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10.09.2019

Von der Natur inspiriert: EMO zeigt spannende Start-ups

Auf der EMO stellen traditionell auch Jungunternehmer ihre neuen Geschäftsmodelle vor. Dazu gehört das Berliner Start-up Cell Core. Hier wurde eine Software entwickelt, die nach dem Prinzip des inneren Aufbaus von Knochen Strukturen in der Technik optimiert.


Ähnlich kreativ und zukunftsweisend ging es bei einem Auftrag für das Industrie Designbüro Panik Ebner zu. Cell Core konnte dank seiner Erfahrungen im Umgang mit verschiedensten Strukturen sowie deren nummerischer Simulation unter unterschiedlichsten Belastungen bei der Validierung eines neuartigen Straßenbahnkonzeptes helfen. Das Konzept von Panik Ebner spart deutlich Gewicht, bei gleicher Stabilität. Daher ist der Wagen leichter zu bewegen, was wiederum Energie spart. Die Straßenbahn ist geräumiger und bietet durch ein offenes wabenförmiges Design eine große Sichtfläche für die Fahrgäste. „Wir konnten unserem Kunden helfen, seinem innovativen Konzept die nötige Glaubwürdigkeit zu geben, was die mechanische Belastbarkeit angeht. Mit unseren Simulationsergebnissen spricht er nun mit möglichen Interessenten über die konkrete Umsetzung seiner Straßenbahn.“

  • Neuartiges Straßenbahn-Wagenkasten-Konzept mit einer hexagonalen Tragwerkstruktur, das sich durch Leichtbau und offenes Design mit großer freier Sichtfläche auszeichnet. Bild: Panik Ebner Design

    Neuartiges Straßenbahn-Wagenkasten-Konzept mit einer hexagonalen Tragwerkstruktur, das sich durch Leichtbau und offenes Design mit großer freier Sichtfläche auszeichnet. Bild: Panik Ebner Design

  • In einer Konzeptstudie entwickelte Cell Core ein bionisches Design für einen Stuhlträger, in dem Kraftfluss-optimierte Konturierung und funktional-gradierte Wabenkernstrukturen miteinander kombiniert sind. Bild: Sedus Stoll AG

    In einer Konzeptstudie entwickelte Cell Core ein bionisches Design für einen Stuhlträger, in dem Kraftfluss-optimierte Konturierung und funktional-gradierte Wabenkernstrukturen miteinander kombiniert sind. Bild: Sedus Stoll AG

  • Optimierte Einspritzdüse eines Satellitentriebwerks, in dem bionische Leichtbauweisen und Funktionsintegrationen zur Brennstoffzuführung und Schwingungsdämpfung kombiniert wurden. Bild: CellCore GmbH

    Optimierte Einspritzdüse eines Satellitentriebwerks, in dem bionische Leichtbauweisen und Funktionsintegrationen zur Brennstoffzuführung und Schwingungsdämpfung kombiniert wurden. Bild: CellCore GmbH

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Keine Grenzen für bionische Konzepte

Technische Optimierungen durch Cell Core sind über alle Branchen hinweg denkbar. Derzeit befindet sich das Unternehmen zusammen mit Experten der Medizin an der Entwicklung von neuartigen Orthesen. Im Speziellen geht es hierbei um individuelle Schuheinlagen. „Wir wollen Einlagen entwickeln, die automatisiert und auf den Menschen angepasst hergestellt werden. Die 3D Druck-Technik kann somit perfekt auf den jeweiligen Fuß abgestimmte Ergebnisse liefern“, so Krüger. „Durch den aktuell individuellen und manuellen Fertigungscharakter bei medizinischen Schuheinlagen fällt der höhere Preis des 3D Drucks nicht mehr so negativ ins Gewicht.“

Weiterhin erkundet Cell Core auch Optimierungspotenziale im Werkzeugbau. Bei Spritzgusswerkzeugen zum Beispiel kann durch die geschickte Platzierung von Kühlkanälen und die Integration von speziellen Gitterstrukturen die Produktionsmenge und Qualität erhöht werden. Auch neue Kühltechniken werden untersucht. Cell Core wirkt dafür aktiv in Forschungsnetzwerken wie zum Beispiel dem Netzwerk für optimierte Werkzeuge Nowhum S mit.

Der Vorstellungskraft, wo überall biomimetisches Engineering eingesetzt werden kann, sind keinerlei Grenzen gesetzt. Noch gibt es zwar Einschränkungen, insbesondere was den Preis der additiven Fertigung betrifft. „Doch wir schauen in die Zukunft und zeigen zum einen, was heute schon möglich ist, zum anderen aber auch, wohin sich die Dinge entwickeln könnten.“ Dabei nutzen die Berliner Jungunternehmer auch jetzt schon lernende Algorithmen. Arbeitet Cell Core also auch mit künstlicher Intelligenz? „Ein klares Jein“, antwortet Krüger. „Für meinen Geschmack wird dieser Begriff zu oft im falschen Kontext genutzt und zu stark gewichtet. Fest steht: Wir arbeiten auch gerne mit natürlicher Intelligenz.“

Autor: Gerda Kneifel, VDW


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