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maschine+werkzeug 07/2019

840Dsl nach 14 Jahren erneuert

Steuerung

Mit der Sinumerik One stellt Siemens auf der EMO nach langer Zeit wieder eine neue Steuerung für den High-End-Bereich vor. Mit ihr will der Hersteller die digitale Transformation der Werkzeugmaschinen vorantreiben.

Virtuelle und reale Welt: Maschinensteuerung und digitaler Zwilling haben die gleiche Basis. Bild: Siemens

Virtuelle und reale Welt: Maschinensteuerung und digitaler Zwilling haben die gleiche Basis. Bild: Siemens

Die Sinumerik One soll im oberen Bereich die 840Dsl ablösen, die seit 2005 auf dem Markt ist. Allerdings könne dies nicht von heute auf morgen geschehen, wie Siemens wissen lässt: Sie ist in vielen Maschinen verbaut und wurde auch von der Großindustrie oft spezifiziert.

 In seinem Experience Center in Erlangen zeigt Siemens den Nutzen der durchgehenden digitalen Basis anhand praktischer Fallbeispiele. Bild: maschine+werkzeug

In seinem Experience Center in Erlangen zeigt Siemens den Nutzen der durchgehenden digitalen Basis anhand praktischer Fallbeispiele. Bild: maschine+werkzeug

Bis der Markt den Umstieg vollzieht, dürfte es daher noch ein paar Jahre dauern. Immerhin wird erwartet, dass zur EMO bereits 20 Hersteller ihre aktuellen Maschinen mit der Sinumerik One präsentieren.

Digitaler Ursprung

Die neue Steuerung wurde vom Start weg auf einer digitalen Basis entwickelt, Siemens spricht daher von der ersten ›Digital Native CNC‹. Die neue Steuerung wartet mit Software zur Erstellung der Maschinensteuerung und dem dazugehörigen digitalen Zwilling aus einem Engineeringsystem auf und trägt so zu einer nahtlosen Integration von Hardware und Software bei.

»Die reale Welt des Werkzeugmaschinenherstellers und des Werkzeugmaschinenbetreibers bringen wir mit der virtuellen Welt zusammen«, erläuterte Dr. Wolfgang Heuring, CEO Motion Control bei Siemens Digital Industries anlässlich der Vorstellung der Sinumerik One in Erlangen. »Wir bieten die Technologien, um diese virtuelle Welt neben der realen Welt abzubilden. Durch eine Kombination von Informationen, die wir aus der realen Welt wieder in die virtuelle Welt zurückspielen können, sind wir in der Lage, kontinuierlich die reale Welt weiter zu optimieren und mithilfe der virtuellen Welt vorzudenken, um so unsere Kunden in die Lage zu versetzen, permanent einen Optimierungsprozess aufrechtzuerhalten.«

Eine Herausforderung sei die Flexibilität in der Produktion. Kundenanforderungen werden immer spezifischer, müssen variabel erfüllt werden. Diesen Trend zu Individualisierung unterstütze Siemens mit seinen Technologien.

Sowohl für den Maschinenbauer als auch für dessen Kunden kann die virtuelle Welt für das Produkt – also die Maschine oder das gefertigte Teil – als digitaler Zwilling abgebildet werden. Die Sinumerik One ermöglicht Maschinenherstellern die vollständige virtuelle Abbildung ihrer Entwicklungsprozesse und reduziert damit signifikant die Produktentwicklungs- und die Markteinführungszeiten neuer Maschinen.

Durch die virtuelle Vorbereitung der Inbetriebnahme lässt sich die Dauer der realen Inbetriebnahme deutlich reduzieren. Basierend auf dem virtuellen Maschinenmodell eröffnen sich für Maschinenhersteller und Maschinenbetreiber ganz neue Möglichkeiten. So lassen sich bereits vor Verfügbarkeit der realen Hardware Maschinenkonzepte und Funktionen zielgerichtet diskutieren. Die realitätsgetreue Bearbeitungssimulation der Sinumerik One erlaubt es Maschinenanwendern, die Programmierung der Werkstücke und die Einrichtung und den Betrieb der Maschinen komplett am PC zu simulieren. Auch die Schulung des Personals kann abseits der realen Maschine bereits am digitalen Zwilling erfolgen.

Mehr Performance

Für Uwe-Armin Ruttkamp, Leiter Machine Tool Systems in der Business Unit Motion Control, ist die Sinumerik One »die beste CNC-Steuerung, die die Welt je gesehen hat«. Dass sie für die reale und virtuelle Welt die gleiche Firmware benutzt und nichts simuliert wird, ist dabei nur die eine Seite. Ruttkamp unterstreicht auch den Performancegewinn, den die Multicore-Architektur der Sinumerik One möglich macht.

Technische Basis ist die integrierte Simatic S7–1500F PLC als neue speicherprogrammierbare Steuerung. Sie arbeitet laut Ruttkamp mit Zykluszeiten, die um den Faktor 10 schneller sind als bei der 840Dsl. Die Menge an Daten, die aus einer Werkzeugmaschine heraus generiert werden und zu verarbeiten sind, war vor 14 Jahren absehbar. Für anspruchsvolle Anwendungen zum Beispiel im Werkzeug- und Formenbau werden mit der Sinumerik One Performancesteigerungen im zweistelligen Bereich erwartet.

siemens.de/sinumerik-one

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Siemens Drive Technologies

Postfach 23 48
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