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maschine+werkzeug 02/2019

Schluss mit Stillstand

Software

MES – Die MES-Software von Proxia unterstützt Kieselmann dabei, den Überblick über eine komplexe Produktion zu behalten, die Fertigung wirtschaftlich zu organisieren und Effizienzpotenziale aufzudecken.

Auch wenn Bier, Mineralwasser oder Obstsaft bereits seit Jahrhunderten in Deutschland hergestellt und abgefüllt werden, sorgen Produktionsanlagen und Leitungssysteme der Kieselmann GmbH dafür, dass diese Getränke höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen. Die Kieselmann GmbH aus Knittlingen bei Pforzheim produziert seit 1937 Drehteile und hat sich seit 1945 auf die Herstellung von Armaturen aus Edelstahl spezialisiert. Damit hat der Gründer Paul Kieselmann den Grundstein für ein Produktportfolio gelegt, mit dem der Metall be- und verarbeitende Betrieb noch heute erfolgreich am Markt agiert. Das Unternehmen handelt mit Rohren und fertigt Rohrverbindungen, komplexe Ventile und komplette Anlagen für Kunden aus der Lebensmittelverarbeitung sowie der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Zum Kundenkreis gehören bekannte Marken wie Bitburger, Warsteiner, Andechser Klosterbier, Ensinger Mineral‧wasser, Eckes oder Adelholzener. Sie alle beliefert Kieselmann mit komplexen Rohr- und Ventilsystemen sowie mit Anlagen für Abfüllprozesse oder gar mit kompletten Brauereien.

Fertigungstiefe

Auf ›Made in Germany‹ und seine besonders hohe Fertigungstiefe legt das Unternehmen großen Wert, das betont Betriebsleiter Oliver Hecker: »Einige Kunststoffteile kaufen wir zu. Aber alles andere – zum Beispiel die Kolben unserer Hubantriebe – fertigen wir komplett inhouse hier am Standort. So können wir die kompromisslos beste Qualität mit höchster Termintreue und Lieferflexibilität gewährleisten. Das zeichnet unsere hohe Kundenbindung aus.«
Die große Fertigungstiefe macht die Produktion bei Kieselmann äußerst komplex. Sie besteht aus unterschiedlichsten Arbeitsschritten, von der Serien- und Einzelteilfertigung über den Anlagenbau bis hin zur Montage. Die hohe Komplexität einer Baugruppe demonstriert Dietmar Kappus, Fertigungsleiter der Zerspanung bei Kieselmann, anhand eines Scheibenventils: »Dieses Produkt besteht aus etwa 15 Einzelteilen, die bei uns komplett gefertigt werden. In der Innen‧montage laufen sie zusammen und werden dort zusammengesetzt. Wenn sich jetzt nur eine einzige Komponente bei der Herstellung verzögert, dann verschiebt sich die ganze Produktion und somit auch der Liefertermin. Daher ist die Produktionsplanung dieser verschachtelten Produktionsschritte für uns sehr, sehr wichtig.«

Bis zum Jahr 2009 verwendete Kieselmann für die Feinplanung eine relativ einfache elektronische Plantafel, die mit der immer größer werdenden Anzahl an Fertigungsaufträgen und der Komplexität sowie Flexibilität der Produktion an seine Grenzen stieß. Dietmar Kappus fasst die Anforderungen zusammen: »Die Abfolge der einzelnen Prozessschritte, also die Reihenfolgeplanung, ließ sich mit dem System nicht mehr bewerkstelligen. Wir wollten die alte Software durch ein ganzheitliches MES-System ablösen, das auch die sehr heterogenen Teilbereiche unserer Produktion gut abbildet: Von der Einzelteilfertigung, Serienfertigung und Anlagenfertigung bis hin zur Endmontage.«

Leitstand für alles

Dazu habe Kieselmann zum einen eine Lösung zur Erfassung und Auswertung von Maschinen- und Betriebsdaten benötigt, zum anderen einen leistungsfähigen Leitstand, der auf Basis dieser Ist-Daten aus der Fertigung sämtliche Produktionsprozesse in Abhängigkeit von Material, Maschinen und Personal verplant – nicht zu vergessen sämtliche Vorgabedaten aus unserem ERP-System Abas. Was diese Koordination in der täglichen Praxis bedeutet, erläutert Betriebsleiter Oliver Hecker: »Eine simple Serienfertigung zu planen, ist relativ einfach.« Aber die Verknüpfung der unterschiedlichen Produktionsarten und -prozesse – vom Drehen, Fräsen zu Schleifen, Schweißen und zurück – das mache das Ganze komplex und wird mit zunehmender Komplexität der Produkte noch komplexer.

