(High Feed)-Spanformer ist, wie der Name bereits verrät, genau dafür gemacht.

Hohe Schnittkräfte

Durch eine breitere Schutzfase und einen größeren Eckenradius kann er ohne Probleme Vorschubwerte von 0,2 bis 0,6 Millimetern erreichen. Die dabei entstehenden höheren Schnittkräfte werden durch seine stabile Auslegung aufgenommen. Die Schneidenbreite des HF-Spanformers liegt zwischen drei und fünf Millimetern. Sie sind in den PVD-Schneidstoffen IC830 und IC808 erhältlich. Die zähe Schneidstoffsorte IC830 ist die erste Wahl beim Abstechen auf Zentrum, unterbrochenem Schnitt oder instabilen Umgebungsverhältnissen. Beim Abstechen auf Bohrung oder stabilen Umgebungsverhältnissen kommt die harte Schneidstoffsorte IC808 zum Einsatz.

Das BGM ist ein zweischneidiges, schraubengeklemmtes System mit Schneidenbreiten von 0,8 bis 1,5 Millimetern und eingepresstem Spanformer für wirtschaftliches und materialsparendes Abstechen. Bild: Iscar

Das BGM ist ein zweischneidiges, schraubengeklemmtes System mit Schneidenbreiten von 0,8 bis 1,5 Millimetern und eingepresstem Spanformer für wirtschaftliches und materialsparendes Abstechen. Bild: Iscar

Bei diesen hohen Vorschüben entsteht ein sehr massiver Span, der bei Systemen mit herkömmlichen Spannfinger-Klemmungen zu hohem Verschleiß führt. Deshalb gibt es den HF-Spanformer nur im Tang-Grip-System, das ohne Spannfinger auskommt und einen ungehinderten Spanabfluss über die Schneide erlaubt.

Beim Hochvorschub-Abstechen sind natürlich nicht nur die Schneide und das Werkzeugsystem wichtig, sondern auch ein stabiles Trägerwerkzeug. HF-Schneiden sollten deshalb entweder in ein modular aufgebautes Werkzeugkonzept oder in einen speziellen Schneidenträger eingebaut werden, der einen Höhenvorteil von drei Millimetern gegenüber Standard-Baureihen besitzt.

Modular aufgebaute Werkzeugsysteme verfügen über eine zielgerichtete Kühlmittelzufuhr direkt an die Schneide. Diese Art der Kühlung ist bei Bearbeitungen mit Vorschüben über 0,2 Millimetern sehr wichtig, um die entstehende Temperatur möglichst gering zu halten.

Geringe Breiten

Die Rohstoffe der Welt sind endlich – und heiß begehrt. Das spiegelt sich beim einen oder anderen Werkstoff auch im Preis wider. Daher spielt neben produktiven Schnittwerten auch die Werkstoffeinsparung beim Abstechen und damit die Schneidenbreite eine wichtige Rolle.

Ein Beispiel: Aus einer 3 Meter langen Stange soll die maximale Anzahl 10 Millimeter langer Bauteile abgestochen werden. Unter Berücksichtigung des Reststückes und der Aufmaße können bei einer Abstechbreite von 2 Millimetern 242 Bauteile aus einer Stange entstehen.

Wird die Abstechbreite auf einen Millimeter reduziert, ist eine Bauteilausbringung von 264 möglich – also ein Plus von 22 Bauteilen. Um in diesen geringen Breitenbereichen sicher arbeiten zu können, ist ein sehr stabiles Werkzeugsystem notwendig, wie etwa Iscars neu entwickeltes BGM-System.

Das BGM-System besticht nicht nur durch seine geringe Breite, sondern auch durch eine hohe Stabilität. Bild: Iscar

Das BGM-System besticht nicht nur durch seine geringe Breite, sondern auch durch eine hohe Stabilität. Bild: Iscar

Dabei handelt es sich um ein zweischneidiges, schraubengeklemmtes Abstechsystem mit Schneidenbreiten von 0,8 bis 1,5 Millimetern. Selbst bei nur 0,8 Millimetern ist jede Schneide mit einem eingepressten Spanformer ausgestattet, der auch bei ISO-M-Werkstoffen einen optimalen Spanbruch gewährleistet. Der seitliche Anlagepunkt der Schneide im Plattensitz sorgt zudem dafür, dass selbst bei einem Gewaltbruch der einen Schneide die zweite Schneidkante problemlos weiterverwendet werden kann.

Die Trägerwerkzeuge bietet Iscar aktuell in den Schaftquerschnitten 16 bis 25 Millimeter mit zielgerichteter Kühlung an. Künftig werden zudem Modular-Grip-Adapter für dieses System verfügbar sein, die vor allem bei Mehrspindel-Maschinen auf speziell dafür ausgelegten Werkzeugträgern zum Einsatz kommen. Das BGM-System besticht nicht nur durch seine geringe Breite, sondern auch durch eine hohe Stabilität. Diese spiegelt sich in der Oberflächengüte und Planebenheit der bearbeitenden Bauteile wider, wie Versuche im Iscar-Tech-Center und bei Anwendern zeigen.

www.iscar.de

Unternehmensinformation

ISCAR Germany GmbH

Eisenstockstr. 14
DE 76275 Ettlingen
Tel.: 07243-9908-0
Fax: -93

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