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30.11.2018

Mensch-Roboter-Kollaboration: "Neugierde und Begeisterung dominieren"

Ein Interview mit Professor Markus Glück, Geschäftsführer für Forschung & Entwicklung bei Schunk, über die DGUV-Zertifizierung von Greifern für den kollaborierenden Betrieb, die Bedenken von Anwendern, die Sicherheitsaura beim Schunk Co-act JL1 und den Greifer von morgen.

Nach der Schunk SVH 5-Fingerhand wurde nun auch der Schunk Co-act EGP-C Greifer von der DGUV für den für den MRK-Betrieb zertifiziert. Weshalb ist Ihnen die Zertifizierung der einzelnen Komponente so wichtig, wenn doch in der Praxis die Anlage als Ganzes für den kollaborativen Betrieb zertifiziert werden muss?


Glück: In der aktuellen Phase setzen sich sehr viele Anwender mit dem Thema MRK auseinander, wobei bislang nur wenige Applikationen im betrieblichen Umfeld realisiert sind. Das Thema ist für alle Beteiligten, sprich für die Hersteller von Robotern, End-of-Arm-Tools und Sensoren, für die Anwender, aber auch für die DGUV vergleichsweise neu. Unsere Erfahrung zeigt, dass der Weg zur Zertifizierung mitunter ziemlich herausfordernd sein kann, vor allem bei den ersten Applikationen ohne Erfahrungswerte. Genau hier setzen wir an: Zum einen begleiten wir Anwender mit dem interdisziplinären Know-how unseres Schunk Co-act-Teams, zum anderen minimieren unsere zertifizierten Komponenten den Aufwand bei der Zertifizierung des Gesamtsystems.

  • Professor Markus Glück, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung bei Schunk. Bild: Schunk

    Professor Markus Glück, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung bei Schunk. Bild: Schunk

  • Mithilfe kapazitiver Sensoren überwacht der Schunk Co-act JL1 Greifer permanent seine Umgebung. Nähert sich eine menschliche Hand schaltet er vollautomatisch in den sicheren Betrieb. Bild: Schunk

    Mithilfe kapazitiver Sensoren überwacht der Schunk Co-act JL1 Greifer permanent seine Umgebung. Nähert sich eine menschliche Hand schaltet er vollautomatisch in den sicheren Betrieb. Bild: Schunk

  • Teamwork in der Elektronikindustrie: Bei diesem Nutzentrenner unterstützt ein Roboterarm mit einem Schunk Co-act EGP-C Greifer den Bediener bei der Beladung. Bild: Schunk

    Teamwork in der Elektronikindustrie: Bei diesem Nutzentrenner unterstützt ein Roboterarm mit einem Schunk Co-act EGP-C Greifer den Bediener bei der Beladung. Bild: Schunk

  • Mithilfe taktiler Sensoren in den Fingern ist der Schunk Co-act JL1 Greifer in der Lage, die absolute Greifkraft zu bestimmen, die auf ein Objekt wirkt. So lässt sich gewährleisten, dass zerbrechliche Gegenstände - hier beispielhaft dargestellt an einer Glühbirne - nicht zerdrückt werden. Bild: Schunk

    Mithilfe taktiler Sensoren in den Fingern ist der Schunk Co-act JL1 Greifer in der Lage, die absolute Greifkraft zu bestimmen, die auf ein Objekt wirkt. So lässt sich gewährleisten, dass zerbrechliche Gegenstände - hier beispielhaft dargestellt an einer Glühbirne - nicht zerdrückt werden. Bild: Schunk

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Warum ist der Prozess der Zertifizierung so aufwändig?

Damit die DGUV eine komplette Anlage für den MRK-Betrieb zertifiziert, muss sicher nachgewiesen sein, dass der Bediener bei einem Kontakt nicht verletzt wird. Hier greifen die Schutzprinzipien der DIN EN ISO 10218-1/-2 und DIN EN ISO/TS 15066 sowie die Maschinenrichtlinie, die vorschreibt, dass stets die Gefahr für den Menschen zu betrachten und die damit verbundenen Risiken zu bewerten sind. Es gilt also, sehr präzise zu analysieren: Welche Arbeitsräume existieren? Welche Risiken bestehen? Wo müssen Arbeitsräume eingeschränkt werden, um Verletzungen auszuschließen? Das geht nur, indem jede Applikation individuell betrachtet wird: die einzelnen Komponenten, die Aufgabe, die Werkstücke, die Sicherungssysteme. Das braucht einfach Zeit und eine besondere Sorgfalt.

Gibt es Sicherheitsbedenken oder Ängste in Bezug auf die Greifer für MRK-Anwendungen?

Bislang haben wir es noch nicht erlebt, dass Greifer für kollaborative Anwendungen größere Ängste bei Anwendern erzeugen. Vielmehr dominieren Neugierde und Begeisterung – vor allem wenn es sich um intelligente Systeme wie den Schunk Co-act JL1 Greifer handelt. Menschen begegnen diesem System spielerisch: Sie testen intuitiv aus, wann die Sicherheitstechnologien anspringen und wie sich das System verhält. Damit gewinnen sie Vertrauen und können eventuelle Berührungsängste schnell abbauen.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Schunk GmbH & Co. KG Spann- und Greiftechnik

Bahnhofstraße 106-134
DE 74348 Lauffen A.N.
Tel.: 07133-103-0
Fax: 07133-103-2399

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