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maschine+werkzeug 05/2018

Die neue Flexibilität

TITELSTORY

Heller – Die Wirtschaft boomt. Viele Unternehmen kommen mit ihren vorhandenen Fertigungskapazitäten derzeit kaum nach. Müssen neue Maschinen her? Was ist, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Das Nutzungsmodell Heller4Use passt bestens in diese Zeit.

Für viele Kunden die optimale Lösung: eine hochwertige Maschine aus Hellers Baureihe HP nutzen, ohne dafür Kapital zu binden. (Bild: Heller)

Für viele Kunden die optimale Lösung: eine hochwertige Maschine aus Hellers Baureihe HP nutzen, ohne dafür Kapital zu binden. (Bild: Heller)

Vielen steckt die letzte Krise noch in den Knochen. Als der eilends hochgezogene Neubau eingeweiht wurde und die zuvor sehnlichst erwarteten neuen Maschinen endlich da waren, stand die Produktion schon fast still und bot oftmals ein eher trostloses Bild.

Im deutschen Werkzeugmaschinenbau machen sich die konjunkturellen Schwankungen alle sechs bis acht Jahre in Form einer Beruhigung bemerkbar, die auch mal zum deutlichen Abschwung wird. Trotz der vielleicht dämpfenden Wirkung der Globalisierung geht Heller-Geschäftsführer Klaus Winkler davon aus, dass das auch in Zukunft so ist. »Wir sollten realistisch sein, unser Geschäft wird weiterhin zyklisch bleiben«, sagt er im Interview (siehe folgende Seiten).

Geschäfte laufen gut

Derzeit läuft’s rund beim Werkzeugmaschinenhersteller Heller. Im vergangenen Jahr konnte der Auftragseingang um über 16 Prozent auf 612,8 Millionen Euro gesteigert werden – das ist der höchste Wert in der Firmengeschichte. Der Umsatz lag mit 577,6 Millionen Euro um 7 Prozent über dem Vorjahr, wobei der Umsatzmix die Ertragskraft des Unternehmens verbessert hat. Besonders gut liefen Kurbelwellenmaschinen, Beschichtungsprojekte, der Umbau von Produktionssystemen und das Geschäft mit Einzelmaschinen. Unverändert macht das Projektgeschäft vor allem mit Automotivekunden mehr als 50 Prozent des Volumens aus. Über mangelnde Auslastung kann der Hersteller aus Nürtingen auch 2018 nicht klagen.

Auf der EMO im vorigen September hat Heller mit einem neuen Nutzungsmodell aufhorchen lassen: Heller4Use erlaubt es dem Anwender, moderne Maschinen einzusetzen, ohne dafür Kapital zu binden. Kunden bezahlen für die Nutzung ihrer Maschine und vermeiden Fixkosten. Basis dafür ist die Erfassung und Auswertung der realen Maschinenauslastung. So bleiben die Unternehmen auch zukünftig mit hochwertiger Technologie erfolgreich – bei voller finanzieller Flexibilität.

Neben konjunkturellen Unwägbarkeiten stellen kürzere Innovationszyklen, wachsende Werkstoff- und Bauteilvielfalt sowie -komplexität und ständiger Kostendruck Unternehmen vor erhebliche He­rausforderungen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Planungshorizonte werden immer kürzer, die Planungssicherheit wird geringer. Wie soll eine heute geplante Anlage die nächsten acht bis zehn Jahre das produzieren, was gerade gefordert wird? Passen die Anforderungen von heute zu den Anforderungen von morgen? Wie maximiert man die Investitionssicherheit?

Nach den Erfahrungen von Heller ziehen Unternehmen bei der Anschaffung von Investitionsgütern vor allem die Beschaffungskosten in Betracht. Der Einkaufspreis für die Maschine spielt häufig eine größere Rolle als deren tatsächliche Lebenszykluskosten.

Transparente Prozesse

Heller4Use setzt auf Heller4Industry auf. Unter dem Dach Heller4Industry clustert Heller Lösungen zur Digitalisierung in der Produktion. Mit dem Heller Services Interface steht eine webbrowserbasierte Applikation zur Verfügung, die für Transparenz in Fertigungs- und Instandhaltungsprozessen sorgt.

Durch die Visualisierung gezielter Zustandsinformationen beispielsweise von Achsen, Spindeln oder weiteren Baugruppen kann deren Verschleißzustand visuell überwacht werden, um so beim Erreichen von Grenzwerten präventive Maßnahmen zur Vermeidung von ungeplanten Stillständen einzuleiten. Im Fall von Heller4Use nimmt das Heller Services Interface alle relevanten Daten – beginnend bei der Wartung, über den Verschleiß bis hin zur Auslastung der Maschine - auf und macht sie zur Basis für die Maschinenabrechnung.

