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maschine+werkzeug 06/2012

Konstruktion für schwere Fälle

Technik - Software

CAD/CAM - SMB Sondermaschinenbau setzt bei der Konstruktion auf die 3D-CAD-Software Autodesk Inventor und speichert die Konstruktionsdaten im Autodesk Vault. Bei der Implementierung der Systeme halfen Eplan-Consultants.

Für das Fördern, Transportieren und Handhaben von Gegenständen gibt es viele Anbieter, und der Anwender kann sich oft aus Kataloglösungen bedienen. Wenn aber 50 oder 80 Tonnen schwere Komponenten präzise positioniert werden müssen, gibt es nur wenige Spezialisten, die entsprechende Anlagen entwickeln und herstellen können. Der Engineering-Aufwand ist dabei hoch, da derartige Anlagen grundsätzlich individuell entwickelt werden.

Hier ist also klassischer Sondermaschinenbau gefragt. In diesem Metier hat der Sondermaschinenbau in Wildau bei Berlin eine gute Marktposition. Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 100jährige Tradition zurück.

In den vergangenen zehn Jahren gelang es dem Unternehmen, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Geschäftsführer Ben Werschky erklärt: »Wir arbeiten noch immer für die Stahlindustrie, entwickeln aber zum Beispiel auch Handhabungsanlagen für die Nutzfahrzeugindustrie und für die Beschickung von Industrieöfen sowie Prüfeinrichtungen für die Luftfahrttechnik.«

Der Nutzen der 3D-Konstruktion bei solchen Aufgaben ist unbestritten. Die Verantwortlichen von SMB zögerten aber zunächst mit der Einführung eines 3D-CAD-Systems. Als das bis dahin eingesetzte Logocad Triga abgekündigt wurde, stand das Thema 3D-CAD für SMB erneut auf der Agenda. Nach eingehenden Tests verschiedener Systeme fiel die Entscheidung auf den Autodesk Inventor in Verbindung mit dem Datenmanagement-System Autodesk Vault Professional und auf die Beratung durch Eplan. »Eplan hat auch unser Vorgänger-System betreut, und wir waren mit der Beratung immer zufrieden«, sagt Ben Werschky rückblickend.

Geschäftsführung und Konstruktionsleitung hatten zuvor intensiv diskutiert, ob man die Softwarepakete erwirbt und sich selbst in die Materie einarbeitet oder ein umfassendes Consulting durch Eplan in Anspruch nimmt. Die Entscheidung fiel für letzteres. Zusammen mit SMB analysierten die Eplan-Consultants zunächst den Produktentstehungsprozess in der Konstruktion, um den genauen Bedarf zu ermitteln und die Nutzung des CAD-Systems bestmöglich an die Abläufe anzupassen. Hagen Weiss, Leiter Konstruktion, erinnert sich: »Ein wichtiger Punkt für uns war der frühzeitige Einsatz des Systems schon in der Angebotsphase.« Diese Phase beginnt – typisch für den Sondermaschinenbau – bei SMB nicht mit einer Ausschreibung, sondern mit einem offenen Gespräch. »Der Kunde hat eine Aufgabenstellung und wir erarbeiten zunächst Konzepte, wie man die Aufgabe lösen kann«, sagt der Leiter Konstruktion.

Heute werden bereits diese Konzepte mit dem Autodesk Inventor vorbereitet und in 3D-Ansichten präsentiert. Das macht nicht nur einen guten Eindruck bei den Kunden, es beschleunigt auch die Abläufe, wenn der Auftrag erteilt wird. Dann nämlich gibt es schon eine Grundlage, die mit dem Inventor weiter entwickelt werden kann. »Auch die Abstimmungen mit den Kunden während des Projektes verbessern sich, wenn wir ihnen eine 3D-Zeichnungen vorlegen und uns darüber austauschen können«, sagt Hagen Weiss.

