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maschine+werkzeug 02/2019

Schluss mit Stillstand

Software

MES – Die MES-Software von Proxia unterstützt Kieselmann dabei, den Überblick über eine komplexe Produktion zu behalten, die Fertigung wirtschaftlich zu organisieren und Effizienzpotenziale aufzudecken.


Vier Zustände

Aktuell werden bei Kieselmann vier verschiedene Zustände registriert: Maschine läuft, Maschine steht, Personal ist an der Maschine angemeldet, Maschine arbeitet mannlos. Wo es technisch möglich ist, werden diese Informationen mit dem Potenziometer der Maschine verknüpft. Ist der Vorschub größer als 80 Prozent, befindet sich die Maschine wirklich im produktiven Zustand. Ergänzend zur automatischen MDE ermöglicht die BDE-Software manuelle Eingaben der Mitarbeiter, zum Beispiel für Meldungen von Stückzahlen, Rüst- oder Wartungsvorgängen sowie Fehlermeldungen. Hierzu stehen 15 Industrie-PCs vom Typ noax C15 fest installiert an den Arbeitsstationen, auf denen via Touchscreen die erforderlichen Eingaben gemacht werden.

45 Maschinen

Rund 45 Fertigungsmaschinen, unter anderem von Emag, Emco, Hermle und Index, sowie 20 Montage-Arbeitsplatzgruppen sind im Kieselmann-Werk an das Proxia-BDE/MDE-System angebunden. Mit der Einführung der Datenerfassung wurde der Grundstein für den neuen MES-Workflow bei Kieselmann erfolgreich gelegt. Eine sehr große Datenmenge wartete nun darauf, in den Planungsprozess integriert zu werden. Die Herausforderung in der Fertigungsplanung bei Kieselmann besteht darin, dass sich die Herstellung eines Produktes in zahlreiche verschachtelte und untereinander abhängige Unteraufträge gliedert. Oft sind bei einem einzelnen Artikel 20 und mehr Unteraufträge verschiedenster Bearbeitungstechnologien zu berücksichtigen. Durchschnittlich befinden sich bei der Kieselmann GmbH rund 3.500 bis 5.000 Aufträge permanent im ERP-System. Davon werden zwar zwischen 200 und 300 Aufträge fertiggestellt, doch genauso viele kommen wieder hinzu. Je nach Komplexität eines Artikels sind insgesamt zwischen 11.000 und 14.000 Arbeitsgänge im System erfasst.

Um hier den Überblick zu behalten, führten Oliver Hecker und Dietmar Kappus im Jahr 2010 den Proxia-Leitstand ein. Alle Aufträge sind dort in Form von Gantt-Diagrammen mit den entsprechenden Terminen sowie den einzelnen begrenzten Ressourcen an Maschinen, Material und Personal gegenübergestellt. So sieht das Team der Planung auf einen Blick den aktuellen Bearbeitungsstand der einzelnen Arbeitsfolgen. Vor allem, darauf legt Dietmar Kappus großen Wert, lassen sich damit die Maschinen besser belegen und unproduktive Stillstände vermeiden.

Auslastung

»Unser Ziel ist es vor allem, dass die Maschinen laufen. Die Maschinen haben teilweise weitaus höhere Stundensätze als Mitarbeiter, darum liegt unser Augenmerk auf einer optimalen Maschinenauslastung. Der Proxia-Leitstand kann die Komplexität unserer Fertigung wirklich bis ins Detail abbilden, und das mit einer Performance sowie einer einfachen Bedienung und Übersichtlichkeit, wie wir es uns wünschten.«

Simulation hilft

Mit Hilfe der ERP-Software ermitteln die Mitarbeiter neben den allgemeinen kaufmännischen Informationen zunächst die Materialbedarfe, Sollzeiten und Liefertermin-Informationen. Zudem werden in Abas bereits grobe Fertigungsvorschläge zu den einzelnen Aufträgen gemacht. Von Abas gehen sämtliche Informationen an den Proxia-Leitstand, wo die Feinplanung für die einzelnen Produktionsressourcen geschieht. Die Möglichkeit, verschiedene Fertigungsszenarien mit dem Leitstand zu simulieren, unterstützt die Produktionsplanung, die optimale Maschinenbelegung – im Hinblick auf die Einhaltung von Lieferterminen – zu finden. Sobald ein Artikel die Produktions- und Montageprozesse durchlaufen hat, meldet Proxia den Abschluss des Auftrages wieder zurück an das ERP-System Abas.

