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maschine+werkzeug 07/2019

»Bei allem Wachstum wollen wir nachhaltig agieren.«

Interview

Haimer hat im vergangenen Jahr glänzende Ergebnisse vorgelegt. Geschäftsführer Andreas Haimer berichtet, wie darauf hingearbeitet wurde und warum er auch für die Zukunft optimistisch ist.

Bild: Haimer

Bild: Haimer

Herr Haimer, Ihr Unternehmen lag voriges Jahr mit einem Plus von 18 Prozent sehr deutlich über dem Branchendurchschnitt. Was haben Sie noch besser gemacht als andere?

Wir haben in den vergangenen Jahren massiv in Vertrieb und Internationalisierung aber auch in Produktionserweiterungen investiert. So ein Wachstum kann man nur erreichen, wenn man rechtzeitig vorsorgt. In der Haimer-Gruppe beschäftigen wir weltweit über 800 Mitarbeiter. Binnen zehn Jahren haben wir diese Zahl vervierfacht und verfügen heute über 16 Auslandsniederlassungen mit lokalem Vertrieb, Anwendungstechnik und Service. Rund um die Werkzeugmaschine bieten wir inzwischen nicht nur Einzelkomponenten an, sondern liefern ein Komplettprogramm als Systempartner.

Was gehört dazu?

Unsere Wuchtsysteme erhöhen die Prozesssicherheit und steigern die Produktivität . Die Microset Voreinstelltechnik verkürzt die Rüstzeiten der Maschine und sorgt für ausschussfreie Produktion. Diesbezüglich setzen immer mehr Kunden mit uns auch Digitalisierungsprojekte und die Vernetzung der Fertigung um. Ein weiterer Faktor ist die Zerspanungskompetenz, die wir uns mit einem eigenen Werkzeugprogramm zum Fräsen mit Vollhartmetall- und Modularwerkzeugen aufgebaut haben. Damit können wir für den Kunden auch direkt im spanenden Prozess optimieren.

Wie entwickelt sich dieser relativ neue Bereich?

Unsere Fräswerkzeuge kommen gut an. Wir haben vor sechs Jahren unsere Fertigung in Igenhausen mit über 20 modernen Werkzeugschleifmaschinen ausgestattet. Die Werkzeuge werden nicht zugekauft, sondern getreu unserer Philosophie selbst entwickelt und hergestellt. Was den Namen Haimer trägt, wird auch von uns gefertigt. Das Know-how dafür haben wir in der eigenen Fertigung aufgebaut. Weil wir als weltweit größtes Werk für rotierende Werkzeugaufnahmen tausende Tonnen von Stahl zerspanen, haben wir die Werkzeuge zunächst in der eigenen Fertigung eingesetzt und zur Serienreife gebracht. Unsere Fertigung stellt höchste Ansprüche und ist auf möglichst hohe Produktivität ausgerichtet.

Da Sie zuvor Werkzeuge anderer Hersteller einsetzten, haben Sie nun den direkten Vergleich. Wie fällt der aus?

Grundsätzlich kaufen wir bei Qualitätsführern und Markenherstellern ein. Wir haben uns daher auch mit den Besten verglichen. Unsere Produkte wurden nicht freigegeben, bevor sie nicht besser waren bei den Anwendungen, die wir im hauseigenen Vergleich nachvollziehen konnten. Wir konzentrierten uns im Benchmark aber nicht nur auf unsere eigene Fertigungsumgebung mit über 160 Werkzeugmaschinen, sondern haben zeitgleich auch rund zwei Millionen Euro in Werkzeugmaschinen nur für Tests und Entwicklung in diesem Bereich investiert. Wir verbessern so die Werkzeuge, finden aber auch Lösungen im Bereich der rotierenden Aufnahmen. Beispiele für solche Entwicklungen sind Safe-Lock, Cool Flash und Duo-Lock.

Haimer hat seine Produktionskapazität kräftig erweitert. Gab es da bereits Engpässe?

Natürlich war 2018 eine Herausforderung. Wenn ein Unternehmen im Durchschnitt um 18 Prozent wächst, gibt es da Bereiche, die um 50 Prozent wachsen. In Spitzenzeiten hilft uns auch unser vergrößertes Lager, in dem wir fast 10.000 Artikel für rund 15 Millionen Euro stets lieferbereit haben. Die Fertigungskapazität haben wir von durchschnittlich 2.000 Werkzeugaufnahmen pro Tag im vorigen Jahr auf maximal 4.000 hochgefahren.

Das ist eine glatte Verdoppelung, obwohl die Produktion nicht verdoppelt wurde. Sie sind also produktiver geworden?

Ja, dennoch hängt die Produktion immer an gewissen Maschinen, die Bottlenecks darstellen. Mit der Weichzerspanung haben wir einen davon am Anfang des vorigen Jahres beseitigt. Im Ortsteil Motzenhofen wurde ein neues Produktionswerk mit über 4.000 Quadratmetern neuer Fertigungsfläche bezogen. Damit ist der Platz im Stammwerk frei geworden für die Schleif- und Feinbearbeitung, wo wir ebenfalls eine Vielzahl neuer Maschinen einsetzen und Linien neu ausrichten konnten. Anstatt die Maschinenanzahl zu verdoppeln, haben wir gezielt, auch in Automatisierung investiert und damit Verbesserungen erreicht.

Wird Haimer weiter wachsen?

Wir haben noch viel vor. Motzenhofen ist nur knapp zehn Minuten entfernt und auch hier im Stammwerk Igenhausen haben wir noch eine große Erweiterungsfläche, wo wir gerade das Gelände begradigen. Damit haben wir die Möglichkeit, um weitere 30.000 Quadratmeter zu wachsen. Wenn es die Wirtschaftslage erlaubt, werden wir in den nächsten Jahren weitere große Investitionen in Gebäude und Maschinen tätigen.


Inhaltsverzeichnis
Unternehmensinformation

Haimer GmbH

Weiherstrasse 21
DE 86568 Igenhausen
Tel.: 08257-9988-0
Fax: -1850

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