»Wenn man dann noch, so wie in unserem Fall, genau wissen möchte, in welchem Bearbeitungszustand und wo sich ein bestimmtes Bauteil oder der Artikel befindet, sind die Anforderungen an eine Feinplanungssoftware schon sehr hoch«, so Hecker. Mit diesen Anforderungen evaluierten Oliver Hecker und Dietmar Kappus im Jahr 2009 die MES-Lösung von Proxia. Zunächst fokussierten die beiden Manager die Einführung der Datenerfassung. Die Softwaremodule Maschinendatenerfassung (MDE) und die Betriebsdatenerfassung (BDE) von Proxia liefern exakte Informationen über den aktuellen Status und die Produktivität einer Fertigungsmaschine beziehungsweise den Istzustand in der Produktion. »Wir sehen, wo sich das Erzeugnis befindet, und können schon daraus ableiten, wann es theoretisch fertig ist«, erläutert Dietmar Kappus. Die MDE-Software greift die Maschinensignale automatisch ab und wertet sie aus.

  • Für Kieselmann Betriebsleiter Oliver Hecker waren die Ziele bei der Ablösung der alten Plantafel und Einführung des neuen Proxia MES vor allem die schnellere und flexiblere Fertigungsplanung und Beherrschung der komplexen Fertigungsstruktur. Bild: Proxia

    Für Kieselmann Betriebsleiter Oliver Hecker waren die Ziele bei der Ablösung der alten Plantafel und Einführung des neuen Proxia MES vor allem die schnellere und flexiblere Fertigungsplanung und Beherrschung der komplexen Fertigungsstruktur. Bild: Proxia

  • Die Zentrale der Fertigung – der MES-Leitstand stellt alle Aufträge mit aktuellem Bearbeitungsstand und ihrem Endtermin übersichtlich dar – mit direkter Anbindung zum Abas-ERP und Koppelung an Proxia MDE/BDE für aktuelle Rückmeldungen aus der Fertigung. Bild: Proxia

    Die Zentrale der Fertigung – der MES-Leitstand stellt alle Aufträge mit aktuellem Bearbeitungsstand und ihrem Endtermin übersichtlich dar – mit direkter Anbindung zum Abas-ERP und Koppelung an Proxia MDE/BDE für aktuelle Rückmeldungen aus der Fertigung. Bild: Proxia

  • Kieselmann plant und organisiert mit Proxia MES rund 3.500 Aufträge mit über 14.000 Arbeitsgängen in ihrer komplexen Fertigung. Durch valide Maschinen- und Betriebsdaten können zudem sichere Investitions- oder Personalentscheidungen getroffen werden. Bild: Proxia

    Kieselmann plant und organisiert mit Proxia MES rund 3.500 Aufträge mit über 14.000 Arbeitsgängen in ihrer komplexen Fertigung. Durch valide Maschinen- und Betriebsdaten können zudem sichere Investitions- oder Personalentscheidungen getroffen werden. Bild: Proxia

  • Die einfach zu bedienende BDE-Software ist die Basis für eine hohe Akzeptanz bei den Anwendern und eine hohe Datenqualität bei der Eingabe von Betriebsdaten. Die Anwender können sich wie hier mit einem Chip auf einem robusten Industrie-PC direkt am System anmelden. Bild: Proxia

    Die einfach zu bedienende BDE-Software ist die Basis für eine hohe Akzeptanz bei den Anwendern und eine hohe Datenqualität bei der Eingabe von Betriebsdaten. Die Anwender können sich wie hier mit einem Chip auf einem robusten Industrie-PC direkt am System anmelden. Bild: Proxia

  • Ziele gemeinsam erreicht – Kieselmann Betriebsleiter Oliver Hecker (r.), Fertigungsleiter Zerspanung Dietmar Kappus (l.) und Proxia-Vorstand Julia Klingspor (m.). Bild: Proxia

    Ziele gemeinsam erreicht – Kieselmann Betriebsleiter Oliver Hecker (r.), Fertigungsleiter Zerspanung Dietmar Kappus (l.) und Proxia-Vorstand Julia Klingspor (m.). Bild: Proxia

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