Um eine höchstmögliche Nutzung über den gesamten Lebenszyklus der Maschine zu gewährleisten, sorgt Heller mit umfassenden Full-Service-Leistungen für höchste Maschinenverfügbarkeit. Dazu zählen Maßnahmen wie zum Beispiel die regelmäßige Überprüfung des Maschinenzustands im Rahmen einer Herstellerinspektion und die Vermeidung ungeplanter Stillstände durch vorbeugende Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Außerdem ist ein integriertes Prozess-Monitoring (IPM) zur Kollisionsüberwachung und Auswertung der Auslastung, ein baureihenabhängiger Wartungsmanager zur Führung des digitalen Wartungsbuchs sowie die Medienüberwachung zur Diagnose der Wartungstätigkeiten integriert, damit alle Maßnahmen im Rahmen der Nutzung und Wartung der Maschine nachvollziehbar bleiben.

Die Kosten für das Nutzungsprogramm hält Heller transparent. Die Preise unterscheiden sich je nach Maschinenmodell. Der Vertrag beinhaltet neben einer Aufstellungsgebühr eine monatliche Grundmiete sowie ein Startguthaben an Nutzlaufzeit. Weitere Stundenkontingente können im Prepaid-Verfahren automatisiert abgerufen werden. So können sorgenfrei – und ohne die einmalige Kapitalbindung eines Maschinenkaufs – Fertigungsaufträge bedient werden. Wird weitere Produktionszeit benötigt, kann das Nutzlaufzeit-Kontingent unkompliziert verlängert werden. Laut Klaus Winkler könnten hier künftig auch flexiblere Lösungen angeboten werden.

Heller4Use ist derzeit für Vier-Achs-Maschinen der Baureihe H medium sowie den Fünf-Achs-Bearbeitungszentren der Baureihe HF verfügbar. Neben einem Rückgaberecht haben Kunden auch die Option, ihre Maschine in eine andere Heller zu wandeln. Die in der Produktion eingesetzte Maschine kann damit an veränderte Produktionsanforderungen einfach angepasst werden.

Zum Start von Heller4Use hatte sich der Maschinenhersteller aus Nürtingen eine mittlere zweistellige Anzahl an Abschlüssen zum Ziel gesetzt und diese Stückzahl schnell in den Markt gebracht. Die Resonanz der Kunden sei durchweg positiv, so Klaus Winkler. Vor allem in der Zulieferindustrie stößt das Nutzungsmodell auf großes Interesse. Diese ist stärkeren Auslastungsschwankungen ausgesetzt und mit Heller4Use in der Lage, diese kostenoptimiert zu kompensieren.

Basis Heller4Industry

Zusätzlich zu den im Rahmen von Heller4Use ausgelieferten Maschinen kann Heller auch die Daten einer großen Zahl von Maschinen auswerten, die nicht im Rahmen der Nutzungsüberlassung laufen, aber in das Programm Heller4Industry eingebunden sind. Insgesamt sind das beinahe 600 Maschinen, deren Nutzer auf Applikationen von Hellers Industrie-4.0-Angeboten zugreifen und sich vom Maschinenhersteller zum Beispiel mit Dienstleistungen im Servicebereich und mit Performance-Optimierung unterstützen lassen können.

Die Idee, Kunden dabei zu unterstützen, so flexibel wie möglich eine hochwertige Produktionsanlage nutzen zu können, will Heller weiterführen. Nach den ersten Monaten habe sich gezeigt, dass das Nutzungsmodell für beide Seiten extrem einfach sei und problemlos laufe. Mit der zunehmenden Zahl von Maschinen, die ans Netz gehen, müssen das aber weiter genau beobachtet werden.

Im Interview kündigte Klaus Winkler an, Heller werde sein Angebot aufgrund der positiven Erfahrungen mit den bereits ausgelieferten Maschinen zur kommenden AMB noch erweitern.

Basis für Hellers Serviceleistungen ist die Auswertung der Nutzerdaten. (Bild: Heller)

Basis für Hellers Serviceleistungen ist die Auswertung der Nutzerdaten. (Bild: Heller)

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Unternehmensinformation

Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH

Gebrüder-Heller-Straße 15
DE 72622 Nürtingen
Tel.: 07022-77-0
Fax: -5000

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