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maschine+werkzeug 10/2019

Fünf Minuten fürs Umrüsten

Spanntechnik

Bunorm in Aarwangen (Schweiz, Kanton Bern) ist auf die Bearbeitung großer Maschinenbauteile spezialisiert. Mit dem Spannsystem Heavy Power Chuck von Erowa verkürzt das Unternehmen die Umrüstzeiten erheblich.

uf einer Grundplatte sind vier HPC-Spannmodule montiert. Darauf wird mittels Kran eine Magnetspannpalette gesetzt.
Bild: Erowa

uf einer Grundplatte sind vier HPC-Spannmodule montiert. Darauf wird mittels Kran eine Magnetspannpalette gesetzt.
Bild: Erowa

Ein Spannsystem für große und schwere Werkstücke herzustellen, verfolgt der Schweizer Spanntechnikspezialist Erowa bereits seit längerer Zeit. Um ein tiefgehendes Verständnis für die Anforderungen und Besonderheiten zu erlangen, also was bei der Bearbeitung schwerer Bauteile wichtig ist und wie man sehr große Werkstücke richtig spannt, wandten sich die Schweizer bereits 2015 an Bunorm – einen Experten für die Großteilebearbeitung.

»In der Folge hat sich Bunorm mit wichtigen und wertvollen Inputs an der Entwicklung des HPC beteiligt«, erzählt Benjamin Wagner, Product Manager bei Erowa. »Und das gilt erst recht, seit man 2016 beschlossen hat, ein auf die spezifischen Anforderungen der Firma abgestimmtes System zu konfigurieren und zu testen.« Seit Januar 2018 ist das System nun im Einsatz. Auf einer Grundplatte sind vier HPC-Spannmodule montiert. Darauf wird mittels Kran eine Magnetspannpalette gespannt, die ihrerseits dann das eigentliche Werkstück mittels Magnetkraft fixiert.

Heavy Power Chuck ist ein Spannsystem für große und schwere Werkstücke.
Bild: Erowa

Heavy Power Chuck ist ein Spannsystem für große und schwere Werkstücke.
Bild: Erowa

Zu diesem Zweck verfügt sie über 132 bewegliche Polverlängerungen, welche für eine absolut ebene Auflage sorgen. Das so gespannte Bauteil wird dann mittels einer Portalbearbeitungsmaschine auf bis zu fünf Seiten gleichzeitig bearbeitet. »Wir verfügen über zwei solcher Paletten für die Portalbearbeitungsmaschine«, erklärt Projektleiter Stefan Gygax von Bunorm. »Das erhöht die Flexibilität und das Tempo beträchtlich, denn wenn die eine Palette in der Maschine ist, kann bereits die nächste vorbereitet werden.« Wichtig sei auch, dass das System über eine Offenkontrolle verfügt: Die Bedienbox zeigt an, ob die Spannmodule offen oder geschlossen sind, das verhindert, dass die Palette irrtümlich bei geschlossenem Zustand hochgehoben wird. Bunorm verfügt zudem über eine zweite HPC-Aufspannvorrichtung, welche auf einem Dreh- und Fräszentrum für 1.600 Millimeter große Werkstücke zum Einsatz kommt.

Stefan Gygax zählt zahlreiche weitere Vorteile auf: »Das gesamte Handling ist markant vereinfacht worden. Dank der Vorzentrierzapfen ist die Palette von Anfang an sauber ausgerichtet, Fehler sind fast nicht mehr möglich. Der Nullpunkt bleibt bestehen, ebenso die Ausrichtung der Spannmodule untereinander, was natürlich der Repetiergenauigkeit zugutekommt«, erzählt er. »Der Palettenwechsel kann von einer Person vorgenommen werden, Einrichtungs- und Umrüstzeiten sind massiv gesunken. Wo wir früher auf den Magnetplatten für das Umrüsten ein bis zwei Stunden einrechnen mussten, geschieht das jetzt in vielleicht gut fünf Minuten.« Eingesetzt wird das Spannsystem bei der Endbearbeitung von Aluminiumstrukturen und für die Bearbeitung von Stahl-Brennplatten mit einem Gewicht von rund 1.500 Kilogramm. »Auch bei derart hohen Gewichten bewährt sich das Spannsystem«, erläutert Gygax. »Die Belastbarkeit unterscheidet sich in keiner Weise von einer Aufspannung direkt auf dem Maschinentisch.«

www.erowa.com

Unternehmensinformation

Erowa AG

Knutwilerstraße 3
CH 6233 Büron
Tel.: 004141-9351-111
Fax: -213

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