Nicht nur in der Entwicklung, auch in der Konstruktion haben sich die Abläufe vereinfacht. »Ein Vorteil ist der verbesserte Übergang vom Konzept zur Detaillierung. Eine 3D-Ansicht als Basis für ein Konzept ist sehr viel aussagekräftiger«, so IT-Manager Thomas Blisse. Auch die FEM-Berechnungen nehmen laut Blisse weniger Zeit in Anspruch: »Die Berechnungen im 3D-Modell gehen viel schneller. Das bietet uns auch die Möglichkeit, Konstruktionen zu optimieren, indem wir zum Beispiel Blechstärken verändern.«

Im März 2011 hat Eplan bei SMB die 13 Inventor-Lizenzen implementiert, im November 2011 war die Consulting-Phase beendet. »Die Erfahrung von Eplan aus anderen Inventor-Projekten war sehr hilfreich. Wir glauben, dass die Einführung des Systems ohne externe Unterstützung unterm Strich für uns teurer gewesen wäre, weil sie mehr Zeit in Anspruch genommen hätte und wir die Funktionen nicht von Beginn an voll genutzt hätten. Zudem ist das System jetzt perfekt an unsere Anforderungen angepasst«, sagt Ben Werschky. Hagen Weiss hebt die einfache Bedienung des Inventors hervor: »Die Akzeptanz des Systems war von Beginn an sehr hoch, die Umgewöhnungszeit kurz.«

Für die Nutzung des Autodesk Vault als zentralen Datenspeicher haben Eplan und SMB ein Konzept entwickelt, das mit den Projekten wächst. »Da wir reinen Sondermaschinenbau betreiben, werden die Module, mit denen wir arbeiten, oft noch projektspezifisch variiert. Eine reine Konstruktion aus dem Baukasten gibt es bei uns also nicht«, sagt Thomas Blisse. Dennoch strebt SMB danach, möglichst viele Gleichteile zu verwenden. Dies soll mit dem Vault erreicht werden.

»Im Vault hinterlegen wir freigegebene Grundmodule für definierte Aufgaben, die wir für die einzelnen Projekte aber jeweils kopieren und bei Bedarf auch abändern. Das bedeutet zwar höheren Aufwand in der Datenhaltung, weil wir für jede Anlage den kompletten Zeichnungssatz speichern. Das bringt uns aber die zusätzliche Flexibilität, die wir benötigen. Jedes Projekt bleibt ein Unikat – in der Realität und als Fertigungszeichnung im Vault«, so Blisse.

www.eplan.de

  • Die Dimensionen bei SMB sind schon beeindruckend: Blick auf eine Einbaustück-Wechselvorrichtung für Stützwalzen.

    Die Dimensionen bei SMB sind schon beeindruckend: Blick auf eine Einbaustück-Wechselvorrichtung für Stützwalzen.

  • Im PDM-System Vault Professional werden sämtliche Konstruktionsdaten übersichtlich verwaltet – einschließlich freigegebener Basismodule.

    Im PDM-System Vault Professional werden sämtliche Konstruktionsdaten übersichtlich verwaltet – einschließlich freigegebener Basismodule.

  • Bereits in der Angebotsphase verwendet man 3D-CAD-Darstellungen, die im Autodesk Inventor erzeugt werden, um Ideen zu präsentieren und Konzepte zu visualisieren.

    Bereits in der Angebotsphase verwendet man 3D-CAD-Darstellungen, die im Autodesk Inventor erzeugt werden, um Ideen zu präsentieren und Konzepte zu visualisieren.

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An der alten Ziegelei 2
DE 40789 Monheim a. Rhein
Tel.: 02173-3964-0
Fax: -25

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  • 27.09.2018 von Sondermaschinenbau

    Danke, für diesen Artikel zum Sondermaschinenbau. Ich verstehe, dass es wenige Spezialisten gibt die solche schwere Komponenten richtig positionieren können. Es ist gut, dass Sie so viel Erfahrung haben und wissen, wie man damit umgeht. Chapeau!

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