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maschine+werkzeug 03/2017

Die Zukunft beginnt heute

Maschinen

Fertigungssystem – Ein ambitioniertes Projekt von Fastems zu Industrie 4.0 zeigt bei Daimler in Sindelfingen, welche Potenziale die Strategie tatsächlich birgt, wenn bereits verfügbare Technologien konsequent genutzt werden.

Das Werk Sindelfingen der Daimler AG produziert vor allem Fahrzeuge der E- und S-Klasse sowie den Sportwagen AMG GT. Der Standort verfügt über einen eigenen Werkzeugbau, der gemeinsam mit dem Anlagenbau den Betriebsmittelbau mit rund 1.200 Mitarbeitern bildet und die Presswerkzeuge zur Produktion der PKW-Karosserien von Mercedes Benz herstellt. Der Betriebsmittelbau gehört mit seinem Werkzeug- und Anlagenbau zur sogenannten Technologiefabrik.

Hochautomatisierte Fertigung

Im Jahr 2015 wurden die Kapazitäten des Werkzeugbaus erweitert und in diesem Zusammenhang eine neue Halle errichtet, in der eine eigenständige Abteilung des Bereichs entstand. »Bei dieser Gelegenheit haben wir uns gefragt, wie ein zukunftsfähiger Werkzeugbau für die Karosserieproduktion ausschauen könnte. Ein Ergebnis unserer Überlegungen war letztendlich die Entwicklung eines multifunktionalen Fertigungssystems für Kleinteile, mit dem wir vollautomatisiert eine Einzelteilfertigung realisieren können«, erklärt Paul Schmidt, Projektkoordinator bei Daimler in Sindelfingen und zuständig für die Maschinen- und Anlagenplanung im Werkzeugbau.

Vor diesem Hintergrund benötigte der Werkzeugbau zwei Fünf-Achs-Bearbeitungszentren zur Produktion der Formeinsätze für die Großwerkzeuge der Pressen. Das Werkstückhandling, darunter der Transport der Werkstücke zu und von den Maschinen, sollte über ein roboterbasiertes Palettensystem erfolgen. Mehr noch: Im Zusammenhang mit dem Attribut »multifunktional« musste zusätzlich der Prozess des Induktionshärtens in die Automationslösung integriert werden.

Die zentrale Steuerung der Automationslösung erforderte schließlich ein MES (Manufacturing Execution System), das sich möglichst problemlos in die bestehende Systemumgebung einbinden ließ und unter anderem über eine Schnittstelle zum Fertigungsplanungs- und Steuerungssystem des Werkzeugbaus verfügen sollte. »Gemäß unserer Vorgaben haben wir dann ein Lastenheft erstellt und das Projekt im Markt ausgeschrieben, wobei uns nach seinem Abschluss bewusst wurde, dass wir hier ein Industrie-4.0-Projekt auf den Weg gebracht hatten«, so Paul Schmidt.

Als Generalunternehmer für die Realisierung des anspruchsvollen Vorhabens wurde schließlich die Reiden Technik AG beauftragt, die sich für Fastems als kompetenten Partner entschied, um im Zuge des Vorhabens gemeinsam zentrale Elemente der Strategie Industrie 4.0 in die Praxis umzusetzen.

  • Intelligente Maschinensensorik überwacht nicht nur selbstständig die Zerspanungsprozesse, sondern lernt hierbei auch unbekannte Prozesse ohne Zugriff von außen ein.

    Intelligente Maschinensensorik überwacht nicht nur selbstständig die Zerspanungsprozesse, sondern lernt hierbei auch unbekannte Prozesse ohne Zugriff von außen ein.

  • Das multifunktionale Fertigungssystem für Kleinteile ging Mitte 2015 in Betrieb.

    Das multifunktionale Fertigungssystem für Kleinteile ging Mitte 2015 in Betrieb.

  • Der Roboter mit einer Traglast von 500 Kilogramm be- und entlädt die beiden Fünf-Achs-Bearbeitungszentren.

    Der Roboter mit einer Traglast von 500 Kilogramm be- und entlädt die beiden Fünf-Achs-Bearbeitungszentren.

  • Über die ergonomische Be- und Entladestation werden Werkstücke ins System eingeschleust und Fertigteile entnommen.

    Über die ergonomische Be- und Entladestation werden Werkstücke ins System eingeschleust und Fertigteile entnommen.

  • Projektleiter Michael Müller von Reiden Technik, Projektkoordinator Paul Schmidt von Daimler und Rolf Hammerstein, Marketing Director von Fastems (v.l.).

    Projektleiter Michael Müller von Reiden Technik, Projektkoordinator Paul Schmidt von Daimler und Rolf Hammerstein, Marketing Director von Fastems (v.l.).

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