Bevor die MES-Software von Proxia eingeführt wurde, mussten alle Daten abgelesen und manuell erfasst werden. Für die Planung gab es einen eigenen Mitarbeiter, der die inoffizielle Bezeichnung ›Terminjäger‹ hatte. Er musste sämtliche Informationen aller Maschinen und Arbeitsplätze zusammentragen und den Produktionsplan für jede Maschine klassisch auf Papier erstellen. Damit ein Artikel nach einem Arbeitsgang rasch weiterbearbeitet werden konnte, verbrachte dieser Mitarbeiter zudem einen großen Teil seiner Arbeitszeit damit, die Meister auf kommende Aufträge hinzuweisen und Maschinen dafür zu reservieren.
Betriebsleiter Oliver Hecker erinnert sich mit einem Schmunzeln: »Unser Terminjäger benötigte für die langen Wege gute Turnschuhe und eine gute Kondition. Die Papier-Planung war natürlich zum Zeitpunkt ihrer Erstellung bereits wieder veraltet. Das ständige Suchen kostete sehr viel Zeit, das Reservieren der Maschinen sorgte für unnötig brachliegende Ressourcen. Außerdem wussten wir oft nicht, wie viel Material wo zur Verfügung stand, denn damit die Produktion einigermaßen flexibel war, lagerten die Mitarbeiter ihr Material häufig dezentral direkt an den Maschinen.«

  • Für Kieselmann Betriebsleiter Oliver Hecker waren die Ziele bei der Ablösung der alten Plantafel und Einführung des neuen Proxia MES vor allem die schnellere und flexiblere Fertigungsplanung und Beherrschung der komplexen Fertigungsstruktur. Bild: Proxia

    Für Kieselmann Betriebsleiter Oliver Hecker waren die Ziele bei der Ablösung der alten Plantafel und Einführung des neuen Proxia MES vor allem die schnellere und flexiblere Fertigungsplanung und Beherrschung der komplexen Fertigungsstruktur. Bild: Proxia

  • Die Zentrale der Fertigung – der MES-Leitstand stellt alle Aufträge mit aktuellem Bearbeitungsstand und ihrem Endtermin übersichtlich dar – mit direkter Anbindung zum Abas-ERP und Koppelung an Proxia MDE/BDE für aktuelle Rückmeldungen aus der Fertigung. Bild: Proxia

    Die Zentrale der Fertigung – der MES-Leitstand stellt alle Aufträge mit aktuellem Bearbeitungsstand und ihrem Endtermin übersichtlich dar – mit direkter Anbindung zum Abas-ERP und Koppelung an Proxia MDE/BDE für aktuelle Rückmeldungen aus der Fertigung. Bild: Proxia

  • Kieselmann plant und organisiert mit Proxia MES rund 3.500 Aufträge mit über 14.000 Arbeitsgängen in ihrer komplexen Fertigung. Durch valide Maschinen- und Betriebsdaten können zudem sichere Investitions- oder Personalentscheidungen getroffen werden. Bild: Proxia

    Kieselmann plant und organisiert mit Proxia MES rund 3.500 Aufträge mit über 14.000 Arbeitsgängen in ihrer komplexen Fertigung. Durch valide Maschinen- und Betriebsdaten können zudem sichere Investitions- oder Personalentscheidungen getroffen werden. Bild: Proxia

  • Die einfach zu bedienende BDE-Software ist die Basis für eine hohe Akzeptanz bei den Anwendern und eine hohe Datenqualität bei der Eingabe von Betriebsdaten. Die Anwender können sich wie hier mit einem Chip auf einem robusten Industrie-PC direkt am System anmelden. Bild: Proxia

    Die einfach zu bedienende BDE-Software ist die Basis für eine hohe Akzeptanz bei den Anwendern und eine hohe Datenqualität bei der Eingabe von Betriebsdaten. Die Anwender können sich wie hier mit einem Chip auf einem robusten Industrie-PC direkt am System anmelden. Bild: Proxia

  • Ziele gemeinsam erreicht – Kieselmann Betriebsleiter Oliver Hecker (r.), Fertigungsleiter Zerspanung Dietmar Kappus (l.) und Proxia-Vorstand Julia Klingspor (m.). Bild: Proxia

    Ziele gemeinsam erreicht – Kieselmann Betriebsleiter Oliver Hecker (r.), Fertigungsleiter Zerspanung Dietmar Kappus (l.) und Proxia-Vorstand Julia Klingspor (m.). Bild: Proxia

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