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maschine+werkzeug 05/2019

Cobots an die Fräse

Automatisierung

Auch KMU setzen immer stärker auf Automatisierung. Das tschechische Unternehmen Baumruk & Baumruk lässt seine Fräsen inzwischen durch zwei Cobots von Universal Robots (UR) mit Bauteilen beschicken.

Der Roboterarm platziert die zu bearbeitenden Komponenten direkt in der Werkkammer der Fräsmaschine. Bild: Universal Robots

Der Roboterarm platziert die zu bearbeitenden Komponenten direkt in der Werkkammer der Fräsmaschine. Bild: Universal Robots

Das 1990 gegründete Unternehmen Baumruk & Baumruk s.r.o. in Chrást bei Pilsen begegnet dem Fachkräftemangel durch eine verstärkte Automatisierung von Fertigungsprozessen. Es setzt deshalb bei der Herstellung von Maschinenteilen neben traditionellen Industrierobotern mittlerweile zwei kollaborierende Roboter (Cobots) des dänischen Herstellers Universal Robots (UR) ein. Die Mitarbeiter von Baumruk & Baumruk werden dadurch von repetitiven Tätigkeiten entlastet, sodass ihre wertvolle Arbeitskraft für Aufgaben mit höherer Wertschöpfung eingesetzt werden kann.

Zur Produktpalette der Tschechen gehören Teile von Elektromotoren oder Operationstischen sowie Komponenten für Schienenfahrzeuge. Als exklusiver Produzent ausgewählter Ersatzteile für Lokomotiven aus dem Hause Škoda stellt das Unternehmen für die Eisenbahngesellschaft České dráhy unter anderem Stromabnehmer, Dämpfelemente oder Fahrgestellteile her. In den vergangenen zehn Jahren hat Baumruk & Baumruk dabei stark in Automatisierungslösungen, neue Maschinen und Software investiert, um firmeninterne Prozesse zu optimieren: »Unser Hauptziel ist die maximale Automatisierung der Produktionsprozesse. Natürlich kann nicht alles sinnvoll und effektiv automatisiert werden, aber wo immer wir ein Potenzial sehen, Routineaufgaben zu reduzieren, versuchen wir, dies zu tun«, erklärt Martin Baumruk, Geschäftsführer von Baumruk & Baumruk. »Wir haben unsere Prozesse daher kontinuierlich und systematisch automatisiert – von der Verwaltung über die Lagerhaltung bis zur Fertigung.«

Cobots als Helfer

Der Betrieb verfügt über sieben große Schweißmaschinen und drei traditionelle Roboter, die Maschinen mit Bauteilen beschicken. Für die Bestückung von Fräsmaschinen mit kleineren Bauteilen wollten die Tschechen nun jedoch erste Schritte in Richtung kollaborativer Robotik wagen. Diese Aufgabe erforderte eine platzsparendere Lösung, bei der die Mitarbeiter in einer sicheren Umgebung mit Robotern zusammenarbeiten sollten. Auf einer Messe wurde das Unternehmen schließlich auf die kollaborierenden Roboter von Universal Robots aufmerksam. Baumruk-Konstrukteur Tomáš Bláha betrachtet den geringen Platzbedarf als einen der wesentlichen Gründe, die für die Anschaffung der Cobots sprechen: »Für uns war es von entscheidender Bedeutung, die Roboter in den bestehenden Arbeitsbereich einzugliedern, wo das Raumangebot sehr begrenzt ist. Deshalb konnten wir auch keine Standard-Industrieroboter verwenden, denn es gab einfach nicht genug Platz, um einen Sicherheitsbereich um sie herum einzurichten.«

Inzwischen platzieren zwei UR10-Roboterarme im Werk in Chrást abwechselnd Kleinteile in CNC-Maschinen, die von den Angestellten bei Bedarf auch manuell bedient werden können. Die schlanken Roboterkollegen sind dafür mit pneumatischen Zweifingergreifern, zwei Befestigungsaufsätzen und Magneten ausgestattet, um die Komponenten zu bewegen. Aus einem Vorrat in unmittelbarer Nähe bestücken die Cobots die Maschine. Nach Ende des Fräsvorgangs entnehmen sie das Bauteil wieder und stapeln es außerhalb der CNC-Maschine.


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Unternehmensinformation

Universal Robots

Energivej 25
DK 5260 Odense S
Tel.: 0045-89938989

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